Symbol der Wallfahrt wird im Volksverein Mönchengladbach hergestellt

Es wird gehobelt und die Spähne fliegen: In der Holzwerkstatt des Volksvereins Mönchengladbach werden derzeit in einer ersten Auflage 300 hölzerne Pilgerkreuze für die Heiligtumsfahrt Aachen hergestellt.

Mönchengladbach/Aachen – „Ein pastoraler Schwerpunkt im Bistum Aachen ist die Unterstützung der Arbeitslosenarbeit. Und so freuen wir uns, dass der Volksverein diese Aufgabe nach 2014 nun wieder übernimmt, und wir damit gleichzeitig die Einrichtung in ihrer wichtigen Arbeit unterstützen können“, sagt Dompropst und Wallfahrtsleiter Rolf-Peter Cremer. Und Matthias Merbecks, Geschäftsführer des Volksvereins fügt hinzu: „Für uns ist es wichtig über das zu erzählen was wir hier tun. Und die Beteiligung Langzeitarbeitsloser an der Realisierung herausragender Projekte, wie es die alle sieben Jahre stattfindende Heiligtumsfahrt ist, ist ein solcher Anlass.“

Bunt und vielfältig, mit Liebe zum Detail und ganz individuell gestaltet waren die Pilgerkreuze, mit denen sich Gruppen sowie Einzelpilger 2014 auf den Weg zur Heiligtumsfahrt Aachen machten. Das Pilgerkreuz ist seitdem zum Symbol der Aachener Wallfahrt geworden, das auch im kommenden Jahr den Weg der Pilger begleiten soll. „Die Idee der Pilgerkreuze, die jede Gruppe individuell gestalten kann, ist bei der vergangenen Heiligtumsfahrt sehr gut angenommen worden. Und schon jetzt erreichen uns schon wieder die Anfragen nach den Pilgerkreuzen“, sagt Dompropst Rolf-Peter Cremer.

Derzeit werden im Volksverein Mönchengladbach 300 Pilgerkreuze für die Heiligtumsfahrt Aachen hergestellt: Dompropst und Wallfahrtsleiter Rolf-Peter Cremer (r. stehend) schaute bei der Produktion vorbei. Matthias Merbecks (M.), Geschäftsführer des Volksvereins, und Tobias Schröder, Leiter der Holzwerkstatt. Foto: Bistum Aachen/Anja Klingbeil

Was steckt hinter dem Symbol? Der Pfeil des Pilgerkreuzes ist ein wenig nach unten geneigt. Er zeigt dahin, wo Gott in seinem Sohn zu finden ist, nämlich auf der Erde, bei den Menschen, und nicht abgehoben irgendwo im Himmel. Mit der Heiligtumsfahrt und mit der Verehrung der Heiligtümer wird dieser Gott, der zur Erde kam, wie jedes andere Kind von einer Frau geboren (Kleid Mariens), wie jedes andere Kind mit Windeln bekleidet (Windeln Jesu), und der wie viele andere Menschen unter grausamen Bedingungen gestorben ist (Lendentuch) gefeiert. Die Frage, die er seinen Jüngern stellte, gilt auch uns heute: „Für wen hältst Du mich?“ (Mt 16,15). In der Pfeilspitze ist außerdem ein Herz zu erkennen. Denn jeder Pilgerweg ist eine Herzenssache. Wer pilgert, geht dorthin, wohin sein Herz ihn führt.

Alle Pilgergruppen sind eingeladen, einen Pilgerstab zu gestalten. Der Aufsatz, den der Volksverein Mönchengladbach herstellt, kann kostenlos bestellt werden. Weitere Informationen dazu unter Telefon 0241/452-884 oder per E-Mail: heiligtumsfahrt@aachenerdom.de

Die Heiligtumsfahrt findet vom 18. bis 28. Juni 2021 statt. Tausende Menschen werden sich dann wieder auf den Weg zum Aachener Dom machen. Ihr Ziel sind die vier Tuchreliquien, die seit 1349 alle sieben Jahre aus dem Marienschrein entnommen und zehn Tage lang im Dom und auf dem Katschhof verehrt werden. Dabei handelt es sich der Überlieferung nach um das Kleid Marias, das sie in der Geburtsnacht getragen hat, die Windel Jesu, das Enthauptungstuch des heiligen Johannes des Täufers und das Lendentuch Jesu.

Das biblische Leitwort für die Heiligtumsfahrt 2021 lautet „Für wen haltet ihr mich?“ (Mt 16,15). Es ist die Frage an die Christen, wie sie Jesus als den von Gott gesandten Christus anerkennen. Ergänzt wird es durch das Motto „Entdecke mich“: eine Einladung, das Wahrhaftige im Menschen und in sich selbst zu finden, Christus und den Glauben neu oder anders entdecken durch das Erlebnis der Heiligtumsfahrt.