Süchtelner Schuleiche fiel nach emotional geführten Diskussionen

Bürgeranträge und Demonstrationen halfen am Ende nicht. Lange hatten Natur- und Umweltschützer um den Erhalt der 40-jährigen, gesunden Eiche auf dem Schulhof der Brüder-Grimm-Schule in Süchteln gekämpft, die nun zugunsten einer Schulhoferneuerung gefällt wurde.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen-Süchteln – Im nächsten Jahr soll auf dem unteren Schulhof der Brüder-Grimm-Schule in Süchteln eine Multifunktionsfläche und ein Naturgarten entstehen, wodurch für die 334 Kindern der Schule und die 160 Kindern in der Offenen Ganztagsschule ein neuer Raum zum Spielen geschaffen werden soll. Der Antrag zu einer Umgestaltung wurde seit rund zwei Jahren in den verschiedenen städtischen Ausschüssen diskutiert, nachdem es im Sommer eine Zustimmung durch den Ausschuss Bauen, Umwelt- und Klimaschutz meldeten sich Natur- und Umweltschützer zu Wort.

„Der BUND Viersen und viele naturbewusste Bürgerinnen und Bürger hatten vergeblich auf die Einsichtigkeit derjenigen gehofft, die seit Jahren gestalterisch beim Schulhof der Brüder Grimmschule die lästigen, dort noch existierenden Bäume entfernen lassen wollten“, sagt Almut Grytzmann-Meister, Vorsitzende des BUND Stadt und Kreis Viersen, die immer wieder auf vorgetragene falsche Tatsachendarstellungen verwies. „All das ist kein Brüder Grimm-Märchen, sondern leider Viersener Realität. Alle Entscheider waren sich offenbar einig: die Fällung sei rechtens!“
Der BUND Viersen wendete sich daher mit einer „Weihnachtsgeschichte“ auf seiner Facebookseite an die Öffentlichkeit, hatte der Natur- und Tierschutzverband doch in den vergangenen Wochen einen letzten Versuch zum Erhalt der Eiche mit Dienstaufsichtsbeschwerden auch gegen die Leiterin den Kreisschulamtes einen weiteren Versuch gewagt. Mit ihrer Kommentierung zu der BUND-Baumrettungs-Aktion hätte, so Grytzmann-Meister, die Behördenleiterin ihre gebotene Neutralität überschritten. „Außerdem lässt sie nach wie vor alle übrigen von uns vorgetragenen Argumente völlig außer Acht“, ergänzt die Naturschützerin. „Der Umstand, dass der Vollzug auf Fällung von gesunden Bäumen auch ethische und pädagogische Probleme für die Schule aufwirft, wird von der Schulamtsleiterin ebenfalls völlig ignoriert.“

Mit Bürgeranträgen und Demonstrationen versuchten zudem weitere Naturschützer die Fällung einer 40-jährigen, gesunden Eiche zu verhindern, die letztendlich dann doch fiel – wenn auch nicht wie geplant im Oktober. Sie schafft Platz unter anderem für ein Zirkusprojekt, Fühlwege, ein Fußball-Ei oder Hängematten. 269.300 Euro wird die Umgestaltung kosten, die im kommenden Jahr fortgeführt werden soll. (nb)

Foto: Rheinischer Spiegel/Nadja Becker