Unmut über Baumfällungen in Dülken zur Öffnung der Lange Straße

Die Entscheidung zur Öffnung der Lange Straße für den Autoverkehr bringt heiß diskutierte Emotionen mit sich. Durch die Öffnung soll mehr Leben in die Innenstadt gebracht werden, dafür allerdings sollen insgesamt 17 Bäume gefällt werden – mit Blick auf das durchaus geplante Ausrufen eines Klimanotstandes in Viersen nicht nur für Naturschützer eine zweifelhafte Entscheidung, die viele Fragen aufwirft. 
Kommentar von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen-Dülken – Nachdem die Entscheidungen in den Ausschüssen mit mehr Ja- als Nein-Stimmen für eine Öffnung der Lange Straße ausgefallen waren, soll Ende des Jahres die Baumaßnahme beginnen, die rund 1.124.000 € verschlingen wird.
Vor zwei Jahren war die Umgestaltung der Maßnahme bei einer Bürgerbeteiligungsveranstaltung bereits vorgestellt worden und die Öffnung vom Westgraben Richtung Peterboroughplatz als Einbahnstraße positiv für eine Belebung aufgenommen worden – allerdings immer mit dem Hinweis nicht weniger Teilnehmer der Bürgerinformationen darauf, die Bäume doch irgendwie erhalten zu wollen. Mittlerweile steht fest, dass 17 Bäume fallen müssen um die Einbahnstraße entstehen zu lassen. Zwar soll es Nachpflanzungen geben, doch bis diese das Potential der aktuellen Bäume erreichen, werden viele Jahre ins Land gehen.

Auf diese Fällungen wird zurzeit auf der Lange Straße emotional hingewiesen. Schilder, die zum Nachdenken anregen sollen in einer Zeit, in der der Klimawandel und Klimaschutz jeden Tag stärker in den Blick rücken. Besonders in Zeiten, in denen die Stadt Viersen darüber diskutiert den Klimanotstand auszurufen und die Viersener SPD-Bürgermeisterin Sabine Anemüller in ihren Neujahrsansprachen die Wohn- und Aufenthaltsqualität durch Stadtbäume mehrfach hervorgehoben hat, stellten bereits bei der Umgestaltung Alter Markt viele, darunter ebenfalls Politiker, die Frage, ob ein Erhalt der Bäume nicht doch möglich gewesen wäre. Bei dem Umbau der Lange Straße tauchen diese Fragen erneut auf: „Wurde genügend geprüft, ob die Bäume erhalten werden können?“, „Warum müssen gesunde Bäume fallen?“ oder „Was spricht gegen eine Sanierung der Baumscheiben, damit sie die Leitungen an den Häusern nicht mehr gefährden?“ Mit Blick auf den eventuellen Klimanotstand oder die Klimaziele, die sich die Stadt Viersen bereits jetzt selbst gesetzt hat, sind diese geplanten Fällungen für viele eine mehr als widersprüchliche Entscheidung. (cs)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Ausschuss empfiehlt Öffnung der Dülkener Lange Straße