Viersen: Raub im Casinogarten gab es nicht

Am 1. Juli hatten wir mit einer Polizeimeldung über einen angeblichen Raub im Casinogarten berichtet, bei dem ein 15-jähriger Viersener schwer verletzt wurde. Diesen Raub hat es in der angezeigten Form nicht gegeben, das ist das Ergebnis der kriminalpolizeilichen Ermittlungen.

Viersen – Im Rahmen dieser Ermittlungen hatte die Polizei am 18.07. eine Frau mit Hund als Zeugin für eine heftige Schlägerei gesucht. Die Frau hat sich laut Angaben der Polizei leider nicht gemeldet. Dennoch konnten die Ermittler des KK West der Staatsanwaltschaft nun ein erstes Ermittlungsergebnis vorlegen: Demnach hat es den angezeigten Raub im Casinogarten nicht gegeben. Der 15-jährige Viersener hatte diesen Sachverhalt aus Angst und um seine tatsächlich vorhandenen schweren Verletzungen erklären zu können, erfunden.

Nach dem bisherigen Erkenntnisstand hatte sich der 15-Jährige mit einer geladenen Gaspistole an diesem Tag an der Rahserhütte auf der Bendstraße aufgehalten. Hinzu kamen weitere Jugendliche. Der 15-jährige, bisher unbescholtene Viersener prahlte mit der Waffe. Ein polizeibekannter 17-jähriger Viersener wollte die Gaswaffe auch mal haben und übergab dem 15-jährigen als Pfand sein Smartphone. Schließlich gab es zwischen den beiden Streit um den Rücktausch der Gegenstände, der sich zu einer handfesten Schlägerei entwickelte. Im Verlauf dieser Schlägerei soll der 17-Jährige mit der Gaswaffe zugeschlagen haben, wodurch der 15-Jährige so schwere Verletzungen erlitt, dass er nach einer Operation für mehrere Tage stationär im Krankenhaus behandelt werden musste. Letztendlich tauschten die Kontrahenten ihr Eigentum wieder aus und jeder ging seines Weges. Die Ermittler konnten die Waffe in der Wohnung des 15-Jährigen sicherstellen. Der 15-Jährige gab in seiner Vernehmung die Vortäuschung des Raubes zu, der 17-Jährige gestand die Körperverletzung./ah (887)


Viersen: Jugendlicher im Casinogarten zusammengeschlagen – Polizei ermittelt wegen Raubes