Süchteln/Tönisvorst – Windenergieanlagen speisen die ersten Kilowattstunden ein

Pünktlich zu den Feiertagen speisen die Windkraftanlagen zwischen Tönisvorst und Süchteln die ersten Kilowattstunden in das Stromnetz. Nr. 1 ist am vergangenen Freitag mit ein paar ersten Stunden in den Probebetrieb gegangen – Nr. 2 folgt Anfang der Woche.

Viersen-Süchteln/Tönisvorst – Wenn in den nächsten Tagen die volle Leistung der beiden Anlagen erreicht wird, decken sie rechnerisch mehr als ein Drittel des gesamten Stromverbrauchs der Tönisvorster Haushalte ab. Dies gilt auch für die Weihnachtstage, an denen rund 10% mehr Strom verbraucht wird als an den anderen Tagen des Jahres.
In den nächsten Wochen sind die beiden Windkraftanlagen im Probebetrieb. Hier werden die Betriebsphasen eingestellt, damit es nicht zu Schall- oder Schattenbelastung kommt. Mögliche Störungen werden behoben, so dass danach in den kontinuierlichen Betrieb übergegangen werden kann.

Die Anlagen sorgen auch für regionale Wertschöpfung. Bereits für den Bau wurde mit Unternehmen aus der Region zusammengearbeitet. Anders als bei vielen Windprojekten gehen 95% der Gewerbesteuer direkt an die Stadt Tönisvorst und das vom ersten Jahr an. Durch eine eigene Stiftung, in die Teile des Erlöses aus der Windstromproduktion einfließen, sollen außerdem gemeinnützige Vereine, Projekte und Initiativen vor Ort unterstützt werden. Geplant ist weiterhin eine Bürgerbeteiligung für die Einwohner. Diese soll starten, wenn die letzten noch laufenden Klageverfahren abgeschlossen sind. Bei vergleichbaren Projekten des Anlagenbetreibers SL NaturEnergie wie beispielsweise in Niederkrüchten konnten Anwohner Beträge zwischen 500 und 25.000 Euro zu festen Zinsen von 5% für bis zu 20 Jahre fest anlegen.

SL NaturEnergie-Geschäftsführer Milan Nitzschke weiß aber auch um die kritische Betrachtung vieler Bürger: „Uns ist klar, dass die neuen Windkraftanlagen im Ortsbild für viele Anwohner erstmal gewöhnungsbedürftig sind. Aber Klimaschutz muss immer auch vor Ort stattfinden. Da kann man nicht hoffen, dass andere das für einen erledigen. Und diese beiden Anlagen werden 10.000 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Deswegen wollen wir auch möglichst viele an der sauberen Stromerzeugung vor der Haustür direkt partizipieren lassen.“

Eine Besonderheit bot der Aufbau der Anlage, denn am Süchtelner Stadtrand kommt ein Modularer-Stahl-Turm zum Einsatz, der in Einzelteilen angeliefert wurde. Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Windkraftanlagen zwischen Vorst und Süchteln dürfen errichtet werden