Trauer um früheren Oberkreisdirektor: Rudolf H. Müller verstirbt im Alter von 92 Jahren

Am 14. Oktober 2017 ist der frühere Oberkreisdirektor des Kreises Viersen, Rudolf H. Müller im Alter von 92 Jahren verstorben.

Kreis Viersen – „Der Kreis trauert um eine starke Persönlichkeit“, reagierte Landrat Dr. Andreas Coenen auf die Nachricht vom Tod Müllers. „Er hat die Kreisverwaltung mit Pflichtbewusstsein, Schaffenskraft und Energie geführt. Den Kreis Viersen und den Niederrhein hat er nachhaltig gestaltet. Ich habe ihn sehr geschätzt. Auch nach seiner Pensionierung lag ihm der Kreis sehr am Herzen.“ Weggefährten loben sein vielseitiges Interesse über alle Ressortgrenzen hinaus. „Auf sehr vielen Gebieten verfügte er über profunde Kenntnisse. Müller war belesen, klug und stand Neuem stets aufgeschlossen gegenüber“, erinnert sich der frühere Schul- und Kulturdezernent, Prof. Dr. Leo Peters. „Was er von anderen erwartete, erwartete er zunächst von sich selbst. Gleichzeitig habe ich ihn als humorvollen und religiösen Menschen erlebt.“ Müller war 1960 als damals jüngster Oberkreisdirektor in NRW Verwaltungschef des Kreises Kempen-Krefeld geworden. Er hatte sich in seiner Amtszeit von 24 Jahren große Verdienste um den Kreis Viersen erworben. Müller baute eine Vielzahl kultureller Einrichtungen auf oder aus, die größtenteils noch heute eine hohe Bedeutung für den Kreis haben: Archiv, Niederrheinisches Freilichtmuseum, Kreismusikschule und Weiterbildungskolleg Linker Niederrhein (früher: Abendgymnasium). Darüber hinaus kümmerte er sich um den Straßenbau baute die Wirtschaftsförderungsgesellschaft auf und hatte auch über den Kreis hinaus viele wichtige neben- und ehrenamtliche Funktionen.

Rudolf H. Müller gründete 1965 den Naturpark Schwalm-Nette, dessen Verbandsvorsteher er bis 1984 blieb. Er war auch Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Sparkasse Krefeld/Kreis Viersen, und baute – ebenfalls als Verbandsvorsteher – das größte Rechenzentrum in kommunaler Trägerschaft in NRW, das Kommunale Rechenzentrum Niederrhein, zu einer leistungsfähigen Computerzentrale aus.

Rudolf H. Müller war ein überzeugter Befürworter der kommunalen Neugliederung in NRW. Ihm war es ein Anliegen, aus den 25 Städten und Gemeinden den heutigen Kreis Viersen mit seinen fünf Städten und vier Gemeinden zu formen. Er hielt in diesem Prozess auch starkem Gegenwind stand, weil er der festen Überzeugung war, dass die Neugliederung zur Zukunftssicherung des früheren Kreises Kempen-Krefeld beiträgt. Nach seiner Pensionierung hat der Oberkreisdirektor sich noch vielfältig engagiert. So war er von 1970 bis 1995 Vorsitzender des Jugendherbergswerks Rheinland. Müller hat mit seiner Frau Marianne bis zu seinem Tod in Kempen gewohnt. Er hinterlässt neben seiner Frau sechs Kinder und viele Enkelkinder.

Foto: Kreis Viersen