Viersen: Ab 2019 über 2.000 öffentliche „Müll“-Tauschorte

Wilde Müllkippen sind ein Problem, dem die städtischen Verantwortlichen einfach nicht Herr werden und welche wachsende Kritik mit sich bringen. Ab 2019 heißen solche Müllablagestellen deshalb nun Recycling-Tauschorte. Rund 2.000 davon sind in den vier Ortsteilen geplant und für die Planungsgruppe ist damit das Problem für sie aus der Welt geschafft. 

Viersen – Lässt der Besucher seinen Blick über die Graseinfassungen der Straßen oder in die Ecken der Innenstadt schweifen, ist der sich stetig häufende Müll nicht übersehbar. Müll der in der Vergangenheit immer wieder für Unmut gesorgt hat und mit ihm wuchs ebenfalls die Kritik an den Verantwortlichen der Behörden. Doch das wird ab 2019 anders, denn ab Januar heißt es nicht mehr Müll sondern Recycling-Material. Schließlich ist der leere Pizzakarton für den einen nicht mehr zu verwenden, der andere dagegen nutzt ihn als Bastelmaterial. Und was für den einen ein alter Autoreifen ist, ist für den anderen geschmückt mit Sisal und eine Glasplatte ein neuer Couchtisch. Vor allen Dingen jetzt nach Silvester ließen sich viele neue Tauschorte neu eröffnen.

Auf diese Weise können ab Januar an über 2.000 öffentlichen Tauschorten, die früher als wilde Müllkippen im negativen Blick der Öffentlichkeit standen und unter diesem Begriff bekannt waren, kaputte Schuhe, ausgebrannte Pfannen, leere Bierflaschen oder nasse Papierreste einen neuen Besitzer finden. „Diese Tauschorte entlasten zudem die Müllentsorger und damit wieder den städtischen Geldbeutel“, so der Sprecher der Planungsgruppe T. Ketschupp. „Dazu hat sich eine Initiative gebildet, die überall in Viersen verteilt ganze Autos abstellt, ein neuer Besitzer findet sich bestimmt.“ Er empfiehlt ganz besonders die stärker frequentierten Orte, unter anderem direkt am Stadthaus zu nutzen. (S. A. Tire/Pocke)

Einer von rund 2.000 öffentlichen Tauschorten an der Boisheimer Straße.
Foto: Rheinischer Spiegel

Mit wilden Müllkippen nehmen die Umweltsünder in Kauf, dass sie damit der Allgemeinheit schaden. Die Kosten für die Entsorgung durch die Stadt, wenn eine Prüfung auf den Verursacher negativ verläuft, tragen alle. Umweltverbände raten zu einer Meldung einer wilden Müllkippe bei der jeweiligen Stadtverwaltung, in Viersen ist das über das Beschwerdemanagement möglich (02162 101 4444).
Die Städte und Gemeinden sind in abfallrechtlicher Hinsicht verantwortlich für die Beseitigung der wilden Müllkippe zu sorgen. „Allerdings geht jede Stadt anders mit einer solchen Meldung um. Während es Städte gibt, die die wilden Müllkippen innerhalb von 24 Stunden beseitigen, kümmert der Müll andere einen Dreck. Der beliebten Taktik, erst einmal gar nichts zu tun, sollten Melder mit mehrfachen Anrufen und Fotos per Mail entgegenstehen.“ (dt)