Viersen, du alte Weberstadt, die Rot und Blau als Farben hat

Mit „Viersen, du alte Weberstadt“ lädt der Heimatverein Viersen in den Viersener Salon der Villa Marx ein und präsentiert eine besondere Reise durch die Zeit.

Viersen – Mit viel Leidenschaft und Liebe zum Detail hat der Heimatverein Viersen eine Ausstellung zusammengestellt, die die Besucher zurück führt in die Zeit, in der Viersen als Weberstadt erblühte. Häufig vergessen und auch in der Schule nur selten noch gelehrt, verweist das Viersener Stadtlied auf eben genau diesen Teil unserer Stadtgeschichte: „Viersen, du alte Weberstadt, die Rot und Blau als Farben hat, blühe und gedeihe, das Blau des Himmels am helllichten Tag, die Sonne, die rot aus dem Dämmer brach, heben dir leuchtende Weihe.“

Aus Flachsfäden entstand Leinwand, aus Seide prächtiger Samt und aus Baumwolle Kattun. Für die Blütezeit der niederrheinischen Textilfertigung stehen beispielhaft die Viersener Aktienspinnerei, Friedrich Freiherr von Diergardt, der Textilbaron des Rheinlands und die Baumwollspinnerei, -weberei und -veredlung Pongs & Zahn. Diese früheren Jahrhunderte werden an Hand von Geräten, Bildern, Büchern und Kollektionen wieder in Erinnerung gerufen. Die Ausstellung ist angelehnt an drei Bücher, die der Heimatverein hier zu herausgegeben hat. Damit aber eine solche Ausstellung nicht nur aus geschriebenen Erinnerungen und Fotografien besteht, haben Hildegard und Walter Tillmann aus ihrem Fundus viele Stücke eingebracht.

Inmitten des Raumes finden sich so unterschiedlichste Wäschestücke welche aus Stoffen gefertigt wurden, die hier in Viersen hergestellt wurden. Kleidungsstücke die einen langen Weg hinter sich hatten – vom Flachsanbau, über das Spinnen zu Garn und das Weben zu hochwertigen Stoffen. Spinnrad und Spindel gehörten hierbei ebenso zum täglichen Handwerkszeug, wie der Webstuhl und das Webschiffchen.

Einen interessanten Einblick gibt diese Ausstellung ebenfalls auch in die Entwicklung der Webtechniken oder die immer moderneren Muster sowie Ornamente. Und diese Ausstellung wagt noch einen weiteren Blick, bleibt nicht bei den Leinenstoffen stehen. So wurde den Samt- und Seidenstoffen ebenfalls ein Bereich gewidmet. Kokons der Seidenraupe lassen die Besucher staunen, ein Samtkleid von großen Tanzbällen träumen. Gewohnt wird dies alles von ein wenig moderner Technik durch kurze Filme und einem Quiz abgerundet. Fast in den Hintergrund treten dadurch die wissenswerten Daten zu den Viersener Persönlichkeiten und Unternehmern die Viersen stärkten, vorantrieben und prägten. (pl)

Die Ausstellung im Viersener Salon der Villa Marx, Gerberstraße 20, läuft bis zum 15. Juli, geöffnet ist sie donnerstags bis samstags von 15 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 18 Uhr, der Eintritt ist frei.

Führungen Gruppen und Schulklassen können montags bis mittwochs an Führungen teilnehmen, zu vereinbaren mit Ursula Klemm, Telefon 02162 17106.

Foto: Martin Häming

Aus dem Archiv: Viersen, du alte Weberstadt