Totengedenken am Volkstrauertag in Geistenbeck

Ein ökumenischer Gottesdienst, der mit den Pfarrern Johannes van der Vorst, Heilig Geist Geistenbeck und Dr. Dr. Beroald Thomassen von der evangelischen Gemeinde feierlich begangen wurde, leitete die Totengedenkfeier am Volkstrauertag in Geistenbeck ein.

Mönchengladbach – Eingeladen hatte der Bürgerverein Geistenbeck traditionell alle Bürger aus dem Ortsteil Geistenbeck und Umgebung. Pfarrer van der Vorst griff in seiner Begrüßung das Thema des Gottesdienstes „Der barmherzige Samariter“ auf: „Natürlich rühren uns die Schicksale und die täglichen Bilder in den Nachrichten; aber helfen wir auch? Wollen wir überhaupt helfen? Warum ich?“.

Auch Pfarrer Dr. Dr. Thomassen schlug eindrucksvoll den Bogen vom Samariter zu aktuellen, bedrückenden Ereignissen, sodass die Barmherzigkeit des Samariters richtungsweisend sein sollte. Und alle Kirchenbesucher erhielten am Ausgang ein Pflaster, damit keiner vergisst und jeder erinnert wird, wie wichtig es ist zu helfen.

Unmittelbar im Anschluss an den Gottesdienst hieß Michael Schmitz, der Vorsitzende des Bürgervereins, die Kirchenbesucher zur Totengedenkfeier willkommen. In seiner Ansprache erinnerte Landtagsabgeordneter Frank Boss an die immer noch stattfindenden weltweiten Konflikte und die vielen Millionen Menschen auf der Flucht. „Wir dürfen“, führte er aus, „die Verantwortung nicht in die Hände der Anderen legen . . . und denen die ganze Schuld zuweisen. Das wäre zu einfach und zu billig, Jeder ist hier gefragt“.

Dass die Geschichte des Samariters für die heutige Zeit aktuell ist, zeigt sich an den Aktivitäten der „Ärzte ohne Grenzen“. Diese Ärzteteams behandeln in mehr als 70 Ländern jährlich 10 Millionen Menschen, die vor Krieg, Terror, Gewalt oder Naturkatastrophen fliehen müssen. Ein weiteres Beispiel ist die „Aktion Medeor“, die Medikamente und medizinische Geräte in Not- und Katastrophengebiete liefert. Die Beispiele zeigen: Viele sind aktiv. Aber es werden alle gebraucht. Und dabei kann die Hilfe im Kleinen, beispielsweise beim kranken Nachbarn, anfangen. Jeder kann helfen, ob mit Geld oder mit Zeit. Daran soll das Pflaster, das ausgegeben wird, erinnern.

Wladimir Raskin

Die Gedenkfeier wurde musikalisch begleitet vom Gospel Chor Spiritual Sound Wawes unter Leitung von Georg Foitzik. Die St. Josef Schützenbruderschaft und die freiwillige Feuerwehr Rheydt boten in ihren prächtigen Uniformen einen festlichen Rahmen.

Unter den Klängen von Trompeter Wladimir Raskin zogen die Veranstaltungsteilnehmer aus der Kirche Heilig Geist aus. Am Ehrenmal wurden die Kränze niedergelegt.  (Text und 2 Fotos: Bürgerverein)