Torsten Sträter ritt auf der ausverkauften Kulturbühne durch den Irrsinn des Alltags

Es dauerte ein wenig, bis Comedy-Star Torsten Sträter am Hohen Busch seine Sonnenbrille ablegen konnte, um mit seiner ganz eigenen Mimik und ungeahnt abgründigen Gedanken sein „Best of“ in die Autos spielen zu können. Der Platz vor der Kulturbühne war ausverkauft, die Autos reihten sich dicht an dicht und das Lachen schallte von einem Fenster zum nächsten.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Viersen – Komplett ausverkauft hieß es am Freitagabend vor der Kulturbühne am Hohen Busch, wo Autor, Poetry Slammer, Talker und Comedy-Star Torsten Sträter die Highlights seines umfangreichen Programms zum Besten gab. Eindeutig Autokino-tauglich, denn Sträter wusste vom ersten Moment an seine Besucher zu begeistern und ließ nur selten eine Pause zwischen den Lachsalven zu. Immer wieder versuchte er seine Sonnenbrille abzusetzen, während die Bäume die letzten Lichtstrahlen zulassen – vergeblich und eine Situation, die er gekonnt in den Abend einbaute bis die Helligkeit schwand.

Nach eigener Einschätzung „so lyrisch wie der Bofrost-Mann“ ritt Torsten Sträter mit seinen Zuhörern durch den Irrsinn des Alltags. Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Nach eigener Einschätzung „so lyrisch wie der Bofrost-Mann“ ritt er mit seinen Zuhörern gekonnt durch den Irrsinn des Alltags. Selbstverständlich nicht ohne dunkle Beanie-Mütze, schließlich gehört diese zum festen Markenzeichen des Dortmunders, der im Ruhrgebiet mit den üblichen Parametern geboren wurde: gestrickte Pullis, samstags Daktari, danach Badewanne. Wer hätte gedacht, dass nach einer Ausbildung zum Herrenschneider und einem jahrelangen Beruf als Handyverkäufer seine Kurzgeschichten bei Petry Slams so gut ankamen, dass er heute aus der Comedy-Szene nicht mehr wegzudenken ist. Mehrfach gewann er neben zahlreichen regionalen Meisterschafen den Landeswettbewerb NRW Slam, schrieb für das Satiremagazin Pardon und sogar humoristische Kolumnen für den Kicker, hat zudem den Sprung auf die „Mattscheibe“ geschafft.

Komplett ausverkauft hieß es am Freitagabend vor der Kulturbühne am Hohen Busch. Foto: Rheinischer Spiegel

„Ich bin jetzt Anfang 50, fühle mich aber gut. Ich darf die Republik bereisen, Geschichten erzählen, lästern, vorlesen. Bin genau im richtigen Alter. War ich aber schon immer“, so Sträter, der Besucher aus der ganzen Region zum Hohen Busch gelockt hatte. Die Corona-Pandemie war an diesem Abend vergessen – Sträters unschlagbar lakonischer Humor machte es möglich. (ea)