Süchteln hat ein Prinzenpaar mit dem man Pferde stehlen kann

„Wenn nicht jetzt, wann dann“ begleitete den Jubel im Süchtelner Josefshaus, als Gregor I. und Daniela I. das Warten auf ihr Prinzenspiel endlich beendet hatten. Ein stimmungsvoller Abend zu Ehren des neuen Süchtelner Prinzenpaares, das selber bereits seit Jahren das närrische Brauchtum hegt und pflegt.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen-Süchteln – Der große Saal des Süchtelner Josesfshauses brach gewohnt aus allen Nähten, kunterbunt gemischt saßen die Narren, alle in gespannter Erwartung auf den Abend, der bereits seit Wochen seine Schatten vorausgeworfen hatte. Inthronisiert wurde am Samstagabend das neue Süchtelner Prinzenpaar, Gregor I. und Daniela I. sind seit Jahren im Vorstand des Süchtelner Festausschusses aktiv. Doch noch galt es zu warten, während Moderator Detlef Belk, zumindest bis ungefähr zur Mitte des Abends, die Bühne alleine gekonnt übernahm (danach ging es zu zweit gewohnt mit Werner Jungblut weiter) und der Inthronisierung eine Entthronung vorausgehen musste. Jubel als Dank für die vergangene Session brach im Saal ebenso für das letztjährige Prinzenpaar aus wie auch beim Auftritt der Jugendtanzgarde der Süchtelner, für die die Bühne fast zu klein wurde.

Foto: Rheinischer Spiegel

Mit ihrem Auftritt wuchs die Stimmung und mit ihr die Temperatur im Saal, die in den Einzug des neuen Prinzenpaares mündete. Ihnen voran die Süchtelner Prinzengarde mit gelben Rosen, die Ex-Prinzen sowie als musikalische Begleitung die Prinzengarde St. Tönis, die dem neuen Prinzenpaar ihren Weg bahnten, die ihren Einzug sichtlich genossen und den Saal mit Rosen überschwemmten. Mit Gregor I. (Mackes) und Daniela I. (Erkens) erstiegen zwei Vollblutjecken den Narrenthron, die jedoch in ihrer Rede fest auf dem Boden verankert ihre elf Punkte umfassende Rede den Karnevalisten vorlasen. Von einer größeren Halle für Süchteln als Ersatz für das in die Jahre gekommene Josefshaus, über mehr Aktion an Altweiber, dem Aufruf zur Messe der Freude oder dem klaren Hinweis an die Stadt Viersen die Interessen aller Generationen in Süchteln im Blick zu behalten schnitten sie die verschiedenen Themengebiete an.

„Und wo wir gerade dabei sind: Zum Schluss stellen wir an alle Süchtelner Bürgerinnen und Bürger und alle Karnevalisten folgende Auflage: Ab heute bricht in Süchteln die Karnevalszeit an. Feiert mit uns und allen anderen diese tolle Zeit. Trübsal und Missmut werden bis zum 5. März 2019 in Süchteln nicht mehr toleriert“, so der frisch gekürte Prinz mit einer strahlenden Prinzessin an seiner Seite bevor das abwechslungsreiche Programm mit der großen Süchtelner Tanzgarde fortgeführt wurde. „Wir können in Süchteln so was von stolz sein, dass wir so eine Tanzgarde haben“, hallte es nach ihrem Auftritt mit großem Respekt. Ein tänzerisch begeisternder Auftritt der Garde, die das ganze Jahr dafür trainiert hatte und mittlerweile auch auf den Bühnen der ganzen Region tanzt. Eine Teilnahme in der Jugend ist ab 10 Jahren möglich, ab 15-16 Jahren steht dann ein Wechsel in die große Tanzgarde an.

Foto: Rheinischer Spiegel

Stimmung brachte ebenfalls die Eschweiler Gruppe „De Mädchere“ auf die Bühne, heizten die Stimmung nochmals an und bereiteten eine hervorragende Grundlage für eine Süchtelner Premiere. Nicht nur der Einzug der Süchtelner Prinzengarde war mit einer Brezelverteilung als Paragraphen (kunstvoll gebacken durch den Süchtelner Bäcker Fred Junglas) ungewöhnlich, zu einem Erlebnis wurde der Auftritt des neuen Solomariechens der Süchtelner Prinzengarde, Sina Otten, die mit ihrem Tanz bewies, dass ihr diese Ehre zu Recht zuteil wurde. Gelacht werden durfte mit Schmitz Backes, der als Humorist und Zauberer der Veranstaltung seinen ganz eigenen Stil einhauchte.

Foto: Rheinischer Spiegel

Eine außergewöhnliche Mischung aus beeindruckender Zauberkunst, rheinischem Humor und liebenswürdiger Schlagfertigkeit. Der mehrfach ausgezeichnete Meister der Comedy-Zauberei ist einer der meistgebuchten Zauberkünstler des Rheinlandes und auch im benachbarten Ausland ein gern gesehener Künstler. Von laut bis leise, von lustig bis nachdenklich und von zauberhaft bis Einzelhaft – er hatte alles dabei. Nicht weniger unbekannt die letzten zwei Auftritte des Abends mit der Drum- und Percussionshow des Real Safri Duo (Sascha Friedhofen und Thomas Gorlinski) und den Rabaue. In jetzt bald 15 Jahren spielten sich die “RABAUE” in die Herzen einer großen Fangemeinde. Auf mehr als 4.500 Live-Auftritten und Konzerten gaben die “RABAUE” ihr Bestes – so auch in Süchteln an einem Abend, der die schönsten Seiten des Karnevals nach außen kehrte als gefeiert wurde in den Vereinsfarben getrennt, aber in der Sache vereint. (nb)

Foto: Rheinischer Spiegel

Der närrische Countdown startet: Süchteln hat ein neues Prinzenpaar