Trinken für den guten Zweck

Seit vielen Jahren richtet die kleinste Karnevalsgesellschaft „Kinner Jloevet“ von Mönchengladbach zusammen mit der Band „Echt Lekker“ eine Benefiz-Veranstaltung aus. Diese findet immer bei den Eheleuten Rolf und Martina Zingsem im „Alt Eicken“ statt.

Mönchengladbach – Alle Künstler dieses Abends verzichten auf ihre Gage und auch auf die Erstattung evtl. Reisekosten. Auch das Wirte-Ehepaar Zingsem zweigt 0,20 Euro pro verkaufter Wertmarke ab. Der Reinerlös geht immer an die Elternakademie Mönchengladbach. Sie will Eltern wichtige Informationen zur Vermeidung von Unfällen und zum Eingreifen im Ernstfall geben. Selbstverständlich lassen der 1. Vorsitzende Ralph Köllges mit seiner Gattin Barbara und der Schatzmeister Hartmut Skreba es sich nicht nehmen, an diesem Termin teilzunehmen.

Bevor die Party so richtig los ging, zogen Ralf Kremer (li. Kinner Jloevet) und Norbert Beckers (re. Echt Lekker) als 2-Mann-Polonaise durch den proppenvollen Saal und nannten Mark „Stocki“ Stockums für den guten Ton, Mario Krienen für die Beschwerden, Fotos von Kätzchen und wer nicht fotografiert werden wollte, konnte sich am Eingang einen roten Punkt abholen und sich diesen auf die Nase kleben.

Die Fanfaren-Trompeten der EKG Schöpp op machten den Anfang des Programms mit einem großen Repertoire von bekannten Kölner Bands. Für sie war es schon ein harter Tag, da die Veranstaltung immer am Karnevalssonntag stattfindet. Aber sie sind immer da, wenn man sie braucht.

Ein großes Kompliment war es, dass das Prinzenpaar Dirk und Martina an diesem Abend zu der Veranstaltung gekommen war. Im Schlepptau hatten sie ihren Hofstaat und Gert Kartheuser, den 1. Vorsitzenden des Mönchengladbach Karnevalsverbandes.

Prinz Dirk begann seine Begrüßung mit den Worten: es gibt Veranstaltungen die liebt man oder liebt man nicht. Aber hier im Saal herrscht richtige Stimmung und er bedankte sich für den tollen Empfang. Er gratulierte der kleinsten KG für das, was sie hier auf die Beine gestellt haben. Auch stellte er fest, dass man in jedem Festheft einer KG einen Mitgliedsantrag finde, das aber bei Kinner Jloevt nicht möglich ist. Weiter war er begeistert, dass alle Künstler ohne Gage für einen guten Zweck auftreten.

Als Martina gefragt wurde, was sie zu den Worten des Prinzen zu sagen hätte, antwortete sie, ich habe nicht zugehört, ich war mit Kurt (Kassierer von Kinner Jloevet) beschäftigt. Für das Prinzenpaar war es die letzte Innenveranstaltung und sie war stolz, dass der Saal so gut gefüllt war.

Weil das Prinzenpaar die Band Echt Lekker ins Herz geschlossen hatte, baten sie alle Mitglieder, ob auf oder hinter der Bühne, nach vorne, um den Prinzenpaarorden in Empfang zu nehmen.

Gert Kartheuser sprach vom schönsten Wohnzimmer in Eicken und dass er gerne hierher kommen und es nicht als Pflicht ansehe. Zum Prinzenpaar gewandt meinte er, seine 1. Amtszeit sei bald vorbei und die von den beiden leider ebenfalls. Bezüglich des Veilchendienstages dachte er optimistisch, denn Dienstag wir das Wetter gut und es wird in jedem Fall gezogen.

Ohne ihr Prinzenpaarlied kamen Dirk und Martina nicht von der Bühne und die Gäste im Saal verlangten nach einer Zugabe. Normalerweise ist das das Lied „Kleine Mädchen müssen früher schlafen gehen“, aber seit Altweiber hatte sich das Prinzenpaar für „Cordula grün“ entschieden, welches kräftig mitgesungen wurde.

Weiter ging es mit H.P.Johnen, der über eine halbe Stunde Lieder von Rock bis zum Schmuselied vortrug. Weiter erfreute er die Gäste mit seinem Trompetensolo.

Kokolores ist der Name einer Düsseldorfer Band, die seit 2017 die Bühnen stürmt. Auch sie traten an diesem Abend unentgeltlich auf. Ihr Name steht für Spaß, Spielfreude und dass sich selbst nicht alle zu ernst nehmen. Im letzten Jahr schrieben sie das Mottolied für den Düsseldorfer Karneval.

 

 

Iris Criens, die im letzten Jahr zusammen mit ihrem Bruder das Mottolied von Gladbach gesungen hatte, trat hier als Solistin auf und war allen im Saal natürlich bekannt. Zur Bereicherung ihrer Lieder holte sie sich kostümierte Besucher aus dem Saal, die sie mit tänzerischen Bewegungen unterstützten.

Dann bat Ralf Kremer den Kommandanten der Ehrenfunkengarde von Kinner Jloevet auf die Bühne und bat ihn, mit einem Eimer noch einmal durch die Reihen zu gehen, um für die Elternakademie zu sammeln. Er bat die Anwesenden mit Kleingeld vorsichtig zu sein, da Kurt (ein extrem Leichtgewicht, daher auch „Knökske“ genannt) das Geld nach Hause bringen musste. Bei dieser Sammelaktion kam noch ein stattlicher Betrag von 563,– Euro zusammen. An Verena Gauls, die Karnevalsprinzessin des Vorjahres, überreichte Ralf Kremer noch ein Geschenk, welches sie im Haushalt zur Essenszubereitung gut gebrauchen könnte.

 

 

 

 

 

 

Die Garderottis trugen einen großen Teil ihres Repertoires vor und auch die Eff Tee-Band von Schöpp op, die für eine andere, leider verhinderte Band einsprang, zeigte, was in ihnen steckt.

Das Lebensmotto des sympathischen Entertainers Peter Boom, gebürtig aus Holland, ist: Einen Tag nicht gelacht zu haben, ist einen Tag nicht gelebt zu haben! An dieses Lebens- und Glücksgefühl lässt der Senior sein Publikum teilhaben. Wenn der 70jährige, sympathische, junggebliebene Entertainer Titel wie „Tulpen aus Amsterdam“ oder auch „Dat is Nederland“ in seiner Art vorträgt, ist das Publikum nicht mehr zu halten und alle singen mit. Peter Boom ist ein Künstler, der es versteht, sein Publikum mit auf die Reise zu nehmen.

 

Den Schlusspunkt dieses wunderbaren Abends war dann die Band Echt Lekker. Mit ihren Liedern heizten sie noch einmal so richtig die anwesenden Gäste ein.    (Text: Marlene Katz)