Thessaloniki: Flanieren am Meer oder shoppen in historischen Markthallen

Im ersten Moment wirkt die zweitgrößte Metropole Griechenlands wie eine typische Großstadt. Hektisch, laut, überfüllt. Schaut der Besucher genauer, wird er sich schnell Hals über Kopf in die Lebensart, das Miteinander und die überall „lauernde“ faszinierende Geschichte verlieben.

Reisen/Griechenland – Byzantinische Kirchen und herrschaftliche Denkmäler verbinden sich mit einem besonderen Shoppingerlebnis abgerundet von griechischer Lebensart. Eine ungewöhnliche Mischung und genau diese macht einen Aufenthalt in Thessaloniki so unvergesslich.

Stöbern lässt sich dabei am besten auf den alten Märkten der Stadt, so locken auf dem Kapani (Vlali) Markt, dem ältesten Markt Thessalonikis, reichhaltige Marktstände. Daneben lohnt sich ein Spaziergang zur Modiano-Markthalle über die Egnatia-Straße Richtung Uferpromenade und Ermou-Straße. Die Markthalle wurde zwischen 1922 und 1930 im Zentrum erbaut und beherbergt Gewürz- und Gemüsehändler, Tavernen, Bars, Fischhändler und Metzgereien. Der Mittelpunkt der Stadt erstreckt sich über mehrere Häuserblöcke, erhielt seinen Namen von Eli Modiano, einem Architekten und Mitglied der bekannten italienisch-jüdischen Familie Modiano.

Foto: Rheinischer Spiegel

Überhaupt sollte die historische Altstadt nicht links liegen gelassen werden, bietet sie doch eine Zeitreise in die Vergangenheit. Der Bereich der höher liegt umfasst alte Flüchtlingshäuser gesäumt von malerischen Pflastersteinstraßen und verwunschenen Höfen mit urgriechischem Flair, aber auch byzantinischen Kirchen und Resten der Stadtmauern. Einen unvergesslichen Sonnenuntergang bietet ein Blick vom Trigonio-Turm, Kunstliebhaber kommen in der Agios Nikolaos-Kirche, der Osios David-Kirche oder der Gedi Koule-Festung auf ihre Kosten.
Ebenfalls der Weg zum Innenhof des Vlatadon-Klosters bietet sich an, während der Garten des Pascha die architektonischen Parkbesuche mit einem fast verwunschenen Flair abrundet. Kunstvolle Brunnen und Emporen vermischen sich hier mit moderner Kunst.

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Staunend verweilen lässt sich übrigens an vielen Plätzen in Thessaloniki, bietet die Stadt doch eine Vielzahl von Denkmälern und Kirchen. Im Stadtzentrum lockt der Uhrenturm ebenso wie das Gebäude der staatlichen Musikschule, das Alexiadis-Gebäude aus dem Jahr 1922, die Biliris, die Sonnenuhr in der Tsimiski-Straße, die katholische Kirche oder der Platz am Justizgebäude. Ein Stopp lohnt sich auch beim Gartentheater, dem Konzertsaal oder dem 1940 erbauten Staatstheater. Zudem bietet sich ein Besuch des Hauses Tyroloi in der Nähe der alten Küstenpromenade, des Herrenhauses Exarchopoulos, des Gebäudes Mandalideio oder des Restaurants Olympos Naoussa an.

Neben den Denkmälern locken Kirchen, die bei vielen Besuchern erster Anlaufpunkt sind. Zu nennen ist hier unter anderem die gegen Ende des 7. Jahrhunderts erbaute Agia Sofia mit einem eindrucksvollen Innenhof oder die Kirche Panagia Chalkmeon, 1028 erbaut und 1430 in eine Moschee umgewandelt. Aus dem 5. Jahrhundert stammt die Kirche des Acheiropoietos, die nach der Eroberung der Stadt durch die Türken in eine Moschee umgewandelt wurde und die auf den Fundamenten eines römischen Bades erbaut wurde.

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Bis das Leben sich am späten Abend in die Bars verlagert lässt sich zur Ruhe finden in den 1910 erbauten Lagerhallen am Hafen, die 1997 restauriert wurden und heute als Kulturzentrum mit einem Filmspiel- sowie Fotografiemuseum und einem Platz für zeitgenössische Kunst einladen. Restaurants und Bars bieten ein beeindruckendes Ambiente – begrüßen im November Gäste aus der ganzen Welt zu den Internationalen Filmfestspielen. Spätestens wenn der Mond hoch am Himmel steht pulsiert das Miteinander während Boote eine romantische Rundfahrt anbieten. Nächte in denen die Liebe zu Thessaloniki erwacht. (cs)

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