Tiefensammler: Ab Dezember wird Riesenbohrer „Andrea“ eingesetzt

Dem hoffentlich guten Gelingen des riesigen Bohrkopfes, der ab Dezember an der Freiheitsstraße zum Einsatz kommt, ging in dieser Woche eine Bohrkopftaufe voran. „Andrea“ heißt die riesige Vortriebsmaschine, die sich unterirdisch durch die Erde schieben wird.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen – Maschinengeräusche und leichte Schwingungen werden ab Anfang Dezember über der Freiheitsstraße zu hören und zu spüren sein. Dann nämlich wird der frisch auf die Namenspatin Andrea Lausberg, die Leiterin der NEW-Abteilung Abwasser getaufte Bohrkopf „Andrea“ zum Einsatz kommen. In dreizehn Meter Tiefe, beginnend in der Höhe der Sebastianusstraße, wird die erste Bohrung beginnen, die sich dann unter der Freiheitsstraße fortführen wird um die Vorbereitungen für die Stahlrohre zu treffen – 2,5 Kilometer insgesamt, so lang wie der Tiefensammler selbst.

Foto: Rheinischer Spiegel

Die Baustelle, die täglich seit Anfang des Jahres und noch einige Jahre, für Unmut und Rückstau auf der Freiheitsstraße sorgt, wurde von der Stadt Viersen bei der NEW in Auftrag gegeben, nachdem es vor mehr als zehn Jahren zu einer Überflutung gekommen war. Das Ziel ist ein Regenrückhaltekanal mit einem Fassungsvermögen von 17.500 Kubikmeter Mischwasser. Mit dem Tiefensammler sollen weitere Überflutungen vermieden werden, denn das aufgenommene Wasser wird zunächst in dem riesigen Kanal aufgenommen und dann über ein Pumpwerk in das bereits bestehende Netz an Kanälen verteilt werden.

Die Bauarbeiten verlaufen aktuell im Planungszeitraum und so sollen bis Ende des Jahres sieben von acht Baugruben fertiggestellt sein, die wie Schlangenstücke später gemeinsam den Tiefensammler bilden. Bis Ende 2020 wird der Bohrkopf, der mit 50 bis 90 Kilogramm schweren Schneiderädern ausgestattet ist, zum Einsatz kommen. Hierbei wird sich der Bohrkopf zunächst den Weg von 740 Metern zu dem vorgesehenen Endschacht am Willy-Brand-Ring bahnen. Während der Bohrkopf Meter für Meter Erde zur Seite wälzt, die nach und nach aus der Grube abtransportiert wird, werden bis zu 3,50 Meter lange Stahlbetonrohre in den Tunnel eingelassen. Ist dieser Streckenabschnitt bewältigt, wird der Bohrkopf wieder an die Oberfläche gehievt und er wird seine Arbeit an dem nächsten Streckenabschnitt, dem zweiten der drei Bereiche, im Bereich Krefelder Straße beginnen. Werden die Arbeiten weiterhin wie geplant verlaufen, wird die Baustelle noch bis Juli 2022 erhalten bleiben. (dt)

NEW-Grafik zu den Abschnitten des Tiefensammlers – Foto: Rheinischer Spiegel