Traumberuf Ärztin: Voller Einsatz für Patienten im AKH Viersen

„Ich werde hier super unterstützt, aber manche Erfahrungen in der Medizin sind einfach hart“, sagt die Medizinstudentin im Praktischen Jahr (PJ) Verena Bormann.

Viersen – Seit Herbst 2017 ist das Allgemeine Krankenhaus (AKH) Viersen Lehrkrankenhaus der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Seitdem lernen und arbeiten Medizinstudenten im AKH. Mit zu den ersten gehört die 26-jährige aus Düsseldorf, die sich nun auf ihr drittes Staatsexamen vorbereitet. Aktuell werden sieben PJler im AKH ausgebildet – Tendenz steigend.

„Ich habe von den Ärzten und vor allem von Prof. von Beckerath viel zurückbekommen“, sagt die aus Odenthal (bei Leverkusen) stammende Bormann. Prof. Dr. Nicolas von Beckerath, Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Angiologie, koordiniert die Ausbildung der Studenten im PJ im AKH. Bormann verdiente sich den Zuspruch mit viel Ehrgeiz und Engagement – weit über die üblichen Arbeitsaufgaben hinaus. Während ihrer vier Monate in der Klinik für Kardiologie und Angiologie begann sie ihren Arbeitstag häufig eine Stunde vor dem offiziellen Beginn. Ihr Ziel: Möglichst viele praktische Erfahrungen mit Patienten zu sammeln.

Verena Bormann und Max Novak, Medizinstudenten im Praktischen Jahr, prüfen in der Radiologie und Neuroradiologie des AKH Viersen eine CT-Aufnahme. Foto: Carsten Preis

Den Berufswunsch, Ärztin zu werden, löste vor allem ein Todesfall im engen Familienkreis aus. Als Jugendliche kam sie früh mit den Grenzen der Schulmedizin in Kontakt und sah sich hilflos. Im Nachhinein machte Bormann das wütend: „Chronische Krankheiten sind frustrierend und führen oft zu einem Vertrauensverlust in die klassische Schulmedizin.“ Heute glaubt sie, dass diese das Leben des Verwandten hätte verlängern können.

Inzwischen hat sie auch umfangreiche Erfahrungen in der Klinik für Viszeral- und Allgemeinchirurgie sowie in der Anästhesie und der Intensivmedizin am AKH gesammelt. Teilnahme an Visiten, an interdisziplinären Besprechungen, Mitfahrten bei Notarzteinsätzen, Mitarbeit im OP – das Lernen und Arbeiten im PJ ist vielfältig. Nicht jede Erfahrung sei jedoch schön. Bei ihrem ersten Tag im Notfalleinsatzfahrzeug ging der Einsatz zu Senioren. Der Mann war ohnmächtig, hatte keinen Puls. Seine Frau war aufgelöst vor Sorge. „Mein erster Impuls war, die Frau zu beruhigen, aber dafür hat ein Notfallmediziner keine Zeit. Der Fokus liegt auf der körperlichen Erstversorgung des Patienten. Diese Erfahrung war hart“, erinnert sich Bormann.

An ihrer Entscheidung, Ärztin zu werden, ändern solche Erfahrungen nichts. „Es macht trotzdem unheimlich Spaß“, so die 26-Jährige, „auch weil wir im AKH schon früh eigenverantwortlich arbeiten dürfen.“
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Innere Medizin – wohin die berufliche Reise geht, ist noch offen. Klar ist, sie möchte promovieren und die nächsten Jahre auf jeden Fall in einem Krankenhaus arbeiten – möglicherweise im AKH Viersen.