Viersen: Lettermann entwickelt Mundmasken mit Sichtfenster und spendet an Kindergärten

Mit einem Sichtfenster in den Mundmasken bringt die Viersener Firma Lettermann das Lächeln zurück. So wird die Mimik für den Gegenüber erkennbar und die Kommunikation deutlich erleichtert. Zudem spenden die Entwickler den Bertreuerinnen und Betreuern der 18 Kindergärten in Viersen, Süchten und Dülken Masken für ihre tägliche Arbeit.

Viersen – Die Maskenpflicht im Nahverkehr und beim Einkaufen ist seit dem 27. April in Nordrhein-Westfalen in Kraft. Sie soll das Risiko einer gegenseitigen Infektion mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 verringern. Das klingt erst einmal gut, aber was passiert, wenn man zur Verständigung auf die Mimik im Gesicht des Gegenübers – auf das Lippenlesen – angewiesen ist? Die Maske verdeckt das wichtigste Körperteil zur Kommunikation: den Mund. Es ist ein neues Gefühl, das wir noch nicht kennen. Seinem Gegenüber nicht auf den Mund schauen können. Lächelt er oder sie? Ist die Person sauer? Kindergartenkinder sind es gewohnt, mit einem Lächeln belohnt oder motiviert zu werden. Das fehlt komplett. Auch älteren Menschen fällt es ohne das Lippenlesen schwer, einer Unterhaltung zu folgen.

Etwa 80.000 gehörlose Menschen in Deutschland sind von jeglicher Kommunikation abgeschnitten stehen vor diesem Problem. Auch in der Kinderbetreuung ist es für die Erzieherinnen und Erzieher problematisch: Blickkontakt wirkt nur dann freundlich, wenn er mit einem Lächeln einhergeht. Sonst ist er ein Bedrohungssignal.

Foto: Lettermann, Viersen

Matthias Lettermann, Orthopädietechniker im Sanitätshaus Lettermann, wurde schnell auf dieses Problem aufmerksam: „Wer über Mund/Nasenschutz angeschaut wird, fühlt sich gerne mal angestarrt. Deshalb haben wir eine Schutzmaske mit Sichtfenster entwickelt. So wird die Mimik für den Gegenüber erkennbar und die Kommunikation deutlich erleichtert.“ Durch eine eingenähte Folie bringt die Schutzmaske das Lächeln wieder zurück. „Wir sind in der glücklichen Lage, dass ausgebildete Näherinnen bei uns arbeiten. So konnten wir ein Schnittmuster entwickeln und die Masken in Handarbeit selber anfertigen“, so Matthias Lettermann. Auch ein Name war schnell gefunden: Lett´s smile, in Anlehnung an den Firmennamen.

„Wir haben uns dazu entschlossen, den Bertreuerinnen und Betreuern der 18 Kindergärten in Viersen, Süchten und Dülken jeweils 5 Masken zu spenden. Die Einrichtungen werden von uns angeschrieben um einen Termin für die Übergabe zu vereinbaren. Zusätzlich können sich gehörlose Menschen eine Maske in unserer Zentrale an der Helmholtzstraße gratis abholen.“

Die Maske ist in zwei verschiedenen Stoffvarianten (Sand und Braun, 100% Baumwolle) erhältlich. Sie ist bei 30° Handwäsche waschbar. Die Maske ist keine zertifizierte Schutzmaske und ersetzt nicht gründliches Händewaschen und den empfohlenen Mindestabstand von 2 Meter. Der Verkaufspreis beträgt 10,- Euro.

3 Kommentare

  1. Hallo,

    Finde ich super…vor allem für Taupstumme ..meine Frau und ich arbeiten im Verkauf und denken Emotionen sind wichtig …kann man ihre Masken kaufen …wenn ja wie ?

    Danke.

    Mit freundlichen Grüssen

    Özler

  2. Sehr schöne iniziative so macht es auch spaß, die Masken sind eben erschreckend weil man sich nicht mehr erkennt auf der Strasse! Gut gemacht!

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