Untere Naturschutzbehörde, Greifvogelhilfe und Feuerwehr Brüggen retten Uhu

Einen ungewöhnlichen Einsatz zum Stichwort „Tier in Notlage“ hatten die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Viersen, die Greifvogelhilfe Rheinland und die Feuerwehr Brüggen am Borner See: Gemeinsam haben sie früh morgens einen Uhu gerettet. Der Vogel hatte sich in einer Angelschnur verfangen, die sich vor allem um seinen rechten Flügel gewickelt hatte.

Brüggen – Zwei Angler haben den Uhu entdeckt und die Feuerwehr alarmiert, die Philippe Niebling von der Unteren Naturschutzbehörde und die Greifvogelhilfe Rheinland zur Unterstützung riefen.
„Uhus sind streng geschützt und galten zwischenzeitlich fast als ausgestorben. Deshalb ist es wichtig, bei einer Notlage auch um vier Uhr morgens auszurücken“, sagt Niebling.
Das schnelle Handeln aller Beteiligten sorgte dafür, dass der Uhu schnell und ohne bleibende Schäden in sein Revier zurückkehren konnte.
„Wenn die Schnur über längere Zeit Gefäße abschnürt, dann stirbt Gewebe ab“, erläutert Sylvia Urbaniak von der Greifvogelhilfe Rheinland.
Eine halbe Stunde nach dem Fund war der Uhu bereits in der Auffangstation und Urbaniak befreite ihn von den Resten der Schnur. Wenig später konnte er erste Flugübungen in der Voliere machen, um dann kurz vor Sonnenuntergang wieder freigelassen zu werden.

Am Abend haben Philippe Niebling von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Viersen und Sylvia Urbaniak von der Greifvogelhilfe Rheinland den Uhu wieder in die Freiheit entlassen. Foto: Feuerwehr Brüggen

Uhus können 30 bis 40 Jahre alt werden, Weibchen werden deutlich größer als Männchen. Das Tier aus Brüggen wog knapp zwei Kilo. Das Revier eines Uhus kann bis zu 100 Hektar groß sein, er ernährt sich von Kleintieren aller Art: Ratten, Mäuse, Krähen aber auch Igel und junge Reiher.
Wenn ein verletztes Tier zur Greifvogelhilfe Rheinland nach Brüggen kommt, wird es nach seiner Genesung wieder in den Bereich zurückgebracht, wo es gefunden wurde. Auch junge Greifvögel ziehen Sylvia Urbaniak und Frank Seifert mit einer Methode groß, bei der die Tiere nicht auf den Menschen geprägt werden und später ohne Probleme in freier Wildbahn leben können.