Vatikan veröffentlicht Vorbereitungsdokument für eine synodale Kirche

Das Generalsekretariat der Bischofssynode in Rom hat das Vorbereitungsdokument „Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung“ vorgestellt. Es leitet einen weltweiten synodalen Prozess ein, der zwei Jahre dauern wird.

Rom/Kirche – „Das veröffentlichte Dokument ‚Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung‘ ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Synodalen Weg: weltweit und für die Kirche in Deutschland. Papst Franziskus setzt damit weiterhin konsequent um, was er unter Synodalität versteht. Ich freue mich und bin dankbar, dass das Dokument nun auch offiziell im Blick auf den weltweiten kirchlichen Prozess ausdrücklich vom ‚Synodalen Weg‘ spricht und die schon begonnenen Prozesse in verschiedenen Ländern wertschätzt“, erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing.

Insgesamt ginge es bei diesem Prozess darum, Synodalität als Form, als Stil und als Struktur der Kirche durchzudeklinieren. Das Vorbereitungsdokument erbitte einerseits von den Teilkirchen Auskunft darüber, wie dieser ‚Königsweg‘ und dieser ’spezifische modus vivendi et operandi‘ der Kirche als Gottesvolk in den Teilkirchen bereits realisiert würde. Andererseits wolle der weltweite Prozess dazu inspirieren und animieren, diese Form von Kirche-Sein noch stärker zu verwirklichen.

Es sei bemerkenswert, im Text Selbstkritisches im Blick auf Veränderungen und hierarchisch motivierte Verdrängungen der Synodalität innerhalb der Kirchengeschichte zu finden. Ausdrücklich würde für einen ‚Neustart‘ aus dem Impuls der Kirchenkonstitution und Kirchenerfahrung des Zweiten Vatikanischen Konzils als pilgerndes Gottesvolk plädiert.

„Dass gleich ein ganzes Kapitel überschrieben wird mit ‚Wege zur Beratung mit dem Volk Gottes‘ zeugt von diesem neuen Stil und dem klaren Willen, den Synodalen Weg aus römischer Perspektive nicht nur durch die Amtsträger, sondern als gesamtes Volk Gottes zu gehen“, so Bischof Dr. Bätzing.

Foto: Rheinischer Spiegel

Das Dokument lege in überzeugender Weise dar, dass der Stil und die konkreten Formen und Strukturen von Synodalität dem Zeugnis der Heiligen Schrift (hier vor allem expliziert an zwei neutestamentlichen Szenen) und der kirchlich geübten Tradition entsprächen.

„Der Text schließt mit dem Hinweis, dass es in der Konsultationsphase nicht darum geht, Dokumente zu produzieren, sondern Träume aufkeimen zu lassen. Ähnliches sagte mir der Papst im vergangenen Jahr im Gespräch über unseren Synodalen Weg. Das ist authentisch Papst Franziskus, lässt aber unmittelbar die Frage der Wirksamkeit aufkommen, denn der Synodale Weg – ob weltweit oder in Deutschland – muss konkret bleiben. Ich bin fest überzeugt, dass das der römischen Synode gelingen wird, die ja – so wird es im Dokument deutlich – ein Prozess von zwei Jahren ist“, so der Bischof weiter. „Insgesamt lese ich das Vorbereitungsdokument als Zeichen der Hoffnung und Zuversicht. Es zeigt einen neuen Stil von Synodalität, so wie es Papst Franziskus ein großes Anliegen ist. Mich ermutigt das Dokument, diesen Weg mitzugehen und gleichzeitig die Erfahrungen des Synodalen Weges bei uns in die weltkirchlichen Beratungen einzubringen. Unser Weg in Deutschland praktiziert bewusst die Weise der Unterscheidung und Umkehr (wie sie im römischen Dokument angesprochen wird) im Hinblick auf den spezifischen Kontext von Missbrauchserfahrungen einerseits sowie einer gelebten Zeitgenossenschaft andererseits.“

Der Synodale Weg, den Papst Franziskus mit der ganzen Kirche ginge, und der Synodale Weg in Deutschland seien zwei Wege, die ein gemeinsames Ziel haben: „die Frohe Botschaft des Evangeliums heute unter den ‚Zeichen der Zeit‘ sichtbar und lebbar zu machen; es geht dabei um eine Stärkung im Glauben, eine Erneuerung der Kirche und ein Wiedergewinnen an Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Beide Wege ergänzen einander. Das gilt – soweit ich es überblicken kann – auch für die vielen synodalen Prozesse und Wege in anderen Ländern. Diese Dynamik begrüße ich.“

Bei der anstehenden Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz werden die Teilnehmer das Dokument diskutieren und Optionen für weiteres Arbeiten – auch die Eröffnung des weltweiten Prozesses in den Bistümern am 17. Oktober 2021 – besprechen. (opm/paz)