VIER PFOTEN fordert das sofortige Ende für alle Pelzfarmen – Nerzfarmen gefährden Kampf gegen COVID-19

In dieser Woche hat das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) seine Bewertung der aktuellen Situation der Nerzfarmen in Dänemark und des dort gefundenen mutierten Coronavirus veröffentlicht.

Corona – Obwohl das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) in seiner ersten Risikoanalyse das mutierte Coronavirus, entdeckt auf dänischen Nerzfarmen, ähnlich gesundheitsschädlich wie andere SARS-CoV-2 Erregerstämme einstuft, mache eine Erkenntnis besonders hellhörig, berichtet die Organisation VIER PFOTEN.

Das mutierte Coronavirus, das Nerze in sich tragen und auf Menschen übertragbar ist, kann laut ECDC schwerwiegende Auswirkungen auf COVID-19 Diagnosen, Behandlungen und Impfungen haben. Im Klartext bedeute das, dass die gerade im Endstadium der Entwicklung befindlichen Impfstoffe wirkungslos gegen das mutierte Virus sein könnten. „Damit würde die tierquälerische Pelzindustrie maßgeblich zur Verlängerung der globalen Gesundheitskrise, der COVID-19 Pandemie, beitragen. Zudem rät ECDC dringend, sowohl Arbeiter als auch Tiere auf Pelzfarmen engmaschig zu testen“,  so Thomas Pietsch, Pelz- und Wildtierexperte bei VIER PFOTEN.

Das ist laut VIER PFOTEN angesichts der extrem hohen Anzahl der Tiere in der Realität aber schier unmöglich. In den wenigsten EU-Mitgliedstaaten, die noch Pelzfarmen erlauben, werden diese Testungen durchgeführt. VIER PFOTEN fordert von der EU-Kommission hier Druck zu machen, denn durch mangelnde Testungen sind Pelzfarmen tickende Zeitbomben für die öffentliche Gesundheit. Laut ECDC sollte auch bis auf weiteres ein weltweites Beförderungsverbot von lebenden Nerzen sowie Rohfellen verhängt werden. Dennoch rechne das weltweit größte Auktionshaus für Pelze „Kopenhagen Fur“ damit, im Laufe der nächsten Wochen rund fünf bis sechs Millionen Nerzfelle von dänischen Zuchtfarmen ohne Corona-Infektionen und außerhalb der Gefahrenzonen zu erhalten.

Um Cluster 5, die Mutation des Coronavirus Sars-CoV 2, unter Kontrolle zu bringen, werden rund 17 Millionen Nerze getötet. Foto: toadienaulls/Pixabay

„Diese sollen 2021 gemeinsam mit schätzungsweise sechs Millionen Fellen aus dem Vorjahr sowie weiteren Fellen aus dem Ausland auf insgesamt vier geplanten Auktionen angeboten werden. Danach soll aber Schluss für Kopenhagen Fur sein. Über die nächsten zwei bis drei Jahre ist eine kontrollierte Schließung geplant“, ergänzt Thomas Pietsch.

VIER PFOTEN fordert abermals, ein endgültiges Aus für Pelzfarmen. „Sie sind nicht nur – ganz unabhängig von den 17 Millionen Nerzen, die in Dänemark wegen den COVID-19 Ausbrüchen vergast werden sollen – Tierquälerei, sondern stellen auch ein enormes Risiko für die öffentliche Gesundheit dar. Obwohl der Tod von Millionen von Nerzen – ob wegen COVID-19 gekeult oder wegen ihres Fells getötet – eine Tierschutztragödie ist, haben die verantwortlichen Regierungen weltweit nun die Chance, dieser grausamen und nicht mehr zeitgemäßen Industrie einen Riegel vorzuschieben. Falls sie diese Chance verpassen, ist es nicht unwahrscheinlich, dass die nächste globale Pandemie ihren Ursprung auf einer Pelzfarm findet.“

Quelle: VIER PFOTEN