Viel mehr als nur ein Beruf: Innung E-Handwerke sprach junge Elektroniker aus dem Kreis Viersen los

Jetzt sind sie Gesellen: 33 Elektroniker haben ihre Ausbildung im Elektrohandwerk des Kreises Viersen erfolgreich abgeschlossen.

Viersen/Kreis Viersen – Ihre Lossprechung feierten die jungen Männer mit der Innung E-Handwerke Niederrhein Kreis Viersen in der Viersener Generatorenhalle. Obermeister Rolf Meurer erhob sie offiziell in den Gesellenstand. „Sie haben mit Ihrer Berufswahl ins Schwarze getroffen“, sagte Meurer in Anwesenheit von Marc Peters, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein, und Bereichsleiter Edgar Dartenne vom Berufskolleg Viersen. Nur wenige Berufe seien so innovativ wie das Elektro-Handwerk: „Sie dürfen sich auf ein spannendes Berufsfeld freuen. Ständig passiert etwas Neues, und das wird nie aufhören.“, fügte der Obermeister hinzu.

Obermeister Rolf Meurer (4.v.l.) erhob die jungen Elektroniker während der Lossprechungsfeier der Innung E-Handwerke Niederrhein Kreis Viersen in den Gesellenstand.
Foto: Kreishandwerkerschaft

Fabian Hüskes kann das bestätigen – dabei wollte der 20-Jährige eigentlich Erzieher werden und nach der Mittleren Reife ein Freiwilliges Soziales Jahr machen. „Aber irgendwie hatte ich mir zu viel Zeit gelassen“, erzählt der junge Tönisvorster. Dafür ging dann alles sehr schnell: Zwei Tage vor einem geplanten Mallorca-Urlaub las er, dass der Willicher Elektrobetrieb Manfred Teckenburg noch Auszubildende suchte. Sofort bewarb sich Fabian Hüskes per Mail, gleich am nächsten Tag gab es ein Vorstellungsgespräch. Ergebnis: Fabian konnte entspannt nach Mallorca fliegen – denn seinen Ausbildungsplatz hatte er da schon sicher. „Der Beruf ist sehr vielseitig, ich habe während der Ausbildung viele Bereiche kennen gelernt“, sagt er. Am meisten Spaß machen ihm Elektroinstallationen im Haushalt. Als Geselle will er nun bei Teckenburg weitere Erfahrungen sammeln.

Marek Zelinski aus Nettetal-Kaldenkirchen konnte seine Ausbildung bei der Elektro Herentrey GmbH in Viersen-Dülken um ein halbes Jahr verkürzen. Seine Prüfung legte er bereits im Sommer ab – mit Bravour: Er erzielte das beste Ergebnis des Jahrgangs und wurde während der Lossprechungsfeier besonders geehrt. Während der Ausbildung qualifizierte er sich zusätzlich zum „Europa-Assistenten im Handwerk“ und absolvierte einen dreiwöchigen Arbeitsaufenthalt in einem schwedischen Elektrobetrieb. Inzwischen ist der 23-jährige Abiturient bei Elektro Kettel in Viersen beschäftigt und hat das nächste Ziel bereits im Blick: Er besucht die Meisterschule in Abendform.

Und wer weiß, vielleicht wird auch aus Marek Zelinski oder einem der anderen jetzt losgesprochenen Eletroniker einmal ein ebenso begeisterter wie erfolgreicher Handwerksunternehmer. Der Viersener Elektrotechnikermeister Martin Nowroth ist diesen Weg gegangen, wie er in seiner Festrede anschaulich schilderte: „Vor 14 Jahren habe ich, wie Sie heute, meinen Gesellenbrief erhalten, vor zehn Jahren habe ich mich selbständig gemacht.“ Heute leitet er einen Betrieb mit acht Angestellten und zwei Auszubildenden. „Das Handwerk ist so viel mehr als nur ein Beruf – es ist das wahre Leben und bietet Ihnen die Möglichkeit, sich frei zu entfalten, denn Ihrer Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt“, betonte Nowroth.