Süchtelner Festausschuss verlieh „Goldenen Weber“ an Erich Van Vlodrop

In guter Tradition hat der Süchtelner Festausschuss am Sonntag den „Goldenen Weber“ verliehen. Die Auszeichnung, mit der verdiente Persönlichkeiten aus Süchteln geehrt werden, durfte in diesem Jahr Erich Van Vlodrop entgegennehmen.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Viersen-Süchteln – Nicht nur in Süchteln eine bekannte Persönlichkeit, gebührte dem ehemaligen Schulleiter des LVR, Heinz Prost, als Geehrter des vergangenen Jahres die Laudatio auf den neuen Träger, der sich durch sein ausgeprägtes Heimat- und Gemeinschaftsgefühl auszeichnet.

1942 als jüngster von zehn Kindern geboren, wuchs der neue Preisträger, Erich Van Vlodrop, in einer Ur-Süchtelner Familie auf. Für seinen Berufswunsch im Baugewerbe, besuchte er nach der Volksschule die Berufsschule und begann eine zweijährige Maurerlehre bei der Süchtelner Baufirma Johann Jacobs. An sie schlossen sich vier Semester an der Viersener Abendschule, die Fachschulreife und die Meisterprüfung zum Maurer im Jahr 1965 an. „Früh erkannte er, dass man nur durch Fort- und Weiterbildung den Anschluss an die technologischen Entwicklungen nicht verliert“, so Heinz Prost. „So war es nur folgerichtig, dass er sich in seinem Fach spezialisieren musste.“ Im Jahre 1967 legte er die Meisterprüfung als Beton- und Stahlbetonmeister ab und spezialisierte sich weiter zum Betontechnologen in Dortmund. Nach weiteren beruflichen Stationen war er bei der Sparkasse Krefeld in der technischen Abteilung in verantwortlicher Stellung tätig, bis er 2006 in den wohlverdienten Ruhestand ging.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Sein gesamtes Leben fühlte er sich mit seiner Heimatstadt verbunden und blieb mit seiner Frau Elsbeth in Süchteln, wo sie zwei Söhne großzogen. Schon früh nutzte er seine freie Zeit für das Gemeinwohl und trat 1952 als Mitglied in den ASV Einigkeit Süchteln ein, wo er neun Jahre als Vorsitzender, dreizehn Jahre als stellvertretender Vorsitzender, sechs Jahre als Beisitzer, sechs Jahre als Obmann, sechs Jahre als Jugendwart und zehn Jahre als Ehrenvorsitzender tätig war. 54 Jahre – eine stolze Zeit ehrenamtlicher Vorstandsarbeit, auf die Van Vlodrop zurückblicken kann.

„Seine größte Herausforderung als Vorsitzender des ASV war der Ratsbeschluss von 1995, der vorsah, als Einsparmöglichkeit die Waldkampfbahn und das Vereinsheim zu schließen“, berichtete der Laudator. „Trotz Widerstände der Stadt hat er immer wieder den Dialog gefordert. Er fand kein Gehör oder Entgegenkommen. Durch seine Hartnäckigkeit und mit Hilfe überzeugender Argumente konnte er schließlich erreichen, dass die Waldkampfbahn und das Vereinsheim des ASV weitergeführt werden. Ein Erbpachtvertrag, der zwischen der Stadt Viersen und dem ASV ausgehandelt wurde, sicherte dem Verein eine Nutzungsdauer von 50 Jahren. Es war wahrlich eine Meisterleistung.“

Verdient machte sich Erich Van Vlodrop während seiner jahrzehntelangen Arbeit zum Wohle des Süchtelner Stadtteils zudem durch seine Mitwirkung als Schulpflegschaftsvorsitzender in der Martinschule und Johannes-Kepler-Realschule. Er ist Mitglied im Kuratorium der Karl-Rieger-Stiftung und seit 2010 bis heute Vorsitzender. Im gleichen Jahr wählte ihn der Leichtathletik-Verband zum Mitglied im Ehrenausschuss. (ea)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming