Viersen bekommt einen Europaplatz

Bereits vor der Aussetzung der städtischen Ausschüsse entschieden den Bahnhofsplatz in Europaplatz umzubenennen. Den Antrag dazu hatte die Viersener Gruppe „NieWieder“ gestellt.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Viersen – Manchmal brauchen Entscheidungen Zeit, wenn sie bei einer Stadt eingereicht werden. Auch der Antrag der Gruppe „NieWieder“ war bereits im Herbst 2018 gestellt worden, erst im Frühjahr hatte der Ausschuss für Stadtentwicklung und -planung in seiner Sitzung die Umbenennung der Fläche beschlossen, die mit einer Größe von 7.000 Quadratmetern dem Viersener Hauptbahnhof vorgelagert ist. „Auch kleinere symbolische Maßnahmen, wie die Namensgebung eines Platzes, sind durchaus geeignet, wichtige Themen immer wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung zu bringen. Neben der Anregung zum Nachdenken, stellt eine derartige Namensgebung auch ein politisches Statement dar. Die Bürgerinnen sehen, dass sich ihre Stadt mit dem Europäischen Gedanken identifiziert“, so die Begründung der Viersener Gruppe.

Die positive Entscheidung für diesen Platz fiel aufgrund der Größe, welche für den Namen als angemessen angesehen wurde, denn ursprünglich standen ebenfalls der Kreisverkehr an der Gladbacher Straße sowie eine Grünfläche am Kreishaus zur Abstimmung.
Lange musste die private Gruppe auf diese Entscheidung warten und war selber überrascht, als über den Antrag positiv beschieden wurde. Doch die Zeit war nötig, um Stellungnahmen vom Heimatverein Viersen, dem Archiv oder von dem Verein EUREGIA –Frauenwege zwischen Rhein und Maas e.V. einzuholen.

Foto: Rheinischer Spiegel

Für den Heimatverein schied der Kreisverkehr Gladbacher Straße aus: „Für den Bahnhofsvorplatz könnte man das wegen der anderen Straßenbenennungen wie Brüsseler Allee etc. auf Grund des historischen Nordkanals am ehesten in Erwägung ziehen, …“. Für das Archiv wäre die Benennung beider Plätze möglich gewesen, während der Verein EUREGIA-Frauenwege zwischen Rhein und Maas e.V. keine Aussage gab. Ebenfalls der Ortsvorsteher bevorzugte die Benennung der Fläche vor dem Bahnhof.
Wann die Umbenennung vollzogen werden soll, dafür gibt es aktuell keinen Zeitplan, denn zunächst müssen nach der Entscheidung des Ausschusses die Eigentümer der umliegenden Gebäude ebenso informiert werden und auch die Veröffentlichung im Amtsblatt des Kreises Viersen steht an. Rund ein Jahr wird die Umstellung dauern, in dieser Zeit gelten die neue und die alte Anschrift.

Bei der Gruppe „NieWieder“ handelt es sich um einen privaten Zusammenschluss aus Viersener Bürgerinnen und Bürger die „es satt haben“ dem Zeitgeist des rechten Populismus, des Hasses und der Intoleranz das Feld zu überlassen. „Demokratie sowie eine soziale und friedliche Gesellschaft kann es nur geben, wenn wir uns einmischen, Stellung beziehen und Verantwortung übernehmen.“ Über ihre Aktivitäten und Ziele informiert „NieWieder“ auf der Internetseite peoplefor.eu. (ea)