Vier Mispelblüten, Lachsalven und Stimmungschöre: Die Ki Ka Kai a bot Karneval pur

Der grüne Teppich war ausgelegt in der Brüggener Burggemeindehalle, das blaue Vierscher Wappen mit vier Mispelblüten erstrahlte neben dem Zeichen der einladenden Gesellschaft, die selber erneut zu Gast in Brüggen war. Gerufen hatte die Ki Ka Kai a zu ihrer beliebten Galasitzung, gewohnt ausverkauft und mit grandioser Stimmung.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen-Boisheim/Brüggen – „Cordula Grün“, gecovert kurz nach der Veröffentlichung von der österreichischen Schlagerband „Die Draufgänger“, hat sich bei der Boisheimer Karnevalsgesellschaft zum absoluten Sessionshit entwickelt. Noch vor Beginn ihrer beliebten Galasitzung lief der Titel fast in Dauerschleife – die „rote Welle“ machte sich warm für einen Abend der Extraklasse im ganz eigenen Ki Ka Kai a-Stil. In die Brüggener Burggemeindehalle hatten die Roten erneut eingeladen, hatten bis zum letzten Platz ihre Veranstaltung besetzt, als sie bei bester Stimmung ihren Einzug genossen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Ihnen gebührte der Auftakt des Abends, als Sitzungspräsident Marko Dillikrath den Startschuss für ein abwechslungsreiches Programm gab und das gutgelaunte Boisheimer Prinzenpaar Klaus III. und Gabi III. mit der Kindertanzgarde im Saal begrüßen konnte. Nicht alleine blieben die Tollitäten auf der Bühne zu denen sich närrische Regenten aus Dülken, Süchteln und Viersen gesellten und den Tanz des Viersener Prinzenpaares – an diesem Abend verstärkt durch den FKV – live begleiten durften.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Noch einmal Time of my life und der Hauch der 80er-Jahre. Der FKV dagegen hatte ein Boisheim-Straßenschild organisiert, schließlich musste der Weg von Boisheim nach Brüggen und wieder zurück gefunden werden. Kurzerhand wurde so ein sich ergebendes Loch im Programm verkürzt bevor dann Bauchredner Master Me, mit Horst Herpes sowie Elvira die Bühne stürmte und auch das Boisheimer Prinzenpaar in seinen Auftritt mit einband. Bereits auf der Bühne im Las Vegas im „Imperial Palace“ stand er schon, sicherte sich ebenfalls in Brüggen die Lacher, bevor die Kölschkrainer an der Spitze mit dem Süchtelner Sänger Detlef Belk beste Musik in die Burggemeindehalle brachten.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller

Beste Stimmung, die nicht versiegte mit dem Duo Strange aus Wiesbaden, welches Comedy pur im Gepäck hatte. Auf den großen Bühnen der Welt, vom „Cirque Du Soleil“ in Las Vegas bis zum „Berliner Wintergarten“ zu Hause, bewiesen Shelly Mia Kastner aus Montreal und Jason Mc Pherson aus San Francisco einzigartig und herrlich schräg wie abgedreht Comedy, Slapstick und Magie sein kann. Zwei Figuren, wie aus der Muppets-Show entsprungen, attackierten hemmungslos die Lachmuskeln und demontierten alle physikalischen Gesetze auf unterhaltsamste Art bevor sie Platz machten für die Garden der Ki Ka Kai a.

Als Flamingos begeisterte die Frauentanzgarde der Ki Ka Kai a, wobei pink sich überhaupt durch den Abend auf den Häuptern der Damen mit kleinen blinkenden Krönchen zog, an dem zudem Ehrungen nicht fehlen durften. Mit dem Hausorden ausgezeichnet für ihr Engagement wurden die Gardisten Albert Jacobsen, Helmut Uhing und Franz-Josef Groten.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Zu den Highlights des Abends gehörte eindeutig die Schlagermafia, die seit 2005 als erste Schlager-Boygroup der Welt tourt. Die beiden eigentlich klassisch ausgebildeten Musiker, Joost Montännar und Torben Sälliwenn, hatten mal den Traum als Party Act möglichst viele Menschen unterschiedlichsten Alters gleichzeitig zum Feiern zu bringen. In Brüggen waren sie Partygarant mit einem Programm ohne schlechtes Gewissen, als auf den Stühlen keiner mehr sitzen blieb und Schlager mitgegrölt wurden. Die Bühne übergaben sie ohne Pause an die Karnevals-Cover-Band SO!LALA, die 100 % live mit modernen Arrangements die aktuellen Hits aus dem Kölner Karneval auf ihre Art und Weise interpretiert in die Burggemeindehalle brachten.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller

Ursprünglich waren Liam Schmitz (vocals), Sebastian „Seppi“ Böing (vocals), Frank „Steve“ Krekelberg (guitar), Erik Körfer (drums, vocals), Thomas Schneider (bass, vocals), Christoph Schmitz (keyboards) und Christoph Basten (technik) als letzter Act des Abends geplant, den allerdings gestalteten die Husaren Schwarz-Weiß aus Siegburg, die mit ihrem Showtanz begeisterten und den Weg gestalteten für einen besonderen Moment, der noch tagelang im Herzen verbleiben wird.

Mit „in unserem Veedel“ und einem stimmgewaltigen Chor endete nach Mitternacht die diesjährige Galasitzung der Ki Ka Kai a mit der die „kleine“ Boisheimer Gesellschaft erneut ihren Platz im närrischen Brauchtum behauptete. (nb)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming