Stark für ein gemeinsames Ziel: Tourismus am Niederrhein

Die IHK hatte am Donnerstag eingeladen zu einer Veranstaltung rund um den Tourismus am Niederrhein. Vorgestellt wurden sowohl Konzepte, wie auch Perspektiven für mehr Übernachtungen und Wirtschaftswachstum.

Tourismus am Niederrhein StudieMönchengladbach – Nach der Einleitung durch den Geschäftsführer der IHK, Andree Haack, ging Prof. Eisenstein (Direktor des Instituts für Management und Tourismus der FH Westküste) die Kriterien für einen erfolgreichen Tourismus durch. Anschaulich präsentierte er die Anforderungen an sowohl die Hotels und Gaststätten, wie auch Anbieter von Freizeitangeboten und die gemeinsame Vermarktung einer Region. Auf jeden Fall ist im Wettbewerb mit anderen Gebieten eine hohe Qualität nötig. Hotels und Restaurants müssen ebenso gute Leistungen liefern, wie auch die Verantwortlichen im Marketing und Städte sowie Kreise. Wer hier nicht investiert und zuverlässig gute Qualität schafft, verliert die Touristen. Dabei können auch Ärgernisse in nur einem Bereich negative Auswirkungen auf das Gesamtbild haben. Sprich, gute Hotels reichen nicht, wenn die Restaurants mittelmäßig arbeiten würden. Oder die beste Tourismusförderung nutzt nichts bei mäßigen Hotels. Wenn Städte bei Wirtschaftsförderung und Touristeninformation schlafen, schlägt dies wiederum auf Hotels und Gaststätten durch. Qualität und Anstrengung aller Beteiligten sind enorm wichtig.

Insgesamt hat der Niederrhein in Umfragen ein positives Image. Es liegt jetzt an den Verantwortlichen, daraus eine funktionierende Vermarktung zu erstellen. Dafür braucht man die richtigen Leute, die passenden Budgets und auch den politischen Willen. Dabei müssen die teilnehmenden Landkreise eine gegenseitige Unterstützung leisten. Wichtig ist erst einmal, die Besucher in die Region zu bekommen. Ob daraus ein Einkauf beispielsweise in Viersen oder Mönchengladbach wird, ist zunächst zweitrangig. Über die gesamte Laufzeit gleichen sich die Besuche und Käufe aus.

Problematisch ist zurzeit, dass die Übernachtungszahlen wachsen aber relativ wenige Besucher schnell noch einmal kommen. Auch die Übernachtungszeit ist noch recht kurz im Vergleich zu typischen Ferienregionen. Hier sind alle Beteiligten gefragt, mit Qualität und guten Freizeitangeboten Anreize zu liefern. Die engagierte Chefin der Niederrhein Tourismus GmbH, Monika Baumgärtner, steht jedenfalls bereit.

Der Niederrhein hat deutschlandweit ein gutes Image. Das gilt es, mit passenden Angeboten zu nutzen und auszubauen.

Die Eifel war ein Paradebeispiel, wie Tourismus und Wirtschaftsförderung Hand in Hand gehen. Und das, obwohl sich Region über zwei Bundesländer erstreckt sowie mit entsprechend aufwändiger Verwaltung zu kämpfen hat. Es geht hier nicht mehr nur um Übernachtungszahlen für Hotels, Umsätze in Gaststätten oder den Einkaufsbummel der Besucher. Die Eifel vermarktet sich gleichzeitig als Urlaubsregion, als attraktiver Standort für Unternehmen und präsentiert obendrein typische Produkte der Region. Getreu dem Motto: Wer hier gerne Urlaub macht, kann auch hier leben und hochwertige Lebensmittel haben wir ebenfalls. Damit wird das positive Image bestmöglich genutzt. An sich logisch: Wer eine attraktive Region kennen lernt, kann durchaus einen Umzug oder Unternehmensansiedlung in Betracht ziehen, wenn gute Verkehrswege, ein angenehmes Leben und obendrein eine schöne Versorgung mit typischen Produkten der Region bekannt wird. Ganz nebenbei bekommen die Unternehmen auch eine gute Präsentation. Ziel ist es, die Eifel als Marke für Qualität und sympathisch bekannt zu machen – vom Ferienhotel über den Mittelständler bis zur Wurstpackung in Supermärkten. Pfiffig. Das nutzt gut Synergien und ist effizient. Zudem kann man die Werbearbeit sinnvoll organisieren, mit einer klaren Aufgabenteilung, die sich passend ergänzt.

Unter den Teilnehmern der Veranstaltung waren neben Tourismusverantwortlichen auch diverse Bürgermeister. Sie informierten sich aus erster Hand über die Chancen beim Fremdenverkehr sowie moderne Konzepte einer gesamtheitlichen Standortvermarktung. Genau wie bei einer Veranstaltung des Niederrheintourismus im Sommer, fehlte die Viersener Bürgermeisterin Anemüller. Sie war diesmal wohl bei einer Redaktionspräsentation der Rheinischen Post. (gg)