Viersen-Heimer: Misshandeltes Kätzchen verstorben – Täter wird weiterhin gesucht

Update 02.06.2020 – Mittlerweile musste das Kitten „Flöckchen“ aufgrund der schweren Verletzungen eingeschläfert werden. Nach aktuellen Informationen gibt es bisher keinen Hinweis auf den Täter bzw. den Besitzer des Rucksacks.


Am vergangenen Mittwoch wurde in einem Kleidercontainer in Viersen-Heimer ein abgemagertes und dehydriertes Katzenjunges in einem fest verschlossenen Rucksack gefunden. Mittlerweile steht fest, das Kitten wurde misshandelt. Die Notfelle Niederrhein e. V. bitten nun um sachdienliche Hinweise auf den Täter bei der Polizei Viersen.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen – In einem fest verschlossenen, schwarzen Rucksack hat ein Unbekannter in dieser Woche ein abgemagertes, weißes Kitten in einem Kleidercontainer an der Heimerstraße/Neuwerkerstraße in Viersen-Heimer ausgesetzt. Nur durch Zufall fiel den Mitarbeitern der Entleerungsfirma der Rucksack auf, in dem sich das ca. 3 – 4 Wochen alte Tier befunden hat.
Das Katzenjunge wurde mittlerweile den Notfellen Niederrhein e. V. übergeben, die das gerade frisch geborene Wesen aufgenommen haben und aufpäppeln. Runtergehungert, dehydriert, mit verklebten Augen und Nase, konnte es weder Kot noch Urin absetzen und hatte am Schwanzansatz eine große, mit Flüssigkeit gefüllte Blase.

Die Tierschützer haben das Tier nach einer Infusion einem Tierarzt vorgestellt, hierbei verstärkte sich der Verdacht, dass das Kätzchen vorab misshandelt wurde. Das Jungtier hat einen Schwanzabriss, weshalb vermutet wird, dass jemand das Kitten am Schwanz durch die Gegend geschleudert hat. Die festgestellten Beschwerden seien nicht angeboren. „Im Bauchraum sind die Organe verdreht, die Leber stark vergrößert, der Magen stark verkleinert. Wenn der Magen voll ist, drückt er von unten auf die Wirbelsäule“, so Tierschützerin Nadine Ehms. „Der Darm war voll mit Kotinhalt, den sie nicht absetzen kann, weil sie Schmerzen am Anus hat. Der Urin tritt aus einer eigenartigen Blase am Rückenbereich aus.“

Aufgrund ihrer Größe kann das Kätzchen zurzeit noch nicht operiert werden, eine Schwanzamputation ist bereits eingeplant. Weiterhin versucht die Tierschützerin nun durch Einläufe und ausmassieren von Kot sowie Urin das Kitten zu stabilisieren. „Uns wurde empfohlen uns nach einer Spezialklinik umzusehen und sie dort vorzustellen, damit die Maus hoffentlich die Chance hat ein normales Leben zu führen“, ergänzt Nadine Ehms.

Mittlerweile hat der Tierschutzverein Anzeige bei der Polizei Viersen gestellt und ist auf der Suche nach dem unbekannten Täter.

Wer hat etwas gesehen oder erkennt diesen Rucksack?
Wer weiß wo im Umfeld in den letzten 3-4 Wochen Kitten zur Welt kamen die nun weg sind?

Hinweise können direkt an den Verein gerichtet werden, von hier aus werden sie vertraulich an die Polizei übergeben, oder direkt an die Polizei Viersen unter der Telefonnummer 02162/377-0. (nb)

Foto: Notfelle Niederrhein e. V.

Notfelle Niederrhein: „Im ganzen Kreisgebiet gibt es so unglaublich viel Leid und Elend.“