Verschärfte Corona-Regeln im Kreis Viersen – Mit Maske im Auto ist erlaubt

Seit dem Inkrafttreten der verschärften Corona-Schutzmaßnahmen im Kreis Viersen müssen bei gemeinsamen Fahrten in Fahrzeugen, wenn Personen aus verschiedenen Haushalten stammen, diese eine Alltagsmaske tragen. Aber ist das überhaupt erlaubt?
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Kreis Viersen – Seit Mittwoch, 0 Uhr, gelten im Kreis Viersen verschärfte Corona-Schutzmaßnahmen, nachdem der Inzidenzwert über 200 gestiegen war. „Bei gemeinsamen Fahrten in Fahrzeugen ist mindestens eine Alltagsmaske, vorzugweise eine solche mit höherer Schutzklasse (z.B. FFP-2-Maske), zu tragen, wenn Personen aus verschiedenen Haushalten anwesend sind. Für Personen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Alltagsmaske tragen können, gelten die diesbezüglichen Regelungen der CoronaSchVO entsprechend“, ist eine dieser Regeln der Allgemeinverfügung des Kreises, die von der Polizei Viersen gemeinsam mit den Ordnungsämtern im Kreis Viersen überwacht wird. Wer sich nicht an die vorgegebenen Maßnahmen hält, der muss mit einem Bußgeld rechnen.

Aber ist das überhaupt erlaubt, wo es doch in NRW ein Vermummungsverbot am Steuer gibt? Wir haben bei der Polizei Viersen nachgefragt und tatsächlich war das Maskentragen während der Autofahrt auch bislang für Fahrer während der Corona-Pandemie nicht verboten.
„Ende April war es für Taxifahrer, die sich wünschten, ihre Passagiere zu schützen, sogar expressis verbis erlaubt und empfohlen worden“, erklärt Kriminalhauptkommissarin Antje Heymanns.

Weil daraufhin viele Fragen an die Polizeibehörden im Land gerichtet wurden, hat das NRW-Gesundheitsministerium an verschiedenen Stellen gleichlautend wie folgt Stellung bezogen: „Es ist richtig, dass gemäß § 23 Absatz 4 StVO beim Autofahren grundsätzlich ein Vermummungsverbot besteht. Hiernach ist es aber lediglich verboten, wesentliche Gesichtsmerkmale zu verdecken oder zu verhüllen, die die Feststellbarkeit der Identität gewährleisten. Mit dem Verkehrsministerium und dem für die Polizei zuständigen Innenministerium ist hier geklärt, dass das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung alleine keine unzulässige Vermummung darstellt. Bei einer sachgemäßen Verwendung einer Mund-Nasen-Bedeckung ist regelmäßig zwar die Nasen- und Mundpartie verdeckt, aber Augen und Stirn sowie weitere persönliche Merkmale der fahrzeugführenden Person sind noch zu erkennen. Mithin steht § 23 Absatz 4 StVO dem Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung – auch für den Fahrer – nicht entgegen.“

Die Polizei Viersen hat hierzu bereits im April einen Bericht veröffentlicht (Mund-Nasen-Schutz als Kraftfahrzeugführender tragen), denn bei einer Maske im Auto gilt zu beachten, dass Stirn und Augenbereich frei bleiben müssen. Sonnenbrillen und zusätzliche Kopfbedeckungen wie Mütze oder Kappen sind mit der Maske verboten. „Wer auf eine selbsttönende Brille, Sonnenbrille oder das Käppi nicht verzichten möchte, der kann die Maske nicht aufsetzen – und damit kann er zurzeit, während der Gültigkeit der Allgemeinverfügung, niemanden aus einem anderen Haushalt in seinem Auto mitnehmen.“ (nb)

Mit Maske im Auto ist erlaubt – Foto: Cock-Robin/Pixabay

3 Kommentare

  1. Als Brillenträger sehe ich eine immens höhere gesundheitliche Gefährdung für mich und andere Verkehrsteilnehmer, wenn ich am Steuer Maske trage.
    Die Brille beschlägt, Maske verrutscht usw., wodurch viel zu sehr abgelenkt wird.
    Meiner Meinung nach reicht es, wenn Mitfahrer Maske tragen, vornehmlich FFP2.

  2. Ich halte es für unverantwortlich das der Fahrzeugführer eine Maske tragen muss . Bei Brillenträgern beschlagen sofort die Gläser. Die Sicherheit der Fahrzeugführung ist damit nicht mehr gegeben.
    Ich möchte mal wissen was der Gesetzgeber sich dabei gedacht hat. Für den Beifahrer ist die Regelung nach vollziehbar

  3. Tja, wie so vieles ist auch das nicht richtig durchdacht, wie so vieles in dieser Corona Krise.
    Das Kind liegt seit Ende Januar 2020 im Brunnen und sie bekommen es da auch nicht wieder raus.
    Nicht mit den Maßnahmen die bisher schon nicht gegriffen haben.

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