Veilchendienstagszug kann kommen

Zur Pressekonferenz für den Veilchendienstagzug (VDZ), zu der der MKV, vertreten durch den Vorsitzenden Gert Kartheuser, Schatzmeister Bruno Wiesner, Ehrenvorsitzender Bernd Gothe und MGMG (Marketing Gesellschaft Mönchengladbach), vertreten durch den Geschäftsführer Peter Schlipköter und Zugleiter Elmar Eßer, waren zahlreiche Vertreter der hiesigen Presse und auch ein WDR-Team erschienen.

Mönchengladbach – Kartheuser erklärte, dass in jedem Jahr eine Pressekonferenz zum bevorstehenden VDZ stattfinde und er wünscht sich, dass es an diesem Tag zumindest trocken bleibt und mit 17 Grad Außentemperatur wäre er auch einverstanden.

Schlipköter nahm Bezug auf die Einweihung des Borussia-Hotels 8 Grad und wünschte sich ebenfalls einen Zug ohne Regen. Weiter führte er an, dass im Rheinland der Karneval das Markenzeichen für Kultur und Tradition ist.

Der Mönchengladbacher VDZ ist der größte in ganz Deutschland mit ca. 4.500 Teilnehmern. Dieser Zug wurde vom MKV und der 1. Stadtgarde vorbereitet und organisiert. Sein ganz besonderer Dank galt Elmar Eßer und Thomas Platzer sowie dem gesamten Team, denn sie tun es gerne.

Während der Zug läuft ist Anspannung bei allen angesagt, aber am Ende Erleichterung und Spaß, wenn alles heil über die Bühne gegangen und nichts passiert ist. Auch Bernd Gothe ist in die Vorbereitungen involviert und er macht das seit 31 Jahren und es hat bisher immer funktioniert.

Eßer, der Ansprechpartner für diesen Zug, erklärte, dass der MKV die Gelder aufbringe und sie es ausgeben. Aber durch eine vernünftige Aufgabenteilung schafft man es in jedem Jahr, den Zug zusammen zu bekommen. Die Sicherheit der Zuschauer steht an oberster Stelle und man ist laufend in Gesprächen bezüglich des Sicherheitskonzeptes.

Der Zugweg von 5,5 bis 6 km bleibt wie bisher und zwar Start an der Lüpertzenderstrasse und Ende am Bismarckplatz. Auch muss darauf geachtet werden, dass der letzte Wagen fort ist, bevor der Anfang des Zuges wieder das Ende erreicht. Das ist gar nicht so einfach, wenn man 34 Karnevalsgesellschaften, Fremdgruppen, Werbewagen usw. unter einen Hut bringen will. Auch muss man genau überlegen, wo man die 29 Musikkapellen unterbringt, denn sehr viele Prunkwagen haben ihre eigene Musik dabei.

Elmar Eßer, Gert Kartheuser, Prinz 1996 Gert Kartheuser, Bruno Wiesner, Sarah Lierz, Bernd Gothe, Peter Schlipköter, unten: Bella Peltzer

Für Eßer ist es der 33. Zug, den er organisiert. Normalerweise der 34., aber durch den Golfkrieg fiel dieser ins Wasser. Die Innenstadt wird ab 11.15 Uhr gesperrt in Abstimmung mit Polizei und Ordnungsamt. Die Sperren sollen gegen 17.30 Uhr bis 18.00 Uhr nach der Reinigung der Straßen wieder aufgemacht werden.

Ca. 35 Personen sind notwendig, um den Zug zum Laufen zu bekommen und rund 900 Leute helfen, dass der Umzug sicher und flüssig ziehen kann. Des Weiteren sind 13 Hilfsstellen am Zugweg vorhanden, die evtl. verloren gegangene Kinder aufnimmt und dann an die Polizei übergibt. Ebenfalls sind drei Stellen eingerichtet, wo der Zug kommentiert wird.

Da die Sparkasse in jedem Jahr die besten Fußgruppen prämiert, habe man sich in diesem Jahr überlegt, einen Wagen mitlaufen zu lassen, auf dem die Kostüme der letztjährigen drei Gewinner aufgestellt sind.

Weiter wird auch der schnellst gebaute Wagen und zwar von Montagabend bis Dienstagmorgen vorgestellt. Hierauf ist das Plakat von Nik Ebert zu sehen, das am Dienstag in der Rheinischen Post veröffentlicht wird.

Erstmals in diesem Jahr wird eine Gruppe aus Slowenien in ihren Strohpuppenkostümen teilnehmen. Damit möchte man andere Fastnachtsvereine vorstellen und wie deren Karneval gefeiert wird.

Aber Fußgruppen sind das Wichtigste in jedem Zug, denn sie sind bunt und schön und nehmen Kontakt mit den Zuschauern auf.

Auch werden vier Pferdegruppen am Zug teilnehmen. Bei den Reitern muss gewährleistet sein, dass sie mit Pferden umgehen können und zumindest einen Reiterpass haben. Für den Notfall, dass irgendetwas mit den Tieren ist, sind alle Vorkehrungen getroffen. So ist ein Tierarzt und ein Notfallwagen immer zur Stelle.

Gothe, der sich seit 31 Jahren ausgiebig mit dem VDZ auseinander gesetzt hat, teilte mit, dass der MKV tief in die Geldtasche greifen muss, um diesen Zug zu finanzieren und das sind ca. 400.000 Euro. Außer den Karnevalsgesellschaften müssen alle Fremdgruppen und natürlich auch der vorweg ziehende Werbezug bezahlen.

KORANT KLUB SPOMIN

Mit Unterstützung von Architekten und Investoren habe man Wagen bauen lassen, die darstellen, was man in dieser Stadt so tut. Weiter gibt es einen Wagen in Zusammenarbeit mit Eugen Viehof und der Leiterin des Museums ‎Susanne Titz mit dem abgeänderten Motto „Der Abteiberg blüht auf“. Hier sind 5 Bilder als Fotos angebracht, um die Menschen zu aktivieren, einmal auf den Abteiberg zu gehen.

Weit über 40 Malwände, die bereits in der Stadtsparkasse prämiert wurden, werden die Bagagewagen verschönern. Weiter führte Gothe an, dass die Unterstützung von Unternehmen in diesem Jahr noch größter war, als in den letzten Jahren. So werden 26 Fahrzeuge, wie LKW und Container, die natürlich mit Ballast gefüllt sein müssen, den Innenbereich absichern. Diese Unternehmer zu finden, ist nicht so einfach, denn die Fahrer müssen bei ihren Fahrzeugen bleiben, bis der Zug vorbei ist. Dafür stellen die Unternehmen bis zu 50 Leute kostenfrei zur Verfügung, wofür ihr ganz besonderer Dank galt.

Sarah Lierz

Ganz besonders stolz war Gothe, dass Mönchengladbach der Vorreiter bezüglich des Sicherheitskonzeptes in ganz NRW war. Seit ca. 3 Jahren findet mit Unterstützung des LVR eine sogenannte Audiodeskription für blinde und sehbehinderte Menschen statt. Neben der Tribüne am Geroplatz wird Sarah Lierz diesen Leuten den vorbei ziehenden Zug beschreiben. Hierzu erhalten sie ein kleines Gerät im Ohr und erleben so, was im Einzelnen passiert.

Auch für Rollstuhlfahrer hat sich der MKV etwas einfallen lassen. Neben der Tribüne ist ein Podest für sie eingerichtet, was aber leider bis heute nicht großartig frequentiert wurde.            (Text: Marlene Katz)