Tönisvorst: Kinderbetreuung – „Die Anspannung in den Familien ist da“

Kinder und Eltern sind von den Corona-Schutzmaßnahmen in besonderer Weise betroffen: Schulen geschlossen und in Kindertagesstätten gibt es nur eine Notbetreuung. „Das ist für viele Familien eine schwere Belastung. Deshalb hat die CDU-Fraktion eine Erstattung der Betreuungsbeiträge für den Monat Januar aus voller Überzeugung unterstützt“, erklärt CDU-Fraktionsvorsitzender Andreas Hamacher.

Tönisvorst – Hintergrund: Die Elternbeiträge für die Betreuung in Kitas, Kindertagespflege und dem offenen Ganztag werden für den Monat Januar erlassen. „Wie es im Februar weitergeht muss man abwarten“, so Hamacher weiter. Parallel läuft die Vergabephase der Kita-Plätze für das Anfang August beginnende nächste Kindergartenjahr. „Da herrscht verständlicherweise Anspannung in vielen Familien“, berichtet Michael Landskron, Stadtverordneter der CDU-Fraktion und Sprecher für frühkindliche Bildung. Schließlich stehen viele Fragen ungeklärt im Raum: Welche Kita wird es für den Nachwuchs? Was bedeutet es, wenn wir keinen Kita-Platz bekommen? Erhalten wir das gewünschte zeitliche Betreuungskontingent? Welchen Beitrag zahlen wir für die Betreuung unseres Kindes?

Die CDU-Fraktion hat nun eine Anfrage zum Thema auf den Weg gebracht. Sie will vor allem wissen: Wird der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung in Tönisvorst erfüllt und wenn ja, werden die Bedürfnisse der Kinder und Eltern dabei zu 100 Prozent oder nur in Kompromissform berücksichtigt? „Es macht ja schon einen Unterschied, wenn eine Familie 45 Stunden Betreuungszeit für den zweijährigen Nachwuchs haben möchte, aber nur 35 Stunden Betreuungszeitkontingent erhält“, gibt Michael Landskron ein treffendes Beispiel, wie zwar aus Behördensicht der Rechtsanspruch erfüllt wird, aber noch lange nicht die Bedürfnisse der Eltern befriedigt werden. Die Rechtslage ist eindeutig: „Ein Kind, das das erste Lebensjahr vollendet hat, hat bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres Anspruch auf frühkindliche Förderung in einer Tageseinrichtung oder in Kindertagespflege.“ So steht es im § 24 Absatz 3 des Sozialgesetzbuches VIII. Fakt ist aber auch, dass es in den letzten Jahren immer noch einen nicht gedeckten Betreuungsbedarf gab, trotz dem vorhandenen Angebot der Kindertagespflege.
Auch deshalb will die CDU erfahren, wie zufrieden die Eltern in der Apfelstadt mit dem gemachten Kinderbetreuungsangebot sind. Gibt es auch hier einen nicht gedeckten Betreuungsbedarf? Daher lädt die CDU-Fraktion für Montag, 15. Februar, 19 Uhr, zu einer Bürgersprechstunde zum Thema Kinderbetreuung ein. Begleitet wird der Dialog von den CDU-Fachleuten Angelika Feller, Kreistagsmitglied der CDU und Michael Landskron, stellv. Ausschussvorsitzer im Ausschuss für Vielfalt, Jugend, Senioren Gesundheit, Soziales und frühkindliche Bildung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Zugangslink kann der Homepage der CDU Tönisvorst entnommen werden.

Für Christdemokrat Andreas Hamacher steht fest: „Bevor wir über die Abschaffung der Kita-Beiträge reden, sollten wir darüber sprechen, ob wir den Eltern passgenaue Angebote machen, die zu ihrer Lebenssituation passen.“ Außerdem benötige die Abschaffung von Elternbeiträgen enorme Finanzressourcen und habe eine soziale Schieflage. Tatsächlich sind die Elternbeiträge nach dem Einkommen der Eltern gestaffelt: Wer wenig verdient, zahlt wenig oder gar keinen Beitrag. „Wen entlasten wir da eigentlich und welchen Effekt wird das auf die Nachfrage des ohnehin schon knappen Angebots haben?“, regt Hamacher zum Nachdenken an. (opm)