Süchteln: Kletterwald sucht neuen Standort

Nachdem der Süchtelner Kletterwald während des Sturms „Friederike“ schwere Schäden erlitten hatte, hatte der Betreiber mit viel Tatkraft das Angebot neu aufgebaut. Nun leidet der Kletterwald unter dem Borkenkäfer. In einem Interview mit dem WDR kündigte Betreiber Jörg Brockes an einen neuen Standort suchen zu wollen – nicht unbedingt in Viersen.

Viersen-Süchteln – Die warmen Temperaturen gaben dem Borkenkäfer hervorragende Bedingungen, nun richtet er in dem Viersener Waldgebiet große Schäden an. Betroffen davon ist auch der Süchtelner Kletterwald, der bereits nach Sturm „Friederike“ zu kämpfen hatte. In einem Interview mit dem WDR erklärte Betreiber Jörg Brockes, dass er kurz zuvor die Stadt Viersen davon informiert habe den Süchtelner Standort aufgeben zu wollen. Bis 2020 sollen Kletterbegeisterte noch in Süchteln die Möglichkeit haben, wohin dann stehe noch nicht fest. Am Niederrhein wolle er bleiben – Fichten frei. Diese nämlich sind es, die hauptsächlich von dem Borkenkäfer betroffen sind.

Foto: Rheinischer Spiegel/Olaf Josten

Die Stadt Viersen vermutet, dass der Borkenkäfer zurzeit in vierter Generation unterwegs ist, sich millionenfach vermehrt habe und sogar bis Ende September noch eine fünfte Generation „nachschieben“ könnte. Vor rund vier Wochen waren dann auch die ersten beiden Bäume im Süchtelner Kletterwald betroffen, nun werden es jeden Tag mehr. Nicht nur die Kronen werden im Kampf gegen den Borkenkäfer heraus geschnitten, auch die Rinde wird abgeschabt. Damit stehen dann allerdings nur noch Pfähle im Boden, nicht das was den Kletterwald ausmacht. Die Baumreste selbst seien nun noch rund drei Jahre standsicher, dann müsse der Baumgutachter erneut prüfen. Trotzdem seien mittlerweile rund 100 Bäume auf dem 28.000 qm großen Gelände befallen.
Nach dem Sturm „Friedericke“ war der Kletterwald Süchteln mit acht Parcours neu gestartet, darunter ein Spaßparcours, zwei Eickiparcours, zwei Fittnessparcours, ein Seilbahnparcours, ein Abenteuerparcours und ein Risikoparcours.

Mittlerweile seien rund 70 Prozent der Fichten betroffen. Anfang August musste die Stadt Viersen daher rund 200 Bäume fällen, die so stark von Borkenkäfern befallen waren, dass sie kurzfristig gefällt und aus dem Wald entfernt werden mussten. Stadtförster Rainer Kammann sagte, die hohen Temperaturen in Verbindung mit wenig Niederschlägen böten den Käfern ideale Entwicklungsmöglichkeiten. Pilze beispielweise, die den Käfern zu schaffen machen könnten, gebe es kaum. Hinzu komme, dass die Bäume durch die anhaltende Trockenheit und vielfach zusätzlich durch die Nachwirkungen der Stürme vom Jahresbeginn geschwächt seien.

Bei der Kontrolle der Borkenkäferfallen, die die Stadt regelmäßig überprüft, seien sowohl Buchdrucker als auch Kupferstecher entdeckt worden. Diese Käferarten befallen einerseits den Stamm, andererseits die Kronenbereiche. Rainer Kammann: „Beide Arten haben sich stark vermehrt.“
Betroffen sind vorrangig die Bereiche, die auch schon beim Sturm Friederike starken Windwurf zu verzeichnen hatten. Mittlerweile ich ein Baumhäcksler unterwegs, der sich der herumliegenden Äste annimmt. In dem Mulch können sich die Käfer nicht weiter entwickeln. (cs)