Trikeri besticht mit malerischen Gassen und gelebten Traditionen

Fischer, Schwammtaucher, kulinarische Köstlichkeiten – der Hafen Agia Kyriaki des Pilion-Bergdorfes Trikeri vereint vielfältig die Schönheiten Griechenlands.
Von RS-Redakteurin Sofia Papadopoulou

Griechenland/Pilion – Der Weg über den Pilion schlängelt sich vorbei an grünen Olivenbäumen und leuchtend blauem Wasser bis hin zum historischen Küstendorf Trikeri. Fast ein Inselstaat, der sich seine Traditionen erhalten hat. Entstanden ist das Dorf auf dem Festland um 1750 und die Einwohner gehörten zu den ersten, die sich 1821 dem Aufstand gegen die Türken anschlossen.

Foto: Rheinischer Spiegel

Die meisten Bewohner sind heute noch Fischer und stechen von dem weit unter dem griechischen Dorf liegenden Hafen in See. Agia Kyriaki wird die kleine Aneinanderreihung von Häusern genannt, die malerisch gelegen mit verschiedenen Tavernen noch immer zu den Geheimtipps der Region zählt.

Ob nun oben auf dem höchsten Punkt des antiken Kaps Aianteion oder im Hafen, die Einwohner haben sich ihre Traditionen erhalten. An den Feiertagen ziehen die Frauen durch die engen Gassen mit ihren goldbestickten Trachten zu einem Treffen mit ihren, manchmal erst baldigen, Männern, die, in althergebrachter Weise, die angeblich besten Schwämme der ganzen Region dem Meer abgerungen haben Während der Osterwoche zieht es Einheimische aus der ganzen Region zu den Feierlichkeiten auf dem Dorfplatz, die an jedem Nachmittag stattfinden. Tanz und Gesang lassen die traditionellen Meereslieder erschallen – bis das Fest in den Karfreitag und Ostersonntag gipfelt. Ebenfalls zu den Highlights gehört das Fischerfest an drei Abenden in Juni, an welchem die Fischer und Schwammtaucher im Hafen ihre klingenden Stimmen auf das Meer schallen lassen.

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Zu den Sehenswürdigkeiten zählt neben den Kirchen Agios Athanassios sowie der Heiligen Dreifaltigkeitskirche (Agia Trias), in welcher der Thron von Napoleon seinen Platz fand und die mit prächtigen Ikonenwänden ausgeschmückt wurde, die vorgelagerte Insel Palaio Trikeri. Autos dürfen das Eiland mit den nicht einmal sechzig Einwohnern nicht erkunden, selbst die Müllabfuhr wird durch Mulis gesichert. Dafür lockt die Insel mit ruhigen Sandstränden und dem gastfreundlichen Marienkloster – wo am 9. und 10. September mit einem Fest der wundertätigen Marienikone gedacht wird. Paleo Trikeri ist für die Orthodoxe Kirche von Griechenland ein geheiligter Ort. Der Sage nach sollen hier einst sogar die Argonauten angelegt haben.

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Nach dem griechischen Bürgerkrieg diente die Insel als Lager für Frauen, die selbst oder deren Familien in der linken Volksfront aktiv waren. Noch heute sind die Spuren der rund 5.000, unter schwierigsten Bedingungen, inhaftierten Frauen und Kinder sichtbar – bis die weiblichen Häftlinge verlegt wurden, weil sie durch Leuchtzeichen stetig im Kontakt mit den Bewohnern auf dem Pilion standen.

Im Sommer verbindet eine Fähre das Festland (Alogoporos) und die Insel (Agios Ioannis). Nordwestlich der Insel liegen die drei unbewohnten und kleineren Inseln Pythou, Strongyli und Psathou. (sp)

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