Tanzschule Fauth begeisterte mit Alice, Märzhase, Hutmacher & Co.

In der Viersener Festhalle einem sprechenden, weißen Kaninchen in seinen Bau zu folgen, das war auch für die Gäste des diesjährigen Fauth-Weihnachtsmärchens schon etwas Besonderes. Mit fantasievollen Kostümen und beeindruckenden Choreografien zeigten über 400 Darsteller, was sie in den vergangenen Monaten gelernt hatten und machten jeden Auftritt einzigartig.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen – Eine Reise ins Wunderland, wer hat nicht schon einmal davon geträumt. Als der britische Schriftsteller Lewis Carroll 1865 sein Kinderbuch „Alices Abenteuer im Wunderland“ veröffentlichte, da konnte er nicht ahnen, welche berühmte Geschichte er schuf. Nicht nur Disney nahm sich bereits dem Stoff an, der mittlerweile zur Weltliteratur gehört und der in eine fantastische Welt voller Fantasie entführt. Sogar John Lennon ließ sich von Alice zu seinen Beatles-Kompositionen „I Am the Walrus“ oder „Lucy in the Sky with Diamonds“ inspirieren und auch Gwen Stefani oder die Band Aerosmith nahmen Inspirationen dieses Kinderbuches mit in ihre Werke auf.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Genau das richtige Fundament für das mittlerweile 42. Weihnachtsmärchen der Tanzschule Fauth, die in jedem Jahr eine Wunderwelt wahr werden lässt und übrigens Alice bereits genau vierzig Jahre zuvor schon einmal präsentiert hatte. Im vergangenen Jahr hatten sich die Mitwirkenden für das 2005 erschienene Animationsabenteuer „Madagascar“ entschieden, in diesem Jahr allerdings wurde es noch abenteuerlicher, bizarrer und magischer. An zwei Tagen und in vier Vorstellungen fügten sich die verschiedenen Gruppen zu einem riesigen Puzzle zusammen, von den ganz Kleinen angefangen bis hin zu den langjährigen Tänzern, die das ganze Jahr hindurch auf dem Parkett begeistern.

Auf das Alter kam es nicht an, denn die jüngsten Darsteller entzückten mit dreieinhalb Jahren und selbst mit über 50 Jahren wurde bewiesen: Zum Tanzen ist man nie zu alt. Dabei wurde Wert auf jedes Detail gelegt, die Musik gekonnt ausgewählt und leidenschaftlich verbunden, was im Wunderland zusammengehört. Zum Leben auf der Bühne der Festhalle erwachte die berühmte Teegesellschaft ebenso zum Leben wie die Herzkönigin, die Grinsekatze, die Haselmaus oder Absolem, die blaue Raupe.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Tosenden Beifall gab es für alle Darsteller, zu viele um sie in einem Bericht zu erwähnen, doch die Hauptdarsteller sollen, zumindest stellvertretend, für eine grandiose Truppe genannt werden, denn schließlich folgten die Gäste nicht nur dem weißen Kaninchen (Jan Zaum), sondern sie litten und lachten mit Alice (Edita Wimmer), kämpften mit der Haselmaus (Leona Schillings), schmunzelten mit Diedeldei (Ramon Amalfi) und Diedeldum (Lukas Gendig), schmissen Tassen mit dem Märzhasen (Viviane Albert) oder verfolgten gekonnt den Futterwacken-Tanz des verrückten Hutmachers (Christan Köhler). Zur Seite standen die Grinsekatze (Carina Therés), Absolem (Antonia Heitmann) oder Bayard (Ivo Rupena) auf der Reise zur roten Königin (Sarah Krökel) und weißen Königin (Sanja Geraets) um schließlich über den Jabberwocky (Marvin Schröder) zu siegen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Rund drei Stunden dauerte die unwirkliche Reise, auf der sich moderne Tänze mit Hip-Hop mixten, sich mit Ballett und klassischen Stücken verbanden. Auf der Bühne formten sich prächtige tänzerische Bilder, die fast vergessen ließen, dass man Alice eben doch nicht ins Wunderland gefolgt war, sondern in Viersen verharrte, und die mit Standing Ovations belohnt wurden.
Fauth präsentierte eine überzeugende Tanzshow, die nicht nur für die Verantwortlichen und Darsteller eine Herausforderung war – eine Show, die gewohnt die Zuschauer mitriss. Inge und Saskia Fauth sowie Marvin Schröder hatten sich für die Idee und die Regie erneut einiges einfallen lassen. Ein Weihnachtsmärchen, bei welchem zu spüren war, wie viel Herzblut sowie Leidenschaft in jeden einzelnen Part der Show floss und welches bereits an diesem Wochenende neugierig machte auf das kommende Jahr. (dt)

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Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming