Viersen: Jiannis Panagou als offizieller Mezcal-Botschafter ernannt

Viersen und Oaxaca in einer Meldung nennen zu können ist selten. Die Auszeichnung des Viersener Restaurantbetreibers Jiannis Panagou als offizieller Mezcal-Botschafter durch die mexikanische Regulierungsbehörde COMERCAM ist deshalb in mehrfacher Hinsicht eine Premiere.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Viersen/Oaxaca – Als der Mezcal seinen Siegeszug antrat, konnte sich kein Reisender vorstellen in nur rund 14 Stunden von Viersen nach Mexiko zu reisen. Handelswege waren beschwerlich und vor allen Dingen oft gefährlich. Mehr als ein Jahrhundert später hat sich der Handel von Mezcal auf die ganze Welt ausgeweitet, findet Liebhaber nicht mehr nur in Mexiko. Bis heute erhalten sich die meist traditionellen Strukturen, die bäuerlichen Kleinbrennereien, deren Rohstoffe fast vollkommen von den eigenen Ländereien kommen. Erst seit 1994 unterliegt die Herstellung von Mezcal einer Norm, welche von dem 1997 gegründeten Consejo Mexicano Regulador de la Calidad del Mezcal A.C. (COMERCAM) überwacht.

Herausragende Personen, die den Geist des Mezcal in Ehren vertreten, werden von dieser Regulierungsbehörde zu Mezcal-Botschaftern ernannt. Viele sind es bisher nicht, bis zur diesjährigen Nationalkonferenz des Mezcal in Oaxaca wurden nur Mexikaner ausgezeichnet. Als eine Weltpremiere stellt sich daher die aktuelle Ernennung eines Vierseners mit griechischen Wurzeln für die Mezcal-Welt dar. Jiannis Panagou, den einen bekannt als Betreiber des Mexican-Restaurant an der Großen Bruchstraße, den anderen bekannt für seine eigene Mezcal- oder Bierproduktion, ist der erste Nichtmexikaner, der aus den Händen des Regierungspräsidenten des Bundesstaates Oaxaca, Senor Murat, sowie des Präsidenten der Regulierungsbehörde für Mezcal, Dr. Hipocrates Nolasco Cancino, die seltene Urkunde entgegen nehmen durfte, die ihn zum offiziellen Mezcal Botschafter ernannte.

„Dies ist die Anerkennung für unsere Arbeit, für die Verbreitung der Kultur, der Philosophie und der Qualität dieses göttlichen Destillates“, so Jiannis Panagou. „Diese Anerkennung ist ohne gleichen und wir sind endlos dankbar. Ein großer Dank gilt meinen Mitarbeitern des Mexican Restaurants. Eine multinationale zusammengewürfelte Truppe und ihrer endlosen Begeisterung für die mexikanische Kultur. Sowie meiner Familie, ohne deren Unterstützung diese Anerkennung unmöglich gewesen wäre. Des Weiteren allen Gästen des Mexican Restaurants, die Mezcal mit einer großen Leidenschaft umarmt haben.“

Dass er Grieche und kein Mexikaner ist, das ist für den Viersener ohne Bedeutung. „Denn“, so Panagou, „Ideen sind nicht an reale Grenzen gebunden.“ Mezcal als alkoholisches Getränk sei für ihn die letzte Stufe eines ideologischen und kulturellen Prozesses. „Mezcal war, ist und bleibt für mich der kulturelle Ausdruck einer Kultur wie die Akropolis, die Mona Lisa oder der Monte Alban.“ In seiner Ernennung sieht er auch eine große Verantwortung, denn die Bauern haben die Tradition beibehalten trotz Verbot, Verfolgung und Armut. Ihr Motiv sie nie die wirtschaftliche Nutzung, aber die Wahrung der eigenen Identität mit hartnäckigem Widerstand gewesen. Die Traditionen zu erhalten und die Zukunft der kleinen Familienbetriebe zu vertreten, auch das sei mit dieser Auszeichnung verbunden. (ea)

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