Tag der Arbeit: Am 1. Mai Solidarität mit Abstand

Solidarität heißt in Corona-Zeiten – mit Anstand Abstand halten. Trotzdem feiern der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften den Tag der Arbeit auf vielfältige und bunte Weise mit einem digitalen Programm.

Kreis Viersen – Mit Bildern, kurzen Texten und Videos präsentieren sich Mitglieder der Gewerkschaften digital in sozialen Netzwerken. Kurz und bündig erklären Gewerkschafter ihre Solidarität. Es wird auf Erfolge hingewiesen und Forderungen erhoben.

„Viele Menschen zeigen sich in der aktuellen Lage sehr solidarisch gegenüber anderen: sie halten Abstand, verzichten auf viel und helfen einander! Auch wenn die beschlossenen Hilfsprogramme deutlich machen, wie wichtig ein starker und solidarischer Staat ist, dürfen wir nicht übersehen, dass diese Krise bestehende soziale Ungleichheiten verschärft“, so der Vorsitzende des DGB-Kreisverbandes Viersen, Klaus Neufeldt.

Im Mittelpunkt des 1. Mai steht für den DGB folgendes: Die Pandemie darf nicht dazu missbraucht werden, das bestehende Arbeitsrecht auszuhöhlen. Die Höchstarbeitszeit von zehn Stunden täglich und die Ladenschlusszeiten müssen weiterhin gelten. Allen Forderungen aus der Politik und Wirtschaft zur Ausweitung der Arbeitszeiten erteilen die Gewerkschaften eine deutliche Absage. Dies gilt auch für den Arbeits- und Infektionsschutz der Beschäftigten. Das sind Schutzbestimmungen, um die Gesundheit und schließlich die Arbeitskraft der Beschäftigten zu erhalten.

Der DGB begrüßt die Absicht der Bundesregierung, das Kurzarbeitergeld, wenn auch nur befristet und gestaffelt, zu erhöhen. Hier ist jedoch auch das Land NRW gefordert, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einem „Sonderfond Kurzarbeitergeld Plus“, die besonders finanziell belastet sind, zu unterstützen.

Neufeldt weiter: „Auszubildende dürfen nicht allein gelassen werden. Es müssen Maßnahmen geschaffen werden, die sicherstellen, dass die Ausbildung trotz Insolvenz abgeschlossen werden können und ausreichende Ausbildungskapazitäten für das neue Ausbildungsjahr erschlossen werden. Fachkräfte werden auch nach der Krise dringend gebraucht!“

Im Gesundheitswesen dürfe nicht die Wirtschaftlichkeit an vorderster Stelle stehen, sondern die Versorgung der Menschen. Viel zu lange schon würde das Gesundheitssystem zu Lasten von Pflegekräften und Patienten kaputtgespart. Das falle der Gesellschaft jetzt auf die Füße. „Pflegekräfte sind nicht erst seit der Pandemie unterbesetzt und unterbezahlt. Ein Applaus zwischendurch und eine einmalige Sonderprämie sind ein schönes Zeichen, ändern aber nichts an der finanziellen Wertschätzung dieser Berufe. Eine deutlich höhere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen müssen die notwendigen Konsequenzen sein‘‘, fordert Neufeldt.

„Seit Beginn der Corona-Krise haben wir alle gesehen, wer die Gesellschaft am Leben hält. Es sind die Ärzte und Ärztinnen, Pfleger- und innen, Verkäuferinnen und Kassiererinnen, Reinigungskräfte, die Müllabfuhr und viele andere. Für uns Gewerkschaften waren sie schon immer systemrelevant, neu ist nur die Erkenntnis in der Politik. Man wird sehen, wie lange diese Erkenntnis anhält, wenn die Krise überstanden ist‘‘, so Neufeldt abschließend.