Über 20 Prozent der Arbeitslosen im Kreis Viersen rutscht bei Arbeitslosigkeit direkt in Hartz IV

Der DGB im Kreis Viersen mahnt für die Zeit nach der Bundestagswahl Reformen am Arbeitsmarkt an. „Ein höherer Mindestlohn und ein verbesserter Schutz bei Arbeitslosigkeit gehören für uns dringend in jeden neuen Koalitionsvertrag“, so der Vorsitzende des DGB-Kreisverbandes Viersen, Klaus Neufledt.

Kreis Viersen – Konkret fordert der DGB einen verbesserten Versicherungsschutz bei Arbeitslosigkeit. „Nicht das ungeliebte Hartz-IV-System sondern die Arbeitslosenversicherung muss wieder der Standard werden, der das Risiko bei Arbeitslosigkeit im Regelfall absichert“, fordert Neufeldt. „Dazu müssen mehr Arbeitslose einen Anspruch auf Arbeitslosengeld erhalten und das Geld wenn nötig auch länger gezahlt werden, insbesondere an langjährig Beschäftigte.“

Wie löchrig der soziale Schutz für Arbeitslose ist, zeigten die aktuellen Daten für den Kreis Viersen der Agentur für Arbeit. 659 Personen mussten sich im August neu arbeitslos melden. Davon hatten 133 oder 20,2 Prozent keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld und sind direkt im Hartz-IV-System gelandet.

Aber auch für diejenigen, die Arbeitslosengeld erhalten, ist der Schutz vielfach unzureichend, weil die Unterstützung nicht lange genug gewährt wird. So läuft im Kreis Viersen innerhalb eines Jahres bei 1.381 Arbeitslosen der Anspruch auf Arbeitslosengeld aus, bevor ein neuer Arbeitsplatz gefunden oder die Betroffenen in Altersrente wechseln. Das sind 21 Prozent aller Fälle, bei denen der Arbeitslosengeldbezug endet.

Gerade die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig eine verlässliche soziale Absicherung in Krisenzeiten für die Menschen ist. „Das geht am besten mit einer gestärkten Arbeitslosenversicherung, mit klaren, verbrieften Leistungsansprüchen, guten Förderangeboten und ohne abschreckende Bedürftigkeitsprüfung“, so Neufeldt abschließend. (paz)

Foto: wir_sind_klein/Pixabay

Ein Kommentar

  1. HARTZ 4, eine von vielen Untaten, die durch einer unserer Regierungen begangen wurde.

    Da wurde einem, kriminellen, korrupten Steuerbetrüger erlaubt, den Bürgen vorzuschreiben, mit wie wenig Geld sie ihr Dasein zu bestreiten haben und unter welchen harschen Bedingungen sie dieses „Taschengeld“ sie erhalten dürfen.

    Dieser Untat folgten noch viele weitere zu Lasten der „Unterschicht“, nach H.P. Hartz der „undankbaren und faulen niederen Bürgerschaft“

    „Eine Untat kann nur vertuscht werden, wenn eine weitere Untat folgt“, genau in diesem Sinne wurde die Agenda 2010 geschaffen und bis heute ausgearbeitet.

    Wir danken SPD & CDU/CSU

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