Umzug im Sommer – Sanierung Anne-Frank-Gesamtschule steht kurz vor der Fertigstellung

Vor drei Jahren mussten die Schüler der Anne-Frank-Gesamtschule an der Lindenstraße kurzfristig umziehen, nachdem bekannt wurde, dass die Standfestigkeit der Tragkonstruktion auf Dauer nicht gewährleistet werden konnte. Es bestand dringender Handlungsbedarf. Nun steht die Sanierung kurz vor der Fertigstellung und die rund 600 Schüler dürfen zurück in die „alten, neuen“ Klassenräume.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen – Nachdem bei einer Prüfung im Jahre 2017 festgestellt wurde, dass die Stützen und Riegel des Betontragwerks der Anne-Frank-Gesamtschule in einem enormen Ausmaß verwittert sind und eine Betonsanierung erforderlich wurde, wurde die Mittel- und Oberstufe ausquartiert. „Die Standfestigkeit der Tragkonstruktion ist auf Dauer nicht gewährleistet, es besteht kurzfristiger Handlungsbedarf“, hallte es in den Ohren vieler Eltern, Schüler und Lehrer. Ein Prüfergebnis, welches die Stadt Viersen erstmalig zu solch einem großen Ausmaß von Umzug zwang.

Foto: Rheinischer Spiegel/Dietmar Thelen

In der ersten Ratssitzung nach den Sommerferien beschloss die Politik die Einrichtung eines Ausweichquartiers am Schulstandort der ehemaligen Hauptschule Süd und der ehemaligen Albert-Schweitzer-Grundschule am Pestalozziweg sowie den Bau von Containeranlagen. 627 Schüler waren von dem Umzug betroffen, wurden ab Februar 2018 am Ausweichstandort unterrichtet, während alleine für die Betonsanierung in einem Rahmen von 6 bis 10 Monaten geplant wurde. Nun soll in diesem Sommer das Ende der bisher scheinbar unendlichen Geschichte geschrieben werden, denn ein Umzug während der Sommerferien ist geplant.

Teurer allerdings als ursprünglich erwartet schlägt die Sanierung des Gebäudes einschließlich der IT und der Schaffung der Barrierefreiheit in der Turnhalle zu buche. Auf die im städtischen Haushalt eingeplanten 12,2 Mio. Euro hat sich ganz nebenbei ein hinausgehender Mittelbedarf von 1,3 Mio. Euro herausgestellt, weshalb die Gesamtkosten sich nun auf rund 13,5 Mio. Euro erhöht haben. Hiervon entfallen alleine rund 400.000 Euro auf das Schulgebäude, da unter anderem zum Teil wegen vorhandener Stahlbetonunterzüge, die laut beauftragtem Statiker nicht durch Löcher in ihrer Dimension geschwächt werden durften, neue „weitere“ Leitungswege gewählt werden mussten.

Maßnahmen, die erst während der Tätigkeiten festgestellt wurden. Ebenso wurden nach Öffnen der Stützen und Decken erhebliche brandschutztechnische Mängel festgestellt, die zur Einhaltung aktuell geltender Brandschutzvorschriften durch Brandschotts sowie F90-Decken umfassend ertüchtigt werden mussten.
Teilweise musste die Stadt zudem Ausschreibungen mehrfach durchführen oder Vergabeverfahren aufheben, da die Angebote mehr als doppelt über der Kostenberechnung lagen. Eine Preisüberschreitung, welche für die Planer nicht nachvollziehbar war. Die Umkleiden der Turnhalle werden voraussichtlich erst im Oktober genutzt und der Schulhof West sowie Schulhof Ost erst in 2021 fertiggestellt werden können – einem Umzug noch in diesem Sommer steht allerdings aktuell nichts mehr im Wege. (dt)

Foto: Rheinischer Spiegel/Dietmar Thelen