Versteinerte Waldwichtel erobern die Süchtelner Höhen

Ein kranker Wald, verbrannte Bäume oder das Insektensterben lassen die fleißigen Waldwichtel auf den Süchtelner Höhen zu Stein erstarren. Spaziergänger haben jetzt die ersten Exemplare entdeckt.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman & Co-Autorin Birgit Seckler

Viersen-Süchteln – Eine alte Legende erzählt von den Waldwichteln auf den Süchtelner Höhen. Nachdem sie in den vergangenen Tagen plötzlich sichtbar wurden, berichten zwei unbekannte Erzähler von ihrer Geschichte.
Diese geht zurück auf eine Zeit, bevor Tiere das Land bevölkerten. In diesen Jahren formten sich aus Meeressand kleine Wichtel. Sie erhielten den Auftrag sich um Pflanzen und Bäume zu kümmern, denn bald sollten Tiere auch außerhalb des Meeres auf der Erde leben können. Unter diesen Wichteln bildeten sich als Spezialisten für die Bäume die Waldwichtel heraus. Die riesigen grünen Lungen der Erde hegten und pflegten sie. Als dann sich dann die Tiere verbreiteten, wurden die Wichtel unsichtbar und gerieten in Vergessenheit.

Irgendwann segelte eine Gruppe dieser Waldwichtel auf Blättern über die Niers. Die Süchtelner Höhen gefielen ihnen so gut, dass sie beschlossen sich hier niederzulassen. Mit der Zeit gediehen die Hügel und ihre Bäume berührten den Himmel. Die Waldwichtel schüttelten die Blätter der Bäume, pflegten die Wurzeln und pflanzten neue Exemplare.

Eine alte Legende erzählt von den Waldwichteln auf den Süchtelner Höhen. Foto: Rheinischer Spiegel

Als die Menschen anfingen, dem Wald zu schaden, wurden die Bäume immer mehr krank, Waldbrände brachen aus und das Insektensterben begleitete die Versiegelung der Flächen. Die Natur ist soweit zurückgedrängt worden, dass die Waldwichtel in diesen Tagen zunächst versteinern und danach zu Sand zerfallen.

Ihnen geht es einfach nicht gut, wenn sie sehen müssen, was die Menschen mit ihren geliebten Süchtelner Höhen anstellen. Als Stein werden sie für die Menschen sichtbar und so bleiben immer wieder Wanderer auf dem Weg von der Irmgardiskapelle runter zum Friedhof neugierig stehen, um die kleinen Figuren zu betrachten. Jeder kann seinen Teil dazu beitragen, dass sie nicht weiter versteinern und dann zerfallen. „In jedem Fall kannst du sicher sein, dass sie sich freuen, wenn du einen von ihnen entdeckst. Denn immerhin besuchst du sie, was sie mögen. Und das ist schon einmal ganz lieb von dir“, so die Erzählerinnen P. und F. (ea/bs)