Tödliche Gefahr für Hunde: Zunehmend mehr Staupefälle

Nach dem Kreis Viersen sind mittlerweile Staupe-Viren bei toten Füchsen im Kreis Mettmann, bei Essen und in den Städten Ratingen und Haan nachgewiesen worden. Hunde können sich bei einem Spaziergang infizieren, meist verläuft die hochansteckende Krankheit tödlich.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz 

Region/Ratgeber – Bereits in diesem Jahr wurde ein mit Staupe infizierter Fuchs im Kreis Viersen gefunden, mittlerweile mehren sich die Funde in der Region, so wie gerade im Kreis Mettmann. Das Staupe-Virus ist zwar für Menschen ungefährlich, für Wildtiere wie z. B. Dachse, Waschbären, Wölfe, Frettchen, Wiese, Füchse und Hunde ist die hochansteckende Krankheit jedoch eine tödliche Gefahr. Tierärzte und Veterinärämter raten dringend zur Impfung, denn infizierten und ungeimpften Tieren kann nicht mehr geholfen werden. Zwar können Katzen das Virus aufnehmen, erkranken jedoch nicht. Die erhöhten Staupefälle seien auch auf eine gewachsene Impfmüdigkeit und einen zunehmenden Import von Hunden ohne genügenden Impfschutz zurückzuführen. 

Foto: JacLou DL

Vor der Einführung der Impfung war Staupe (canine distemper) die Virusinfektion mit den häufigsten Todesfällen und auch heute gibt es bei ungenügendem Impfschutz oder schlechtem Immunsystem nur selten eine Überlebenschance für den geliebten Vierbeiner. Das Virus führt zu einer Entzündung des Darmes, des Gehirns und der Lunge. Gefährdet sind Hunde jeden Alters, besonders häufig jedoch verweisen die Zahlen auf Erkrankungen bei jungen, ungeimpften Hunden von drei bis sechs Monaten. Ebenfalls Jagdhunde sind besonders gefährdet. Immer noch gibt es keine erfolgversprechende, spezifische Behandlung, weshalb die Erkrankung meist tödlich verläuft und selbst nach dem Überstehen der Erkrankung leiden die Vierbeiner meist an dem „Staupe-Tick“ (zentralnervösen Spätfolgen). 

Das Staupe-Virus, welches durch ein Paramyxovirus (RNA-Virus) verursacht wird, wird vor allen Dingen durch den direkten Kontakt übertragen. Sekrete und Exkrete (Ausscheidungen) infizierter Tiere, Tröpfcheninfektion oder durch das Muttertier sind die direkten Übertragungswege, seltener (jedoch möglich) ist eine indirekte Übertragung durch Hände, Schuhe, Futternäpfe. Das Krankheitsbild selbst ist variabel und zieht eine Abwehrschwäche nach sich. Erste Anzeichen sind die Erhöhung der Körpertemperatur für wenige Tage auf 40° Grad, Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit sowie Nasen- und Augenausfluss. Hiernach beginnt der Organbefall und die Symptome variieren, was von der jeweiligen Immunabwehr des erkrankten Tieres abhängt. Krämpfe, Bewusstseinsstörungen, erhöhte Aggressivität, Austrocknung oder Störungen des zentralen Nervensystems sind nur einige bekannte Krankheitsbilder. 

Die erste Impfung sollte im Alter von acht Lebenswochen erfolgen, hinzu kommt eine Grundimmunisierung vier Wochen später. Empfohlen werden weitere Impfungen im Alter von 12 sowie 16 Lebenswochen, ein Jahr später und dann eine Auffrischung alle drei Jahre. Um einen dauerhaften Impfschutz zu haben, muss die Impfung in vorgegebenen Abständen aufgefrischt werden. Gerade bei den sich ausbreitenden Staupe-Vorfällen in der Region ist die Impfung wichtiger denn je. (cs)