Viersen: Landesregierung nominiert virtuelle Gedenkstätte für den Inklusionspreis NRW 2020

Von Bad Oeynhausen bis Viersen: 25 Projekte aus ganz Nordrhein-Westfalen sind im Rennen um den Inklusionspreis NRW 2020 einen wichtigen Schritt weitergekommen – darunter die virtuelle Gedenkstätte in Viersen.

Viersen – Im Jahr 2019 schlossen sich geschichtsinteressierte Menschen des Vereins zur Förderung der Erinnerungskultur e.V. Viersen 1933-45, der Kreisvolkshochschule Viersen und der Lebenshilfe Kreis Viersen e.V. mit der Johannes-Kepler-Realschule Viersen-Süchteln zusammen, um Lücken in der Stadtgeschichte zu schließen. Neben einer historischen Aufarbeitung der Nazizeit lag ein Schwerpunkt des Projektes von Anfang an darauf ein Produkt zu erschaffen, welches die Verbrechen der Nationalsozialisten in Viersen allen Menschen verständlich zugänglich machen kann -eine „Virtuellen Gedenkstatte“.

Sozialminister Karl-Josef Laumann hat jetzt die für den diesjährigen Preis unter dem Motto „Teilhabe durch Digitalisierung“ nominierten Projekte vorgestellt. Beworben hatten sich insgesamt 144 Projekte und Initiativen. „Die Projekte zeigen mit ihrer großen Vielfalt, wie Inklusion in Nordrhein-Westfalen bereits gelebt wird. Mit ihrer Kreativität leisten sie einen Beitrag, dass Menschen mit Behinderungen ein gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Leben führen können“, sagte Sozialminister Laumann. „Die Jury aus Fachleuten und Vertreterinnen und Vertretern der Behindertenselbsthilfe hatte es wahrlich nicht leicht, hier eine Auswahl zu treffen.“

Foto: Rheinischer Spiegel

Der Inklusionspreis des Landes Nordrhein-Westfalen 2020 ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert. Zum Schwerpunktthema „Teilhabe durch Digitalisierung“ werden insgesamt drei Preise vergeben: Der 1. Preis ist mit 5.000 Euro dotiert, der 2. Preis mit 4.000 Euro und der 3. Preis mit 3.000 Euro. Darüber hinaus werden Fachpreise vergeben in den Kategorien „Arbeit und Qualifizierung“, „Freizeit und Kultur“, „Schulische, außerschulische und frühkindliche Bildung“ und „Barrieren abbauen – Zugänge schaffen“ sowie ein Sonderpreis der Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt, Andrea Milz, zum Thema Sport und ein Sonderpreis der NRW-Stiftung zum Thema „Heimat ohne Hindernisse“. Die Fach- und Sonderpreise sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert. Die Bekanntgabe und Auszeichnung der Siegerprojekte ist für den Herbst geplant.

Bewerben konnten sich Vereine, Initiativen, Netzwerke, Selbsthilfegruppen, Kirchen, freie und öffentliche Träger, Unternehmen, Verbände, Bildungseinrichtungen, Kindergärten und Schulklassen, die sich das Thema Inklusion auf ihre Fahnen geschrieben haben. Der Inklusionspreis NRW wird alle zwei Jahre vergeben. In Nordrhein-Westfalen leben etwa drei Millionen Menschen mit Behinderungen. Rund zwei Millionen von ihnen sind schwerbehindert.


Gegen das Vergessen: Virtuelle Gedenkstätte Viersen 1933-1945 eröffnet