Tiefensammler – FDP Viersen: Es ist befremdlich, dass die Bürger die Mehrkosten zahlen sollen

Die FDP beantragt die Beauftragung eines unabhängigen Gutachters zur Prüfung, ob die von der NEW angezeigten Mehrkosten von ca. 2,8 Millionen Euro für die Fertigstellung des Tiefensammlers durch eine fachlich und wissenschaftlich korrekte Planung durch die NEW bzw. durch die von der NEW beauftragten Fachbüros auszuschließen gewesen wären.

Viersen – Gleichzeitig sei eine auf Schadensansprüche gegen Auftragsnehmer/innen spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei zu beauftragen, die das Gutachten begleiten und die FDP als Vertreterinnen und Vertreter im Rat zu den Ergebnissen informieren und zu den daraus folgenden möglichen Reaktionen beraten soll.

In der letzten Ratssitzung wurden die Ratsmitglieder über die technischen Probleme beim Bau des Tiefensammlers und der mit der Behebung begründeten Mehrkosten von ca. 2,8 Mio. Euro von Thomas Bley, Vorstand der NEW, informiert. Bereits in der Sitzung hatte die FDP-Fraktion ihr starkes Befremden ausgedrückt, dass die Bürgerinnen und Bürger in Viersen auf den Mehrkosten durch den Schaden „sitzen bleiben“ sollen. Thomas Bley trug vor, dass von einem Gutachter, der von der NEW beauftragt worden ist, festgestellt worden sei, dass „das Aufschwimmen von Vortriebsrohren unter Grundwasser … bislang ein weitestgehend unbekanntes Phänomen ist, …“. Daher wäre hier kein Verschulden durch die NEW bzw. Dritter beauftragter Ingenieurbüros festzustellen.

„Mit dieser Aussage/Feststellung waren wir bereits in der Sitzung nicht zufrieden. Nach einer Fraktion des Rates der Stadt Viersen kurzen Internetrecherche befürchten wir jedoch, dass die technischen Mängel beim Sammlervortrieb technisch zu vermeiden gewesen wären“, so der Fraktionsvorsitzende Stefan Feiter. „Hier verweisen wir auf die leicht zu findende Publikation von Herrn Dr.-Ing. B. Schuppener von der Bundesanstalt für Wasserbau in Karlsruhe, der in seinem nicht datierten Text bereits auf das Aufschwimmen von überschütteter Tunnel im Grundwasser hinweist.“

Da wiederholt die Gründungen der Einstiegsschächte mit dem Einsatz von Industrietauchern verbunden war und es bereits beim ersten Schachtbauwerk wegen des Eindringens von Grundwasser beim Einsatz des Bohrkopfes „Andrea“ zu wochenlangen Verzögerungen gekommen war, sei das Problem des Grundwassers „doch wohl kein neues und somit unbekanntes Problem“. „Des Weiteren befürchten wir, dass der Bau und der Betrieb des Tiefensammlers nicht ohne weitere Risiken sind. Wir möchten hier an dieser Stelle an den im Mai aufgetretenen Tagesbruch im Bereich Bendstr./Freiheitsstr. Erinnern“, ergänzt Feiter weiter. „Die techn. Beigeordnete, Frau Fritzsche, hat zwar versichert, dass nach Aussage der NEW keine weitere potenzielle Gefahrenlage für die Strecke, die über dem Tiefensammler liegt, für Tagesbrüche besteht. Aber stimmt das auch? Können wir uns da auf die Prüfung der NEW verlassen?“

Auch diese Frage sollte im weiteren Verfahren der Inbetriebnahme des Tiefensammlers gutachterlich unabhängig bestätigt werden. „Da unser Antrag eine hohe Dringlichkeit hat und der Beschluss zur Beauftragung noch vom heutigen und nicht vom noch zu konstituierenden Rat zu beschließen ist, wird der Verzicht auf das zweistufige Verfahren beantragt.“ Die finale Entscheidung des Rates sollte – falls erforderlich – bereits in der Sitzung am 6. Oktober getroffen werden.

Quelle: FDP Viersen


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