Vierbeiniger Nachwuchs bei der Kreispolizei Viersen – „Gin“ folgt auf „Whisky“

Noch ist die zehn Wochen alte Malinois-Hündin verspielt und will so gar nicht ruhig neben Polizeioberkommissar Florian Haack für ein Foto posieren. Aus der neuen Diensthund-Anwärterin soll aber mal eine ganz große Spürnase werden und dann die Beamten der Kreispolizeibehörde Viersen bei ihren Einsätzen aktiv unterstützen.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen – Die Kreispolizeibehörde Viersen kann sich über einen „zuckersüßen“ Nachwuchs freuen, denn das neuste Mitglied im Team ist die zehn Wochen alte Malinois-Hündin „Gin“, die in rund zwei Jahren den siebenjährigen Malinois-Rüden „Whisky“ ersetzen wird. Dieser darf dann in Rente und verbleibt bei seinem Diensthundeführer Polizeioberkommissar Florian Haack, welcher nun auch Gin bei sich aufgenommen hat.

Mit Polizeihund Whisky arbeitet Florian Haack (38) bereits seit drei Jahren, längst sind die beiden ein eingespieltes Team. Seit vier Jahren ist Haack als Hundeführer tätig und hatte Whisky von einem Kollegen übernommen, der in Pension gegangen war. „Ich habe lange überlegt, welchen Namen ich der neuen Hündin gebe“, lächelt der Polizeioberkommissar. „Es gibt kein spezielles Rentenalter für Diensthunde, es kommt immer auf den Hund an. In der Regel bleiben Polizeihunde allerding bis zum neunten oder zehnten Jahr im Dienst.“ Wenn ein Hund dann in Rente geht verbleibt er im Besitz der Behörde, weshalb der Hundeführer einen Pflegevertrag mit seinem Arbeitgeber abschließt – so kann der Hund auch weiterhin bei ihm verbleiben.

Die Kreispolizeibehörde Viersen darf sich über einen „zuckersüßen“ Nachwuchs freuen, denn das neuste Mitglied im Team ist die zehn Wochen alte Malinois-Hündin „Gin“. Foto: Rheinischer Spiegel

Gemeinsam gilt es nun Gin zu zeigen, welche Aufgaben sie als Polizeihund zu bewältigen hat. Aktuell spielt die junge Hündin mit ihren großen Ohren und einem Blick zum Verlieben allerdings lieber noch. Rund zwei Jahre hat sie nun Zeit zu zeigen was in ihr steckt, schließlich stammt Gin von den Sennequellen aus der landeseigenen Zucht von Malinois-Diensthunden, die seit 1988 in Schloss Holte-Stukenbrock existiert. Die Rasse, die zur Familie der belgischen Schäferhunde zählt, eigne sich besonders gut für den Dienst bei der Polizei erklärt Haack. Aktiv, agil und spielfreudig seien Eigenschaften, die hervorragend die späteren Aufgaben ergänzen, wenn Gin dann einer von vier Diensthunden im Kreisgebiet sein wird. In Willich stationiert zählt sie nach ihrer Ausbildung zu den über 300 Hunden der Polizeibehörden in NRW, die nicht nur als Rauschgift- oder Sprengstoffhunde, sondern ebenfalls als Leichenspürhunde eingesetzt werden.

Dass eine Hündin das Team ergänzt hat der Polizeioberkommissar wohlüberlegt entschieden, damit die häufigen kleinen Unstimmigkeiten zwischen Rüden außen vor sind. Schließlich wird Gin nun gemeinsam mit ihm, seiner Frau und Whisky miteinander leben und arbeiten. Auch Whisky ist seit drei Jahren 24 Stunden an der Seite des Diensthundeführers. So konnte eine feste Bindung entstehen, die bei Einsätzen von enormer Wichtigkeit ist.

Bevor es soweit ist, muss Gin allerdings zunächst ihre Ausbildung durchlaufen, in der sie im ersten Schritt als Schutzhund geschult wird. Erst nach einer bestandenen Diensthund-Prüfung werden spezielle Fähigkeiten ausgebildet. Eine Prüfung, die übrigens beide betrifft – Hund und Hundeführer. Ob Gin dann ein Drogenspürhund wird, so wie ihr großes Vorbild Whisky, oder eher Sprengstoffe, Vermisste und vielleicht sogar Tatwerkzeuge erschnüffeln wird, das wird die Zeit zeigen – allerdings wäre es ideal, wenn sie in die aktuellen Pfotenstapfen als Rauschgiftspürhund treten würde.

Noch ist die zehn Wochen alte Malinois-Hündin verspielt und will so gar nicht ruhig neben Polizeioberkommissar Florian Haack für ein Foto posieren. Foto: Rheinischer Spiegel

Bis dahin darf sich Gin erst einmal an die Welt, Umwelteinflüsse und ihre neue Familie gewöhnen, schließlich kannte sie bisher nur ihre vierbeinigen Geschwister. Den kleinen Wirbelwind habe Whisky wohlwollend in ihrem neuen Zuhause aufgenommen und ihr kindliches Wuseln liebevoll toleriert. Mittlerweile haben sich beide aneinander gewöhnt und Florian Haack ist sich sicher, dass hier bald ein festes Team entstehen wird. Ein gutes Fundament damit Gin auch viel von ihrem großen „Bruder“ lernen kann.

Momentan arbeitet Haack noch mit Leckerlies, bald kommen klare Kommandos hinzu mit denen Gin jeden Tag rund um die Uhr arbeiten wird. Eine Hundeschule ist nicht geplant, trainiert wird trotzdem täglich und zudem mehrmals im Monat zusätzlich mit Trainer Frank Rosenbaum, der bei der Ausbildung der Diensthunde unterstützt. Schließlich müssen sich beide aufeinander verlassen können – Polizeihund und Hundeführer. Nur so können sie auch Gefahren souverän bewältigen. (cs)