„Viersche is us Paradies“: Der FKV begeisterte in der Festhalle

Rund 700 Gäste durfte das Fidele Kränzchen Viersen bei der diesjährigen Galasitzung begrüßen. Die zweite der drei vereinseigenen Veranstaltungen in der Festhalle war gewohnt ausverkauft und bot Stimmung bis zur letzten Minute.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen – Ein buntes Bühnenbild gab der abwechslungsreichen Galasitzung des FKV einen passenden Rahmen, hatten sich die 45 aktiven Mitglieder des Vereins doch wieder einiges einfallen lassen.
Zwölf Highlights der schönen Viersener Heimatstadt von Festhalle, über Weberbrunnen bis hin zur Narrenmühle hatten die Bühnenbauer rund um das organisatorische Team aus Markus Lennertz und Oliver Huelsmann gezaubert. Ein Paradies, durch das an diesem Abend als Sitzungspräsidenten bereits zum dritten Mal gemeinsam Niels Hüneburg und Frank Nießen führten.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller

Die erste Ehrung gebührte nach dem Einzug der Gesellschaft mit flackernden roten Leuchtstäben zwei „neuen Engeln“, denn die Wirte des Viersener Kartoffel-Schnitzelhauses, dem Vereinslokal der Gesellschaft, erhielten in Würdigung ihrer Dienste die Ehrenmitgliedschaft des FKV. Auf die schon recht volle Bühne gesellte sich im Anschluss unter begleitendem Klatschmarsch das Viersener Prinzenpaar mit der Prinzengarde, die das Programm mit ihren närrischen Tänzen bereicherten.

Für die Lacher eroberte dann die Erdnuss, alias Stefan van den Eertwegh, aus Nettetal die Bühne an den sich die Kölschen Adler anschlossen, die bereits am Abend zuvor die Festhalle in die beste Stimmung gebracht hatten. Ein idealer Programmpunkt für den darauffolgenden Act, dem elfköpfigen FKV-Männerballett, die mit „Hit the road Jack“, „Move it“ oder „Bella ciao“ und gekonnten Hebefiguren für Jubelrufe sorgten. Lange hatten sie unter den kritischen Augen von Monika Köhler und Steffi Kulossa geprobt, mit Erfolg.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller

Eine Pause legte das Programm mit besonderen Ehrungen durch den Karnevalsverband Linker Niederrhein e. V. (KLN) in Person von Schatzmeister Helmut Völker ein, der Lothar Köhler und Oliver Huelsmann, seit fast 20 Jahren im FKV und als „kreatives Genie“ bekannt, mit dem KLN-Verdienstorden in Silber und Hans Willi Bohne aus dem FKV-Senat mit dem seltenen KLN-Verdienstorden in Gold mit Brillanten auszeichnete.

Im Programm dominierten die heimischen Gewächse mit dem „Großen Üw“, alias Uwe Backes“ oder die „Liveschaltung“ der FKV-Sänger nach Las Vegas. Elvis, Peter Kraus und Mark Forster brillierten mit In the Ghetto, gesungen von Jochen Lazaridis, Sugar-Baby von 1958 und gesungen von Markus Steinhäuser oder Chöre gesungen von Stefan Scherer, für den nicht nur die Damen im Saal jubelten. Ihnen erging es ähnlich wie dem Jung-FKV, tänzerisch wieder ausgefallen mit Pretty Woman oder Let‘s twist again und ohne T-Shirts.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller

Vor dem leider noch nicht wieder ganz gefüllten Saal trat nach der Pause das Tanzcorps der Fidelen Sandhasen aus Köln mit ihrem Karnevalsmedly auf. Die rund sechzig Tänzerinnen und Tänzer sind eines der größten und erfolgreichsten Tanzcorps Deutschlands und das Aushängeschild von Kölns erster Karnevalsgesellschaft „Die Grosse von 1823“.

Bereits drei Mal wurden sie mit ihren Tänzen deutscher Meister, sicherten sich vier Mal den deutschen Vize-Meister und elf Mal den norddeutschen Meister. Wer nicht da war und den Weg nach der Pause nur schwer zurück in den Saal fand, der hat ein tänzerisches Highlight verpasst. Leer wirkte nach ihnen die Bühne, auf der dann ganz alleine Wolfgang Trepper stand und die Lachmuskeln erneut beanspruchte. Der Duisburger, der eigentlich mehr im Auto lebt, ist jährlich bei rund 280 Auftritten dabei, sein Erfolgsprogramm „Nutten, Koks und frische Erdbeeren“ begeisterte über 100.000 Zuschauer. Der vorletzte Act, aber nicht minder fantastisch die Tänzerinnen der Fauth Dance Company, Vierscher „Kinder“ auf die Jecken zu Recht stolz sein können, für den Abschluss auf der Bühne jedoch war an diesem Abend die seit 2012 existierende Band Kuhl un de Gäng zuständig. Ihr Hätz schlug auch in Viersen gewohnt kölsch und so feierten sie mit den Karnevalisten, die auch nach ihnen nur schwer ein Ende fanden, einen Never-Ending-Fastelovend. (nb)

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller

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