Süchtelner Irmgardistag führte Tradition und Moderne zusammen

Historiker haben den Todestag der Heiligen #Irmgardis auf den 4. September festgelegt, einer Frau, die sich durch stetige Nächstenliebe und tiefe Frömmigkeit auszeichnete. Und auch wenn das Irmgardisfest in diesem Jahr etwas kleiner ausfallen muss, so wurde ihren Taten dennoch gedacht – mit ein wenig modernem Einfluss.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen-Süchteln – In den nächsten Tagen kommen die Gläubigen auf dem Süchtelner Heiligenberg zusammen und gedenken Irmgardis von Süchteln. Um die Volksheilige ranken sich zahlreiche Legenden, die nach Schätzungen der Historiker um die Mitte des 14. Jahrhunderts entstanden sind. Hiernach soll sich Irmgardis (eigentlich übrigens Irmtrudis), eine Tochter des Grafen von Zutphen, nach dem Tode ihrer Eltern in die Einsamkeit in den Süchtelner Forst zurückgezogen haben.

Ihre Besitztümer vermachte sie der Kirche und während sie sich durch ihre umfassende Nächstenliebe auszeichnete, habe Neid und Missgunst sie aus Süchteln vertrieben. Ihrem Dienst an den Armen tat dies keinen Abbruch. Seit dem 15. Jahrhundert wird die Heilige Irmgardis in Süchteln verehrt, die zwar nie heiliggesprochen wurde, aber das soll dem tiefen Glauben und der Verehrung kein Ende setzen. Ganz im Gegenteil, die Irmgardis-Verehrung wird von Generation zu Generation gelebt.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Zu der christlichen Irmgardis-Oktav gesellte sich mit der Zeit ein erdengebundenes Event mit dem Irmgardistag hinzu, der am letzten Samstag zahlreiche Besucher in die Süchtelner Innenstadt zog. Hier erwartete ein vielfältiges Programm die Gäste, welches die Geschäfte rund um den Lindenplatz aktiv mit einbezog.

Während auf der einen Seite das Shopping einlud, wanderte auf der anderen Seite ganz traditionell eine Gruppe von rund 50 Teilnehmern den Irmgardispfad durch grüne Wälder und weite Felder entlang. Am Helenenbrunnen in Viersen gestartet, endete die kleine Pilgerreise, die das Sanitätshaus Jarkovsky initiiert hatte, natürlich in Süchteln. Die Teilnahmegebühr floss einem guten Zweck zu und den Abschluss machte eine Einkehr in der Königsburg.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Draußen war dagegen das bunte Treiben bereits im vollen Gange. Durch den Tag führte Moderatorin Katja Eifler aus Neuss, die nicht zum ersten Mal im Kreis Viersen PR-technisch zu Gast war. Musikalisch startete der Tag mit den White Hackle Pipes und Drums, die ihre Klänge kraftvoll durch die kleine Innenstadt schickten.

Hieran schloss sich ein wahrer Interview-Marathon an, in welchem die Süchtelner Geschäftsinhaber nicht nur zu Wort kamen, sondern hin und wieder auch ihre Fertigkeiten live darboten. Abgerundet mit Modenschauen für die kommende Saison oder einer Führung des Süchtelner Nachtwächters oder einer Verlosung der Lebenshilfe zugunsten der Flutopfer in Ahrweiler ein Irmgardistag, bei dem man gerne ein wenig länger blieb. (cs)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming