Tischler-Innung Kreis Viersen sprach den Nachwuchs los

Das Tischlerhandwerk im Kreis Viersen kann sich über zehn neue Tischlergesellen und eine -gesellin freuen. Jonas Schmitz legte die beste Prüfung ab und wurde während der Lossprechung besonders geehrt. Felix Abbas gewann den Wettbewerb „Die Gute Form“.

Kreis Viersen – Wegen der Pandemie veranstaltete die Tischler-Innung bereits im zweiten Jahr hintereinander keine große Lossprechungsfeier. Obermeister Uwe Sötje sprach die neue Gesellin und die Gesellen unter freiem Himmel vor der Tischlerhalle am Berufskolleg Viersen in Dülken los.

„Respekt, Freude und Dankbarkeit erfüllen mich heute“, sagte der Obermeister in seiner Festrede: „Respekt vor der Leistung, die jeder einzelne erbracht hat, Freude an unserem Beruf und Dankbarkeit gegenüber allen, die mitgeholfen haben, dass diese Ausbildung möglich war. Ausbildung ist ein Marathonlauf und die Leistung inklusive der Gesellenprüfung kann nicht hoch genug geschätzt werden“, betönte Uwe Sötje. Zusammen mit Lehrlingswart Thomas Danners und Benedikt Diekamp, Abteilungsleiter Holztechnik am Berufskolleg, überreichte Sötje die Gesellenbriefe und erhob die bisherigen Auszubildenden in den Gesellenstand. „Die guten Prüfungsergebnisse zeigen die gute Ausbildung“, hob Karl-Heinz Greverath, Leiter des Berufskollegs Viersen, hervor.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Jahresbester ist Jonas Schmitz. Der 22-jährige Niederkrüchtener hatte sich nach dem Abitur für eine Ausbildung zum Tischler entschieden und in der Mönchengladbacher Schreinerei Lars Gerhoff seinen Ausbildungsplatz gefunden. „Schon als Kind habe ich viel gebastelt. Die Vielfalt von Holz, die Bearbeitungsmöglichkeiten und die Tatsache, dass es sich um einen nachwachsenden Rohstoff handelt – all das hat den Tischler zu meinem Traumberuf gemacht“, sagt Jonas Schmitz.

Er wurde von seinem Ausbildungsbetrieb übernommen und möchte nun zuerst als Geselle Berufserfahrung sammeln. Danach kann er sich gut vorstellen, sich zum Meister oder Techniker zu qualifizieren. Das zweitbeste Ergebnis erzielte Felix Loy von der Möbelschreinerei Hegholz aus Nettetal. Ihm folgte Noah Thees, ausgebildet in der LVR-Klinik Viersen.

Die Gewinner des Wettbewerbes „Die Gute Form“ v. l. Jonas Schmitz, Felix Abbas und Noah Thees – Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Felix Abbas siegte beim Wettbewerb „Die Gute Form“, bei dem die Gesellenstücke von einer Jury vor allem nach ihrem Design bewertet werden. Der 21-jährige Krefelder, der die Ausbildung im Nettetaler Unternehmen Anton Thelen absolvierte, hatte als Gesellenstück ein Lowboard in Eiche mit Rost-Effektlack und Epoxidharz geschaffen. Unter dem Namen „Broken Oak“ baute er einen Korpus in Eiche, dessen ungewöhnliches Element das Fußgestell ist. Zerbrochene Eiche und Epoxidharz tragen den mit einer dezenten Innenbeleuchtung ausgestatteten Körper.

„Ursprünglich wollte ich Architektur studieren, aber ich habe mich nach dem Abitur für die Tischlerausbildung entschieden, bei der man nicht minder kreativ sein kann, wie mir ein Praktikum während der Schulzeit gezeigt hat“, sagt Felix Abbas. Nun möchte er in absehbarer Zeit seinen Meister machen. Den zweiten Platz belegte Noah Thees mit seinem „Transformer“. Der 20-Jährige fertigte ein Regal, das sich mit wenigen Handgriffen in einen Tisch verwandelt. Prüfungsbester Jonas Schmitz belegte den dritten Platz. Unter dem Titel „Drehwürfel“ kombinierte er die Formen Kreis und Quadrat in einem Beistelltisch. Innungsmitglied Werner Thelen lobte die herausragende Qualität sämtlicher Gesellenstücke, die allesamt fachliche und gestalterische Kompetenz gezeigt hätten.

Jahresbesten, v. l Jonas Schmitz, Felix Loy und Noa Thees – Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Das galt auch für Junggesellin Viktoria Kall, die in der Viersener Tischlerei Stappen lernte und ebenfalls übernommen wurde. Dabei hatte sie eigentlich ein ganz anderes Berufsziel: „Ich habe nach dem Abitur ein Lehramtsstudium aufgenommen. Das war mir aber alles zu theoretisch. Ich wollte praktisch arbeiten“, erzählt die 22-jährige Hinsbeckerin. Holz sei ein warmer und vielfältiger Werkstoff. „Daher fiel mein Entschluss für die Tischlerlehre. Es ist ein filigraner Beruf, bei dem man für jeden Kunden etwas Individuelles schafft, und das ist einfach schön“, sagt Viktoria Kall. Sie kann jedem Mädchen nur Mut machen, diesen Beruf zu ergreifen. In zwei Jahren will die 22-Jährige die Qualifikation als Meisterin oder Technikerin auf die Ausbildung setzen. (opm/paz)

Ein Kommentar

  1. Herzlichen Glückwunsch allen die es geschafft haben. Mein Enkel möchte auch gerne das Tischler Handwerk erlernen. Bewerbungen geschrieben aber noch nicht einmal eine Antwort erhalten. Ob es an Corona lag? Schaaade.

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