Trick or Treat – Halloween House Viersen feiert schaurig-schönes Jubiläum

Bereits seit Mitte Oktober gruselt es ein wenig, wenn der Spaziergang über die Neuwerker Straße führt. Dort nämlich wurde pünktlich zum Monatsende aus einem liebevoll renovierten Bauernhaus wieder das Halloween House Viersen, welches in diesem Jahr mittlerweile zum 10. Mal kleine und große Fans des irischen Brauchtums anzieht.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen – Dreizehn Jahre lang lebte Anja Tschuschke (55) in den USA, bevor sie mit ihrem Mann Dirk (53) gemeinsam vor etwas mehr als zehn Jahren das weiß-braune Bauernhaus von 1780 an der Neuwerker Straße in Viersen kaufte und sich dort mit viel Liebe zum Detail ein Zuhause schuf. Liebe zum Detail, welche das Ehepaar auch bei ihrem schaurig-schönen Hobby auslebt, denn das ursprünglich irische Volksbrauchtum am Abend des 31. Oktober hat Anja Tschuschke aus der Halloween-Hochburg mit an den Niederrhein gebracht. „Schon als Kind war ich auf der Kirmes immer zuerst auf der Geisterbahn“, lächelt Anja Tschuschke. „Ich fand schon immer alles interessant was mit Grusel zu tun hatte.“

„Ich habe dann gesagt: So, jetzt feiern wir Halloween“, so die 55-Jährige. „Ich liebe es, wenn die Kinder verkleidet kommen.“ Foto: Rheinischer Spiegel

In einer Mietwohnung allerdings war es schwierig alles so zu gestalten, wie es heute ist, umso mehr bietet das eigene Heim nun den Platz. „Ich habe dann gesagt: So, jetzt feiern wir Halloween“, so die 55-Jährige. „Ich liebe es, wenn die Kinder verkleidet kommen.“ Auch wenn das Fest im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Situation ausfallen musste, in diesem Jahr wurden die gespenstischen Kostüme und Figuren wieder ausgepackt, damit „All Hallows‘ Eve“ gebührend begangen werden kann. Im Vorhof entsteht eine schauerliche Höllenlandschaft, in der sich Besucher gerne fotografieren lassen oder einige Minuten verbringen.

Erschreckt wird hier niemand. „Wenn kleine Kinder kommen, dann versuche ich einen Fächer vor mein Gesicht zu halten“, denn der Grusel-Fan hat sich für dieses Jahr ein besonders schauerliches Outfit herausgesucht, während ihr Mann auf Steampunk setzt. Einige Hundert Euro investiert das Ehepaar in jedem Jahr für Kostüme, Leinwand, Nebelmaschine, Kürbiskopf und zahlreiche kleine unheimliche Details … und natürlich bekommt jedes Kind etwas Süßes, so, wie es Brauch ist. Die meisten der schaurigen Stücke kommen aus den USA und England, was durch den Brexit nun schwieriger wird.

Im Vorhof entsteht eine schauerliche Höllenlandschaft, in der sich Besucher gerne fotografieren lassen oder einige Minuten verbringen. Foto: Rheinischer Spiegel

„Ich bereite immer kleine Tüten vor“, sagt Anja Tschuschke, die in den vergangenen Jahren bis zu 148 verkleidete kleine Gäste an einem Abend begrüßen konnte. „An diesem Tag hatte ich selber Angst, dass wir nicht genug Tüten vorbereitet haben. Üblicherweise kommen zwischen achtzig und hundert Kinder.“ Wer möchte kann sich im Hof gruseln lassen, zahlreiche Fotos wandern danach in die Erinnerungsalben.

Der Horror-Spaß startet aufgrund der Zeitumstellung in diesem Jahr um 18.30 Uhr mit offenem Ende oder natürlich, wenn die süßen Tüten vergeben sind. Auch hier sind die Coronavorgaben einzuhalten, weshalb Desinfektionsmittel bereit steht und die Abstände eingehalten werden müssen. Anja Tschuschke überlegt aktuell noch eine verlängerte Hand zu basteln, damit die kleinen Gespenster ihre Süßigkeiten mit der passenden Distanz in Empfang nehmen können.

Zwischen Freddy Krueger, einem Kunststoffgehirn oder dem mordenden Clown Pennywise mit seinem bekannten roten Ballon werden in diesem Jahr zudem einige bunte Lichterketten ihren Platz finden. „Ich habe mich über die Regenbogen-Diskussion während der Fußballeuropameisterschaft geärgert und möchte, in unserem Rahmen, ein klares Zeichen setzen“, so der Halloween-Fan. „Meine Monster sind nicht gegen Homosexuelle.“ (nb)

Der Horror-Spaß startet aufgrund der Zeitumstellung in diesem Jahr um 18.30 Uhr mit offenem Ende oder natürlich, wenn die süßen Tüten vergeben sind. Foto: Rheinischer Spiegel