Super tolles Prinzen-Paar Axel und Niersius Thorsten

Nachdem am 16. Mai 2019 bekannt wurde, wer neues Prinzenpaar in Mönchengladbach sein sollte, musste ein neuer Ort für die Proklamation gefunden werden, denn innerhalb von 14 Tagen waren bereits 500 Karten verkauft. Hierfür war dann die Kaiser-Friedrich-Halle zu klein und der Mönchengladbacher Karnevalsverband entschloss sich, in die Red Box zu gehen.
Von RS-Redakteurin Marlene Katz

Mönchengladbach – Die über 1.000 Besucher wurden im Foyer musikalisch von dem Musikkameraden Mönchengladbach und im Saal von der MKV Big Band begrüßt. Geschmückt war die Halle mit Luftballons in allen Farben und Bildern von Nik Ebert mit dem Motto der diesjährigen Session „Gladbach Jeckes Narrennest“.

Willi Kleuser, der Sitzungspräsident des MKV, begrüßte die Gäste in der Downtown-City in der Nähe des Borussen-Stadions. Alle waren hierher gekommen, um herzhaft zu lachen, zu schunkeln und die Nacht zum Tage zu machen. Sie alle wollten die Proklamation von zwei Männern in weißen Strumpfhosen erleben. In Bezug auf Borussia meinte er, dass alle Kinder, die nach Anfang Oktober geboren wurden, keinen anderen Spitzenreiter in der Bundesliga kennen und so rief er in den Saal: lasset die Spiele beginnen.

Es folgte dann der Einzug der Karnevalsgesellschaften mit ihren Standarten, gefolgt vom MKV-Vorstand, die mit blau-weißen Luftballons ausgestattet waren.

Gert Kartheuser, der Vorsitzende des MKV, begrüßte die Gäste, an erster Stelle den Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners mit Gattin sowie die Bürgermeisterin Petra Heinen-Dauber, die Bürgermeister Michael Schroeren und Ulrich Elsen. Alle weiter begrüßten Personen zu nennen, würde ins Unermessliche gehen.

Dann übernahm Kleuser wieder das Mikrofon und begrüßte nur die anwesenden Damen mit den verschiedensten Koseworten und kündigte gleichzeitig Pink und Smart an, die das diesjährige Mottolied „Gladbach Jeckes Narrennest“ vortrugen.

Anschließend erfolgte der Einmarsch der Kindertraditionsgarde, die aus 34 Kindern besteht. Angeführt wurden sie vom Stadt-Hoppeditz Niklas Quade in Begleitung von Berni (Elke Fünfstück), dem Maskottchen des MKV und Fabi von der Firma Faba als Sponsor des MKV.

Nach deren Tanz lobte Kleuser die Kids, was sie so tolles auf die Beine gestellt haben und stellte fest, dass es hier keine Konkurrenz in den Gesellschaften gibt und die Kinder es total gut umgesetzt haben.

Damit die Bühne nicht so verwaist aussehen sollte, hatten sich 11 Karnevalisten aus den verschiedensten Gesellschaften bereit erklärt, den Elferrat zu bilden. Es war ein tolles Bild.

Weiter ging es mit den Klüngelköpp, die alle Register ihrer Lieder zogen und vom Publikum kräftig mitgesungen wurden. Ihre Darbietung wurde untermauert von Nebelkanonen, bunten Lichtern und einer Konfettikanone. Kleuser bezeichnete sie als Mekka des Karnevals aus Köln und dass sie in der musikalischen Champions League spielen. Ihr Abschiedslied war dann „Stääne“, was alle kräftig mitsangen.

Um auf das neue Prinzenpaar einzustimmen, wird vor der eigentlichen Proklamation immer ein kurzer Film gezeigt. So auch in diesem Jahr. Er begann an einem Vormittag um 11.11 Uhr in Rheydt. Ein Mann (Dieter Beines) begab sich auf den Weg in den Ratskeller und stand vor verschlossener Tür. Zu guter Letzt wurde ihm dann doch noch Einlass gewährt und in einem Nebenzimmer saßen schon mit eisigen Mienen sechs weiter Personen und zwar Uschi Beines, Gert und Jutta Kartheuser, Horst Beines sowie Dirk und Martina Weise, das Ex-Prinzenpaar, um das neue Prinzenpaar bekannt zu geben.

Kartheuser erhielt von Martina einen Umschlag und von Horst Beines ein Messer, um das Kuvert zu öffnen. Er schaute in den Umschlag, lachte und bat um ein Telefon. Irgendwo klingelte es und Axel Ladleif nahm den Hörer ab. Er wollte aber nicht mit dem MKV sprechen, weil er anderweitig beschäftigt war, nämlich mit seiner elektrischen Straßenbahn und stellte das Telefonat an Thorsten Neumann weiter. Dieser konnte es zuerst nicht fassen, dass sie das neue Prinzen-Paar sein sollten und schrie nach Axel.

Jetzt konnten die Planungen beginnen. Es war klar, dass Axel der Prinz sein würde und Thorsten keine Prinzessin, sondern der Niersius. Es musste ein passendes Ornat für Thorsten gefunden werden und so stellte er sich als Stier, Drag-Queen, im langen Schwarzen, Poppey und Antje vor, was aber von allen mit Kopfschütteln abgelehnt wurde. Zu guter letzt sah man blaue Schuhe und weiße Strumpfhosen, so dass allen Gästen klar war, dass beide in einem entsprechenden Ornat aufziehen würden.

 

Dann passierte es. Der Einmarsch konnte stattfinden. Unter den Klängen der Regimentskapelle der Prinzengarde der Stadt Mönchengladbach zogen die beiden Prinzengarden ein. Den Schluss bildeten Axel und Thorsten mit ihrem Hofstaat. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis die Beiden auf der Bühne angelangt waren, denn jeder wollte sie auf dem Weg begrüßen und ihnen alles Gute wünschen. Das Video hatte nicht zu viel versprechen. Beide trugen ein Ornat in den Farben des MKV nämlich blau-weiß, allerdings waren sie nicht gleich, es gab Varianten bei den Outfits.

Oberbürgermeister Reiners wurde auf die Bühne gebeten, um die eigentliche Proklamation vorzunehmen. Dieser stellte vorab fest, dass beide über 18 Jahre alt sind, leidenschaftliche Karnevalisten und für jeden Quatsch zu haben sind. Sie tun keinem was und geben auch dem OB keine Widerworte.

Dann mussten Axel und Thorsten 11 Schlachtrufe der hiesigen Gesellschaften aufzählen, 11 Stadtteile benennen und das Borussen-Lied singen. Weiter erfolgte ein 3-stufiges Verfahren bis zur Proklamation. Zuerst musste jeder im Saal eine rote Nase aufsetzen, den größten Applaus den Beiden widmen und zum Schluss wurde die Gladbacher Möwe zelebriert. Dann kniete Axel vor dem OB nieder und dieser setzte ihm die Mütze mit den Federn auf und überreichte ihm das Zepter. Das Gleiche geschah mit Thorsten, der allerdings blaue Federn auf seiner Mütze hat und eine Pritsche erhielt.

Axel begann seine Rede mit den Worten: die Welt ist bunt und erst recht der Karneval. Die Beiden sind da, um Spaß an der Freud im jecken Narrennest zu haben. Es ist Premiere, dass zwei männliche Personen einmal ein Prinzen-Paar sind und das hat viel Aufmerksamkeit mit sich gebracht. Aber das freute sie für den Karneval an sich. Er dankte den Ehrenamtlern in den Gesellschaften, die ihnen schon einen schönen Sessionsstart bereitet hatten. Darum steht auch ihr guter Zweck ganz im Zeichen des Karnevals. Wenn 350.000 bis 400.000 Menschen den Veilchendienstagszug besuchen um die Vielfältigkeit der Fußgruppen und der Wagen zu sehen ist es auch nötig, dass für die Wagen eine neue Bleibe gefunden werden muss.

In diesem Jahr werden keine Prinzessinnennadeln verliehen, was sich aus der Natur der Sache ergibt, sondern Prinzensticks. Diese können auch gegen eine Mindestspende von 10,– Euro von jedem Bürger erworben werden und dieses Geld fließt dann in die neue Wagenbauhalle, wofür sie auch schon einen Namen haben und zwar jeckes Narrennest.

Axel und Thorsten hatten niemals damit gerechnet, in dieser Konstellation einmal so auf der Bühne zu stehen. Ihr Ziel ist es Karneval zu feiern und viel Spaß zu haben. Auch gab Axel den Besuchern mit auf den Weg, einmal über Toleranz und respektvollen Umgang miteinander nachzudenken, das würde die Beiden am meisten freuen.

Dann trugen Axel und Thorsten zwei ihrer sechs Prinzenlieder vor und zwar „Gladbach, Gladbach“ nach der Musik von „Moskau, Moskau“ von Dschinghis Khan und das Lied von den Höhnern „wir halten die Welt an“.

Nachdem das Prinzen-Paar zwischen dem Elferrat Platz genommen hatte, zeigte das Tanzcorps der Großen Rheydt Prinzengarde ihre beiden neu einstudierten Tänze. Auch die GardeGirls bereicherten diesen Abend mit ihrem Gardetanz.

Ein Büttenredner darf auf so einer Veranstaltung natürlich auch nicht fehlen. In diesem Jahr war es „der Sitzungspräsident“ Volker Weiniger. Als Betrunkener erzählte er aus seinem Leben, was in den meisten Fällen mit Bier zu tun hatte und die Besucher zu Lachsalven anregte.

Wenn wir in Mönchengladbach schon eine Top-Band haben, durfte sie natürlich an diesem Abend nicht fehlen und zwar „Echt Lecker“. Sie stellten, wie immer, ihr musikalisches Können unter Beweis und der Saal tobte.

Auch die Prinzengarde der Stadt Mönchengladbach hatte ihre Aushängeschilder mitgebracht und zwar in Form des Tanzpaares, der Solo-Regimentstocher und des Tanzcorps. Den Abschluss dieser Darbietung war ein musikalisches Potpourri der Regimentskapelle, sängerisch untermalt vom Präsidenten Frank Wendler und drei weiteren Mitgliedern der Kapelle.

Die Drummerholics aus Elsdorf sind sieben junge Männer, die mit sechs Trommeln und einem Schlagzeug nicht nur tolle Musik machen, sondern auch Show-Effekte zeigten. So warfen sie sich während des Auftritts die Stöcke zu oder wechselten die Trommeln. Für die Liebhaber von Trommeln war das ein perfekter Auftritt.

Ein Augenschmaus gab es durch die Kölner Rheinveilchen. Sie sind auch das Ehrentanzcorps der KG Immer Lustig aus Holt. Von diesem Corps kann man nur träumen, was die Mädchen und Jungen auf die Bühne zaubern mit Würfen, Hebefiguren usw. Auch der Vorsitzende Gottfried steht mit seinen 60 + Jahren immer noch fest auf der Bühne.

Zu dieser Proklamation kann man nur sagen: es war ein super Programm, gestaltet von Rolf Gaden, es war eine super Stimmung und vor allen Dingen, Mönchengladbach hat ein super tolles Prinzen-Paar. Wenn es noch Zweifler bezüglich dieser Beiden geben sollte, muss man sie erlebt haben und kommt dann zu einer anderen Einschätzung.

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