Süchtelner Einzelhändler fordern: „Wir wollen wieder öffnen“

Seit November mussten mit dem Beginn des 2. Lockdowns zahlreiche Geschäfte schließen. Viele Inhaber sehen sich am Ende ihrer Möglichkeiten. Die versprochene Unterstützung kam bisher meist nicht an und ein konkretes Wiedereröffnungsszenario für den Einzelhandel fehlt bis heute.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen-Süchteln – Pro geschlossenem Verkaufstag verlieren die Einzelhändler in Nordrhein-Westfalen Umsätze in Höhe von rund 700 Millionen Euro. Nach einer aktuellen Umfrage des Handelsverbandes NRW unter 1000 Unternehmen sieht sich dementsprechend mehr als jeder zweite vom Lockdown betroffene Händler ohne weitere staatliche Hilfen in Existenzgefahr.
Betroffen von der wachsenden kritischen Lage sind Händler in großen Städten ebenso wie in den kleinen Innenstädten, in denen die Händler auch Kummerkasten oder Helfer in der Not sind.

Foto: privat

Sie alle hofften auf ein Konzept für eine sichere sowie faire Öffnungsstrategie der Politik und damit für einen transparenten Plan zum Wiederhochfahren der Wirtschaft. Ein Konzept, welches nach dem vergangenen Corona-Gipfel nicht vorliegt. Viele Einzelhändler bringt das in eine ausweglose Lage, weshalb in Süchteln am vergangenen Wochenende zahlreiche Einzelhändler mit Schildern eine Öffnung forderten.

„Wir wollen durch diese Aktion darauf aufmerksam machen, dass man bei uns sicher einkaufen kann. Wir sind eine kleine Stadt in der man mit Sicherheit die Hygieneregeln einhalten kann“, so Einzelhändlerin Michaela Lenders. „Wir sind ja nicht nur Verkäufer, sondern auch Kummerkasten und Helfer in der Not. Wir haben viele Stammkunden die wissen, dass sie mit ihrem Kummer und Sorgen zu uns kommen können, weil wir immer ein offenes Ohr haben.“

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Mit den neuen Maßnahmen der Politik Schulen, Kitas und Sportstätten wieder zu öffnen sehen die Süchtelner Händler kein Licht am Ende des Tunnels. „So werden die Inzidenzzahlen nie unter 35 sinken und wir noch lange nicht öffnen. Die Politiker haben uns Unterstützung zugesagt, aber es kommt keine an. Die Firmen schicken die Ware, die dann sofort bezahlt werden muss, dann schön im Laden hängt und nicht mehr verkauft werden kann, weil es sich meist um Saisonwaren handelt“, ergänzt die Geschäftsfrau, welche in Süchteln das Modegeschäft „Mann-O-Mann“ betreibt. „So werden immer mehr kleine schnuckelige Geschäfte schließen müssen und die Innenstädte verwahrlosen. Kein gemütliches Shoppen mehr, keine Beratung und kein persönliches Gespräch.“ (cs)

 

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