Sucht hat viele Ursachen – Suchtselbsthilfe Freiheit unterstützt im Kreis Viersen

Sucht hat viele Ursachen. Bei der Entstehung und dem Fortbestehen greifen verschiedene Faktoren ineinander. Wichtig sind dabei zum Beispiel bisherige Lebenserfahrungen, das soziale Umfeld und die Wirkungsweise einer bestimmten Droge. Dabei spricht man bei Sucht nicht mehr etwas Vorübergehendem, sondern seit 1968 von einer anerkannten Krankheit, die ein Leben lang begleitet.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen-Dülken – Umfassende Beratung bietet in Viersen die Suchtberatung Kontakt-Rat-Hilfe e. V., Kreuzherrenstraße 17-19, Dülken, an, in deren Räumen sich auch die Selbsthilfegruppe „Suchtselbsthilfe Freiheit“ trifft. Die ursprüngliche Gruppe wurde 2006 von Karsten Heymann gegründet und besteht aus Abhängigen und Angehörigen verschiedenen Alters. Seit einigen Jahren besteht mittlerweile eine weitere Gruppe. Aus rund zwölf Teilnehmern besteht die Gruppengröße, welche sich regelmäßig jeden Donnerstag und Montag von 19.00 – 20.30 Uhr treffen, dazu kommen in unregelmäßigen Abständen Teilnehmer, die keine längeren Abstinenzphasen schaffen. In den vergangenen Monaten liefen die Gespräche telefonisch ab, seit dem 15. März sind Präsenztreffen wieder unter Einhaltung der Hygieneauflagen möglich. Wichtig ist, dass sich Interessierte für die Gruppe vorab telefonisch melden, damit der Gruppenleiter die Teilnehmerzahl in der Gruppe planen und jederzeit an die aktuellen Coronabeschränkungen anspassen kann (Tel. 0163 0163 3387257).

Karsten Heymann leitet die Gruppe gemeinsam mit Michael Gomes dos Santos ehrenamtlich und engagiert. Hierzu nehmen sie regelmäßig an Fortbildungen und Seminaren teil, dazu gehört auch die Weiterbildung zum Suchtkrankenhelfer. Die Gruppe arbeitet zudem eng vernetzt mit öffentlichen Institutionen (Suchtberatung, LVR-Klinik, BIS, AGSIS) und anderen Selbsthilfegruppen (z. B. Abstinent e.V.). Jeder ist willkommen, dabei steht die Sucht nicht im Vordergrund, sondern Alltagsprobleme und gemeinsame Gespräche, denn die Gruppenarbeit hält nach der Therapie stabil und unterstützt den weiteren Weg. Alle Teilnehmer haben sich mit ihrer Abhängigkeit auseinandergesetzt und den Mut zur Abstinenz gehabt. Die Selbsthilfe basiert auf dem offenen Gespräch und der Begegnung. Suchtkranke und Angehörige erfahren in der Gruppe, dass sie nicht allein sind. Die Mitglieder unterstützen sich gegenseitig auf dem Weg zur zufriedenen Abstinenz. Sie sprechen offen über sich, ihre Erfolge, Probleme und Sorgen und erfahren so, wie andere den Weg aus der Sucht gefunden haben. Sie lernen durch den Austausch, den Alltag ohne Suchtmittel zu bewältigen.
Der Hauptschwerpunkt der Selbsthilfegruppe liegt vermehrt auf polytoxer Sucht (Mehrfachabhängigkeit) und Karsten Heymann möchte in Zukunft auch einen Schwerpunkt auf die Personen legen, die „nicht auf der Sonnenseite“ im Leben stehen, wie z. B. auch psychischen Erkrankungen, mit einem schwierigem Hintergrund und Sucht.

Dazu kann Obdachlosigkeit gehören, es gibt aber auch viele andere Faktoren. „Teil unseres Angebots sind ebenfalls Besichtigungen von Therapiestätten, Besuche von Fachtagungen und Seminaren, Ausflüge und Treffen neben den Gruppenzeiten“, sagt Karsten Heymann. „Zudem ist es uns wichtig, ganz offen über die Krankheit Sucht aufzuklären, um Berührungsängste abzubauen. Aufklärung hilft zu verstehen.“
Weil Sucht die gesamte Familie betrifft, werden auch Angehörige in die Selbsthilfe einbezogen. Sie finden in der Gruppe Hilfe, ihre Rolle als gleichfalls Betroffene zu erkennen und zu bearbeiten. So erfahren sie Entlastung und Unterstützung für sich selbst und für ihren suchtkranken Angehörigen.

Suchtselbsthilfe Freiheit, Kreuzherrenstraße 17-19, 41751 Viersen-Dülken
suchtselbsthilfefreiheit@gmail.com, Tel. 0163 3387257
www.suchtselbsthilfefreiheit.de