Tiny Houses – Eine Dülkener Tischlerei kreiert Wohnträume nach Maß

Als Peter Lustig den Kindern die Welt aus seinem Bauwagen heraus erklärte, wurde er zum Vorläufer der heutigen Tiny House-Bewegung, die weltweit allerdings schon früher ihren Anfang fand. Mit einem wohnlichen und den Wünschen der Kunden angepasstem Design erobert nun eine Tischlerei aus Dülken den Markt und trifft dabei genau den „Zahn der Zeit“.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen-Dülken – Nach Jahren des Wachstums, werden Tiny Houses im Ursprung mit einem Gesundschrumpfen verbunden. Heute steht meist das nachhaltige Wohnen im Vordergrund, hinzu kommt die Möglichkeiten der Kosten und Wohnraumreduzierung. Längst sind es nicht mehr nur Ferien- oder Wochenendhäuser, denn Tiny Houses haben sich zu eigenständigen Wohnmöglichkeiten gemausert. Anders als in den USA bedürfen mobile Tiny Houses in Deutschland einer straßenverkehrstechnischen Zulassung. Passend für Marcel Nürnberg (47), der mit seiner Ehefrau (41) in nur drei Monaten ein Traumhaus auf 24 Quadratmetern und auf Rädern baute.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Im Oktober letzten Jahres begannen sie ihre Idee zu verwirklichen, denn der geringe Platz in Wohnwagen mit kurzen Betten während des Urlaubs war keine Option mehr. Das graue Minihaus auf Rädern bietet Platz für zwei Erwachsene und zwei Kinder – und lässt sich ebenso wie ein Wohnwagen durch die ganze Welt bewegen. Im Gegensatz zu einem Wohnwagen befindet sich in dem Aufbau allerdings ein ganzes Haus und lässt keine Wünsche offen.

An der Nette 33 in Düllken leitet der Tischler mit 27 Jahren Berufserfahrung ein familiäres Unternehmen mit drei Angestellten, einer Werkstatt und allen Voraussetzungen, die für den Bau eines Tiny Houses nötig sind. Dass sein Design die Kunden erreicht zeigen die Anfragen, die ihn mittlerweile auch aus dem Ausland erreichen. Alles ist möglich, sogar ein Friseursalon – auf Grenzen stoßen die Ideen fast nur bei den Vorgaben der StVo.

Nicht mehr als 3,5 t Anhängelast darf das mobile Zuhause wiegen und auch bei der Größe setzt der Gesetzgeber in Deutschland einen vorgegebenen Rahmen mit maximal vier Meter Höhe, sieben Meter Länge und 2,50 Meter Breite – größer wäre das Tiny House zugegeben auch eigentlich kein Tiny House mehr. Dafür ist die Erst- oder Zweitwohnung sogar autark mit Solarzellen und Trenntoilette zu bekommen. Alle Fensterscheiben sind aus Sicherheitsglas und eine hochwertige Isolierung hält das Minihaus warm und gemütlich – ohne kalte Füße.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Eigentlich perfekt für alle, die ein wenig Freiheit ausleben oder sich verwirklichen wollen. Hier treffen Minimalismus und Nachhaltigkeit aufeinander, ein Leben ohne Ballast mitten in der Natur. Die Kosten liegen bei rund 35.000 Euro, besondere Wünsche werden gerne mit Aufpreis umgesetzt. Dafür lässt sich aber so ziemlich alles verwirklichen um den Wohntraum als privaten Rückzugsort zu gestalten.

Eigentlich wollte Marcel Nürnberg seine neue Geschäftsidee bei einem Tag der offenen Tür vorstellen, doch auch dieses Event fiel der Corona-Pandemie zum Opfer. Wer interessiert ist, dem steht der Schreiner gerne bei allen Fragen zur Verfügung, einen Einblick bietet ebenfalls die Seite www.tinyhouse-nrw.de. (cs)