NRW-Polizeibeauftragter kam zum Gespräch mit Schummer und Vertretern der GdP nach Viersen

„Jeder Kollege hat bei mir den Anspruch, dass ich ihm zuhöre.“ Bereits im Februar hatte die CDU- und FDP-geführte Landesregierung ein weiteres Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt und Thorsten Hoffmann zum ersten Polizeibeauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen bestellt. Nun war er in Viersen um sich mit dem Bundestagsabgeordneten Uwe Schummer sowie Vertretern der Gewerkschaft der Polizei (GdP) des Kreises Viersen auszutauschen.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Viersen/Kreis Viersen – Zum ersten Mal hat das NRW-Landeskabinett bereits am Anfang des Jahres einen Polizeibeauftragten bestellt, einen unabhängigen und weisungsfreien Ansprechpartner, der sich um die Sorgen und Nöte der rund 50.000 Beschäftigten der nordrhein-westfälischen Polizei kümmern soll. Bestellt wurde der Dortmunder Thorsten Hoffmann, der für diesen Posten jahrelange Erfahrung mitbringt und sich nun auch im Kreis Viersen vorgestellt hat. Für ein Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Uwe Schummer und den Vertretern der Gewerkschaft der Polizei des Kreises Viersen, Sascha Müller und Ralf Robertz, war der Polizeibeauftragte nach Viersen gekommen.

„Ich wünsche mir, dass der Polizeibeauftragte ein echter Anwalt für unsere Polizistinnen und Polizisten wird: Sachkundig, engagiert und durchsetzungsstark“, sagte Innenminister Herbert Reul im Anschluss an die Kabinettssitzung im Frühjahr. Thorsten Hoffmann trat 1980 in den Dienst der nordrheinwestfälischen Polizei ein. Während seiner Dienstzeit sammelte der Diplom-Verwaltungswirt (FH) unter anderem Erfahrungen im Objektschutz, in einer Einsatzhundertschaft und bei der Kriminalpolizei. Zuletzt war der Polizeihauptkommissar im Polizeipräsidium Dortmund als Leiter der Autobahnwache Bochum eingesetzt. Hoffmann gehört seit 1999 dem Rat der Stadt Dortmund an. Von 2015 bis 2017 war das CDU-Mitglied zudem Abgeordneter des Deutschen Bundestages. Dort war Hoffmann Mitglied des Innenausschusses.

v. l. Sascha Müllers (GdP), Polizeibeauftragter Thorsten Hoffmann, Uwe Schummer (MdB), Ralf Robertz (GdP). Foto: Rheinischer Spiegel

Der Polizeibeauftragte wurde im Innenministerium direkt beim Minister angesiedelt. Er ist an Weisungen nicht gebunden und wird nach pflichtgemäßem Ermessen allein auf Grund eigener Entscheidung tätig. Alle Angehörigen der NRW-Polizei können sich jederzeit und ohne Einhaltung des Dienstweges mit Anregungen, Einwendungen und Hinweisen an ihn wenden – mittlerweile sind 135 Fälle eingegangen. Zu seinen Hauptfeldern gehören Beschwerden im Bereich des Mobbings oder Diskriminierung ebenso wie Fehlverhalten von Vorgesetzten oder nachgeordneten Verantwortungsträgern sowie Anregungen, die der Polizeibeauftragte gerne annimmt. Zuständig ist er für Polizisten und Polizistinnen ebenso wie für alle Mitarbeiter innerhalb der Polizei. „Ich stelle mich zurzeit vor und begleite auch Großeinsätze um die Stimmung einzufangen. Mir ist auch wichtig etwas von der Stimmung mitzubekommen, denn ich möchte dem Innenminister berichten, wie die Kollegen und Kolleginnen so denken – ohne dabei irgendwelche Namen zu nennen“, so Thomas Hoffmann.

„Es muss ein Grundvertrauen da sein und ich muss auch sicherstellen, dass die Kollegen und Kolleginnen keine Scheu haben. Ich kann nicht jedem helfen, aber es ist mir wichtig ein Gesamtbild zu erhalten um nachher zu sehen, in dem oder dem Bereich müssen wir komplett nachsteuern. Was mir auch wichtig ist, dass jeder bei mir den Anspruch hat, dass ich ihm zuhöre. Selbst wenn ich nicht helfen kann, dann kann ich aber helfen den richtigen Ansprechpartner zu finden. Mein Wunsch ist, der Polizist oder die Polizistin und auch jeder Mitarbeiter sollen vom ersten Tag an Spaß haben an der Arbeit – bis zum letzten Tag. Weil dieser Job ist so vielfältig, dass es sich einfach lohnt sich für die Kollegen und Kolleginnen einzusetzen.“ Sein Vorteil sei, dass er sehr niederschwellig zu erreichen sei, zudem sei er kein Polizeibeamter mehr und erliege dem Strafverfolgungszwang nicht mehr.

Der Viersener GdP-Kreisgruppenführer Sascha Müllers stimmte in großen Teilen seinem Kollegen zu: „Die Gewerkschaft der Polizei wünscht sich eine enge Zusammenarbeit. Und wir sehen in dem Polizeibeauftragten den großen Vorteil, dass wir uns direkt an ihn wenden können, wenn, wie so schön beschrieben ‚der Amtsschimmel wiehert‘“. Vieles könnte man schnell beenden und erledigten, sehr häufig wären Beenden Menschen vorgeschaltet, die darüber be- und entscheiden und die einen ganz anderen Weg verfolgen. Die Gewerkschaft der Polizei Viersen freue sich deshalb auf eine konstruktive Zusammenarbeit und ein vertrauensvolles Miteinander. (dt)