Süchtelner Festausschuss: Närrische 60 Jahre mit der Soetelschen Muuresoat

Meist ist kein Platz mehr frei bei den Süchtelner Prinzenproklamationen und wenn ihr närrischer Ruf erschallt, stimmen die Narren gerne mit ein. Seit mittlerweile 60 Jahren ist der Süchtelner Festausschuss aktiv und setzt sich mit viel Leidenschaft und Engagement für das närrische Brauchtum ein. Die beste Zeit um einmal einen Blick auf die Anfänge der Karnevalisten in schwarz-gelb zu werfen. 

Viersen-Süchteln/Aus den Archiven – Ursprünglich gab es seit 1929 „nur“ einen Rosenmontagszug in Süchteln-Vorst. 1958 entstand beim Stammtisch „Na de 11-Uhres“ der Nachbarschaftsgemeinschaft Hindenburgstraße/Heidweg in der damaligen Gaststätte Schenk – heute Bürgerklause – die Idee eines Rosenmontagzugs in der Innenstadt. Um den Grundstein für die Darbietung von Freude und Frohsinn zu legen wurde ein närrisches Fußballspiel organisiert, wobei der „Unbestechliche-Unparteiische“ großzügig übersah, ob 22 oder 50 Spieler auf dem Platz standen. So ging auch das Spiel zwischen „Teutonia Schienbein“ (Hindenburgstraße) und „Union Meniskus“ (Heidweg) närrische 11:11 aus. 1960 machte sich die Nachbarschaft Hindenburgstraße/Heidweg die gesammelten Erkenntnisse über Organisation und Ablauf einer Großveranstaltung zu Eigen und in Windeseile wurde der erste Rosenmontagszug organisiert, der am 29.02.1960 durch die Innenstadt zog.

Paul I. und Luise I. (Degroot) waren die ersten Tollitäten, die über die Süchtelner Narren „regieren“ durften. Foto: privat

Am Montag, den 26.09.1960 trafen sich die Süchtelner Nachbarschaften und Vereine in der Gaststätte Schenk und gründeten den „Festausschuss des Süchtelner Rosenmontagszuges“. An diesem Tage wurde auch beschlossen, dass der Rosenmontagszug in Süchteln um 10.11 Uhr zieht, da zu diesem Zeitpunkt bereits Tulpensonntagmittag in Viersen gezogen wurde und Rosenmontagmittag in Dülken. Der 1. Rosenmontagszug des „Festausschuss des Süchtelner Rosenmontagszuges“ im Jahre 1961 wurde gekrönt durch den Prinzenwagen des Stadtprinzen/Gesellschaftsprinzen Heinrich I. (Körfer) von der KG Hagenbroich-Windberg. Es folgten noch zwei weitere Jahre mit Stadtprinzen/Gesellschaftsprinzen, bevor dann am 30.01.1964 das erste Stadtprinzenpaar des „Festausschuss des Süchtelner Rosenmontagzugs“ inthronisiert wurde. Paul I. (Degroot) und Luise I. (Degroot) regierten als erstes Prinzenpaar Süchtelns Narren. Im Jahre 1965 wurde beschlossen, dass der „Festausschuss des Süchtelner Rosenmontagszugs“ unbenannt wird und am 10.01.1966 im Vereinsregister als „Festausschuss Süchtelner Karneval 1960 e.V.“ eingetragen wird. 1. Vorsitzender war zu diesem Zeitpunkt Willi Stoll.

Es sollte aber nicht nur bei der Organisation des Rosenmontagszugs bleiben. So wurden auch diverse Karnevalsveranstaltungen organisiert und am 05.02.1978 fand die erste „Messe der Freude“ statt, welche bis heute Tradition hat.

Foto: privat

Im Jahre 1981 verlieh der „Festausschuss Süchtelner Karneval 1960 e.V.“ erstmals die Ehrenmedaille Weberbrunnen Alt-Süchteln“, heute „Goldener Weber von Alt-Süchteln“. Die erste Auszeichnung an Bürger, die sich um die Stadt Süchteln sowie Brauchtum und Heimatpflege verdient gemacht haben, ging an Peter Bröckskes und wurde am 08.11.1981 in der Gaststätte „Haus Allen“ verliehen. Inzwischen hat der „Festausschuss Süchtelner Karneval 1960 e.V.“ die Ehrenmedaille „Goldener Weber von Alt-Süchteln“ an 35 Süchtelner Bürgerinnen und Bürger verleihen dürfen. Das mittlerweile traditionelle und sehr beliebte Möhrenschälen für den guten Zweck fand erstmals am 11.11.2001 in der Gaststätte „Königsburg“ statt. Als erstes Prinzenpaar traten Hubert I. und Veronika I. (Oistrez) 11 Minuten 11 Sekunden an und schälten Möhren. Am Ende waren 206 Möhren geschält. Heute ist diese Aktion fester Bestandteil der Süchtelner Karnevalstradition.

Der „Festausschuss Süchtelner Karneval 1960 e.V.“ konnte am 09.11.2019 sein 53. Prinzenpaar küren, zählt rund 190 Mitglieder und wird aktuell von der Vereinsspitze Nicolai Rattay (1. Vorsitzender), Gregor Mackes (2. Vorsitzender), Marcel Puller (1. Geschäftsführer) und Daniela Erkes (2. Geschäftsführerin) geführt.

Quelle: „125 Jahre Söitelsche Fasteloabend“, Helmut E. Kremers – zusammengestellt von Daniela Erkens